Großrazzia auf Eppinghofer Straße

Anzeige
In Edelkarossen waren Mitglieder von Rockerbanden vorgefahren. (Foto: Polizei Essen / Mülheim)

Drogen, Waffen, illegales Glücksspiel, Mitglieder der Rockerbanden Hell Angeles und Satudarah in schnellen Autos, illegaler Aufenthalt und Leistungsmissbruch: Das ist der Stoff, aus dem man Krimis schreibt. Doch es ist auch das Ergebnis einer Großrazzia auf der Eppinghofer Straße am vergangenen Freitagabend.

Schlagartig sperren Polizisten am Freitag um 20.15 Uhr die Eppinghofer Straße zwischen Hauptbahnhof und der Bruchstraße. Wenig später schwärmen Polizisten, Zollbeamte und Mitarbeiter des städtischen Ordnungs-und Ausländeramtes aus. Auf der Straße kontrollieren sie verdächtige Passanten und Fahrzeuge, in Geschäften und Lokalen Beschäftigte, Inhaber und Gäste.

Das Ergebnis: Eines der gefundenen Messer unterliegt dem Waffengesetz. Außerdem stellen Beamte einige Gramm Marihuana sicher. Der eingesetzte Drogenspürhund findet keine weiteren Betäubungsmittel.

Die Fahnder des Hauptzollamtes stellten Verstöße gegen Meldeauflagen und Leistungsmissbrauch fest. Auch die städtischen Beamten werden fündig: Die Geldspielautomaten eines Lokals sind möglicherweise bei den Behörden nicht angemeldet.

Aber auch mutmaßliche Rocker entdecken die Beamten während der vierstündigen Großrazzia. Bei der Überprüfung von vier jungen Männern in einem Fahrzeug der Oberklasse stellen die Polizisten fest: Die Männer gehören vermutlich dem Rockerclub Satudarah an.

Fünf weitere Männer, die Beamte auf dem Gehweg kontrollieren, stehen nach Erkenntnissen der Polizei den Hells Angels nahe. „Wir haben nicht damit gerechnet, Rocker zu finden“, sagt Peter Elke von der Polizeipressestelle Mülheim/Essen auf Nachfrage der MW.

Hinweise auf Bandenkonflikte zwischen den beiden Gruppen oder mit den Mitgliedern der Bandidos an der Sandstraße lägen aber nicht vor. „Wir werten zurzeit alle Erkenntnisse aus“, sagt Elke.

Ziel der Aktion war, die Sicherheit der Beamten von Zoll und Stadt abzusichern, die Lokale und Geschäfte überprüfen wollten. „Deswegen haben wir auch nur ein grobes Netz gespannt. Kurz vor Mitternacht haben die Kollegen die Sperrung dann aufgehoben“, so Elke. Insgesamt seien rund 100 Beamte aus den drei Behörden an dem Einsatz beteiligt gewesen.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.