„Ein Unfallschwerpunkt“

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Die Haltepunkte im Bereich der Oppspring-Kreuzung werden optimiert und teilweise verlagert. Grafik: Stadt Mülheim
Mülheim an der Ruhr: Mülheimer Woche NEU |

Rat der Stadt Mülheim zu Oppspring-Kreuzung und barrierefreiem Ausbau

Im Rat wurde der Ausbau der Oppspring-Kreuzung und der Zeppelinstraße bis Pasteurstraße sowie der barrierefreien Ausbau von Haltestellen beschlossen. Ein Teil des Straßenbahnnetzes samt Wendeschleife soll wegfallen.

Der verbrauchte Straßenoberbau wird den verkehrlichen Anforderungen nicht mehr gerecht. Drei Straßenbahnhaltestellen und eine Bushaltestelle liegen im Bereich, keiner dieser Haltepunkte ermöglicht barrierefreies Ein- und Ausstiegs. Der Knotenpunkt ist unübersichtlich und beeinträchtigt die Verkehrssicherheit, er wurde in jüngster Zeit zum Unfallschwerpunkt. Die defekte Straße führt zu erhöhter Lärmbelastung. Die gesamte Situation am Oppspring soll zukünftig kompakter und übersichtlicher gestaltet werden. Auch weisen die Gleisanlagen der Mülheimer Verkehrsgesellschaft einen erheblichen Verschleiß auf. Erneuerung ist hier zwingend notwendig, da andernfalls eine betriebliche Sperrung der Straßenbahnstrecke droht.

Belastung gering halten

Die Baumaßnahme soll im Jahr 2017 begonnen werden und eine Bauzeit von rund sieben Monaten dauern. Nach Möglichkeit soll ein jeweils halbseitiger Ausbau von Straße und Gleis vorgesehen werden, um die Behinderungen für den Verkehr und für die Anlieger möglichst gering zu halten. Die berechneten Kosten der gesamten Maßnahme belaufen sich auf etwa 3,9 Millionen Euro brutto. Gemäß Gesetz über Kommunalabgaben werden die Anliegerbeiträge auf 210.000 Euro kalkuliert.
Von der SPD war zu hören, dies sei die logische Fortsetzung der Maßnahme am Werdener Weg: „Es ist dringend erforderlich, dass wir die Sanierung fortsetzen. Die Belastung für die Bürger muss aber so gering wie möglich gehalten werden.“ Die CDU wollte die Vorlage zwar mittragen, kritisierte aber die Verlagerung der Haltestelle Pasteurstraße vom Einkaufszentrum weg: „Gerade für ältere Mitbürger bedauerlich. Diese Bedenken hätten wir gerne in einer Bürgerversammlung mit den Anwohnern besprochen und die Bürgermeinung mit berücksichtigt.“

Wendeschleife fällt weg

Durch die Anordnung eines Gleiswechsels an der Haltestelle Sportzentrum Südstraße kann bei Verkehrsstörungen dort gekehrt werden. Die Gleisverbindung zwischen dem stadtauswärtigen Gleis im Werdener Weg und der Oberen Saarlandstraße ist damit betrieblich nicht mehr von Nöten und soll zurückgebaut werden. Die Wendschleife der Straßenbahn am Hauptfriedhof würde wegfallen. Ein Erhalt würde finanziell schwer ins Kontor schlagen. Baudezernent Peter Vermeulen gab eine Stellungnahme ab: „Die Kosten für einen zusätzlichen Ausbau dort würden sich nach unseren Schätzungen auf insgesamt 660.000 Euro belaufen.“ In breiter Mehrheit sah der Rat keinen Anlass, die Kosten zu erhöhen. Es gehe nur um historische Straßenbahnen, die eine Wendeschleife bräuchten. Das sei es nicht wert. Auch BAMH und FDP waren froh, dass die zusätzlichen Kosten vom Tisch seien: „Es gibt immer noch in Dümpten und Styrum Möglichkeiten für historische Bahnen. Wir sollten in die Zukunft investieren und nicht in Museumsbahnen.“ Nur die MBI wollte da nicht mitmachen, vielmehr müsse die Linie 104 zu einer Ringlinie umgearbeitet werden. Bei drei Gegenstimmen wurde der Umbau beschlossen.

Kahlenbergast geschwächt

Für die Bürgerinitiative TramVia Mülheim merkte Sprecher Rainer Nelbach allerdings an: „Das Ausbleiben einer Verbindung beider Tram-Südäste führt zu einer Schwächung des Kahlenbergastes. Wir fragen die Parteien, die für den Erhalt dieser Trasse eintreten, welche Ideen sie für ein sinnvolles Betriebskonzept haben Das Straßenbahnnetz im Mülheimer Süden muss langfristig gesichert bleiben.“
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