Hilfe für Obdachlose: Ehepaar Sperling ruft private Initiative ins Leben: „WDDNMR“

Verteilen Spenden an die Obdachlosen: (v.l.) Detlef Knelang, Thomas und Martina Sperling und Manfred Mehlhorn. | Foto: Foto: PR-Foto Köhring/AK
  • Verteilen Spenden an die Obdachlosen: (v.l.) Detlef Knelang, Thomas und Martina Sperling und Manfred Mehlhorn.
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Weil sie finden, dass soviel für andere Leute gemacht würde und genau diese Menschen immer „auf der Strecke“ blieben, hat das Ehepaar Sperling die private Initiative „Warm durch die Nacht Mülheim/Ruhr (WDDNMR)“ ins Leben gerufen.

„Wir kennen die Materie ganz gut“, sagt Thomas Sperling. Als 1 Euro-Jobber habe er mal die Vetretung in einem Obdachlosenheim übernommen, seine Frau Martina hat wegen gewisser Umstände selber in einer Notunterkunft für Obdachlose schlafen müssen. „Ich beziehe Hartz IV und weiß, wie es ist, mit wenig Geld beziehungsweise mit so gut wie gar nichts auskommen zu müssen.“ Jetzt also wollen sich die beiden und ihr Freund Detlef Knelang für Obdachlose hier in Mülheim einsetzen.
Die ersten Spenden konnten bereits gesammelt und an die Obdachlosen verteilt werden. Noch allerdings ist die Resonanz eher bescheiden. „Klar, die müssen ja auch erst mal wissen, dass es uns gibt und dass wir helfen wollen“, mutmaßt Thomas Sperling. Kontakt zur Diakonie, sagt Unterstützer Detlef Knelange, habe man bereits aufgenommen. „Die wollen sich unsere Seite angucken und in einer Sitzung besprechen und sich dann wieder bei uns melden.“

"Unser Ziel ist es, einen Verein zu gründen" (Thomas Sperling)

Einzig Geldspenden dürfen noch nicht entgegengenommen werden, ebenso dürfen keine Spendenquittungen ausgestellt werden. „Unser Ziel ist es, einen Verein zu gründen“, sagt Thomas Sperling. Erst dann könne „WDDNMR“ auch finanziell unterstützt werden. Bis dahin - und auch danach - freuen sich die Initiatoren über jede Spende: angefangen von Kleidung und Schuhen über Schlafsäcke und Decken bis hin zu Einweggeschirr. Gefragt sind auch selbt gestrickte oder gehäkelte Sachen, die halten besonders warm. Bei Bedarf holen Thomas und Martina Sperling die Spenden sogar selber ab. „Wir sind allerdings nur mit dem ÖPNV unterwegs, ein Auto haben wir nicht.“
Weitere Infos finden sich auch online. Dort können sich nicht nur Menschen melden, die etwas spenden möchten, sondern auch, die sich tatkräftig mit einbringen möchten.

WANN UND WO
- Zu finden sind die Helfer der privaten Initiative „WDDNMR“ ganzjährig jeden Montag, Mittwoch und Freitag jeweils ab 16 Uhr nahe der Ruhr auf Höhe des Parkplatzes an der Straße Auf dem Dudel. Bei schlechtem Wetter sind das Ehepaar Sperling und Unterstützer unter der Schloßbrücke anzutreffen.
- Wenn möglich soll es ab Anfang nächsten Jahres auch warme Suppen geben. Voraussetzungen: ein Gaskocher und das Okay des Ordnungsamtes. „Mit dem wollen wir noch sprechen“, sagt Martina Sperling.
- Aufgrund ihrer neongelben Jacken ist das Team nicht zu übersehen.

Autor:

Lisa Peltzer aus Oberhausen

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