Kunststofflaufbahn rückt wieder in den Fokus

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Baumaßnahmen von zirka 900.000 Euro würden die Anlage perfekt machen. DOch wer soll das bezahlen? PR-Foto Kšöhring/SM

Bekommen die Mülheimer Leichtathleten nach jahrelangem Kampf endlich eine Kunststofflaufbahn? Auf Initiative der SPD-Fraktion wird das Thema zumindest wieder aufgegriffen. Der Sportausschuss hat die Verwaltung beauftragt, ein „Perspektivkonzept Leichtathletik“ zu erstellen. Im Fokus steht die Sportanlage an der Mintarder Straße in Saarn.


Der Name ist kein Zufall, er orientiert sich am „Perspektivkonzept Fußball“, das im kommenden Jahr vor dem Abschluss steht. „Jetzt ist auch mal die Leichtathletik dran“, sagt Oliver Willems, der sportpolitische Sprecher der SPD. Schließlich ist Mülheim noch immer die einzige kreisfreie Stadt in Nordrhein-Westfalen, in der es keine Kunststofflaufbahn gibt. Die Mitgliederzahlen in den zwölf Leichtathletik-Vereinen sind innerhalb der letzten zehn Jahre um 226 Sportler zurückgegangen. Aufgrund der besseren Trainingsmöglichkeiten wechseln die besten Talente oft in benachbarte Städte wie etwa Dennis Trukawka, der jüngst von der Turnerschaft Saarn zum ART Düsseldorf gewechselt ist.

Vom Umbau einer Sportanlage inklusive Kunststofflaufbahn verspricht sich die Fachschaft Leichtathletik um ihre Vorsitzende Birgit Lübke eine Verbesserung der Attraktivität ihrer Sportart. „Die jetzige Situation ist eine „Wettbewerbsverzerrung“ zu Lasten der Leichtathletik“, sagte Lübke in der letzten Sportausschusssitzung.

Mit dem Wenderfeld, der Prinzess-Luise-Straße, der Mintarder Straße und dem Kahlenberg stehen aktuell vier Wettkampfanlagen vom Typ B (mit sechs Rundlaufbahnen) zur Verfügung. Die Fachschaft hat sich dabei einstimmig für die Mintarder Straße ausgesprochen. Diese Entscheidung fiel bereits unter dem alten Fachschaftsleiter Klaus Moll und wurde nun erneuert. Die Anlage punktet mit der zentralen Lage und mit der direkten Anbindung zur 2005 gebauten Harbecke-Sporthalle. Allerdings ist der Rasen in einem komplett unbrauchbaren Zustand und es gibt kein Flutlicht. Zudem fehlt aktuell ein Ring für den Diskuswurf. Eine Stabhochsprunganlage gibt es in Mülheim überhaupt nicht. „Mir schwebt eine Anlage vor, auf der nicht nur Stadt- oder Kreismeisterschaften ausgetragen werden können, sondern auch mal eine Nordrheinmeisterschaft oder eine Westdeutsche“, sagt der langjährige Fachschaftsleiter Klaus Moll. Dafür sei eine Stabhochsprunganlage ebenso verpflichtend wie ein überdachter Zuschauerbereich. Aktuell gibt es nur einige wenige Stehstufen.

Kosten liegen bei etwa 900.000 Euro

Die Gesamtkosten für den Rasenplatz, die Bahn und die Beleuchtung schätzt Martina Ellerwald, die Leiterin des Mülheimer Sportservices auf knapp 900.000 Euro. Bisher sei nur geplant gewesen, die Sektoren im Hinter-Tor-Bereich mit Kunststoffflächen für den Weit- und Hochsprung auszustatten. Dafür seien auch Mittel im Etat vorhanden. Der MSS wird sich in Kürze auch mit den Schulen, die die jeweiligen Sportstätten nutzen, auseinandersetzen. Ellerwald wird im nächstens Sportausschuss einen Zwischenbericht abgeben. Im September oder Oktober soll es eine größere Veranstaltung zu dem Thema geben.
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