Geld stinkt nicht

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Bei der „Kuhfladen-Lotterie“ geht es nicht um den großen Gewinn, sondern vielmehr um den Spaß, in welches Kästchen der erste Fladen fällt

Da bereiten fleißige Helfer wochenlang alles vor, mischen ein eigenes Spezialfutter für die Wiederkäuer, stecken den Wettkampf-Parcours mühevoll ab. Und dann – nichts! So geschehen vor einiger Zeit in Seelfingen im Landkreis Konstanz. Über 1 Stunde und 25 Minuten hielt dort die traditionelle „Kuhschiss-Lotterie“ die Besucher in Atem. Nur zum – wenn man so sagen darf – Vollzug kam es diesmal nicht.

Wer ursprünglich die Idee zu dieser Lotterie der ganz eigenen Art hatte, lässt sich heute kaum noch rekonstruieren. In jedem Fall ist das Kuhfladen-Event des Narrenvereins Taubenriedgärtner zu einem echten Volksfest geworden, das jedes Mal mehrere Hundert Besucher anlockt. 54 mal 27 Meter misst das Spielfeld. Das wiederum ist unterteilt in 2380 Felder, jedes 80 x 80 Zentimeter groß. Wer eines der Lose kauft, kann darauf wetten, in welches Feld der erste Kuhfladen fällt. Immerhin 500 Euro locken als Hauptgewinn. Schon die alten Römer wussten schließlich: pecunia non olet – Geld stinkt nicht.

Ein Glücksspiel für Geduldige

Dass es Geduld mit dem Vieh erfordert, kennen die Fans der süddeutschen Naturlotterie durchaus: Wartezeiten von bis zu einer Stunde sind keine Seltenheit. Der bisherige Tempo-Rekord wiederum liegt bei gerade einmal fünf Minuten. Diesmal entwickelte sich ein regelrechter Kuhfladen-Krimi. Groß waren die Erwartungen an die vierbeinigen Teilnehmer, die so wohlklingende Namen wie Felicitas, Abu oder Tequila tragen. Aber weder das Spezialfutter mit viel Eiweiß, Stärke und Rohfaser noch alles Zureden halfen: Es wollte sich einfach kein Kuhfladen lösen. Nach 85 Minuten hatten die Veranstalter ein Einsehen mit Zuschauern und Kühen – und ermittelten den Hauptgewinner per Losentscheid.
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