Verdienter BVB-Sieg gerät wegen Fans zur Nebensache - S04 überrascht beim FC Bayern

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Pierre-Emerick Aubameyang (r.) erzielte den 1:0-Siegtreffer für den BVB gegen Leipzig. Das Spiel geriet aber wegen geschmackloser und gewaltbereiter Dortmund-Fans schnell zur Nebensache. (Foto: Stephan Schütze)

Geschmacklose Fan-Banner sowie Fan-Ausschreitungen von Dortmunder Anhänger haben einen starken Auftritt der Borussia gegen RB Leipzig am 19. Spieltag überschattet. Revierrivale Schalke punktete zwar nicht dreifach, verdiente sich aber mit einer starken Leistung einen Punkt beim Tabellenführer.

„Burn out Ralle: Häng dich auf!“ war wohl das geschmackloseste Banner von vielen, die auf der Südtribüne von Borussia Dortmund am Samstagabend hingen. Eine Anspielung der BVB-Fans auf Leipzigs Sportdirektor Ralf Rangnick, der 2011 wegen eines Erschöpfungssyndroms beim S04 zurücktreten musste. „Leipziger Dosensöhne“, „Bullen schlachten“, „Kommerzschweine“ oder „Räudige Bastarde“ sind nur ein paar der weiteren Banner, die die Fans ebenfalls hochhielten.

28 Anzeigen sowie verletzte RB-Fans und Polizisten

Zudem gab es vor, während und nach dem Spiel wiederholt Angriffe von den heimischen Anhängern gegen die der Gäste. Ganz gleich, ob es sich um Männer, Frauen oder Kinder handelte: Selbst Mülleimer wurden aus dem Boden gerissen, um diese in Richtung Leipzig-Fans zu schmeißen. 28 Anzeigen wegen Verstöße gegen Sprengstoffgesetz, gefährlicher Körperverletzung, Landfriedensbruch, Sachbeschädigung oder räuberischem Diebstahl waren die traurige Bilanz.

Aubameyang schießt BVB zum Heimsieg

Der BVB „bedauerte zutiefst“, dass es zu solchen Ausschreitungen gekommen war und „verurteilt Gewalt in jeder Form“, wie es in einer offiziellen Mitteilung im Anschluss hieß. RB Leipzig forderte die Borussia zu einer „lückenlosen Aufklärung“ auf. Da war das Spiel zwischen dem Tabellenvierten und -zweiten bereits schon längst abgepfiffen und Dortmund hatte hochverdient mit 1:0 gewonnen. Trainer Thomas Tuchel sprach nach dem Spiel zu Recht von einem „4:0 als 1:0 verkleidet“. Allein Marco Reus hätte den Heimsieg im Alleingang deutlich höher schrauben können. So reichte es aber „nur“ zu einem Treffer von Pierre-Emerick Aubameyang, der aber auch reichte, um den Abstand zum Aufsteiger auf acht Punkte zu reduzieren.

Badstuber feiert ausgerechnet in München sein S04-Debüt

Den Patzer von Leipzig konnte Tabellenführer Bayern München ein paar Stunden zuvor am Samstagnachmittag aber nicht wirklich für sich nutzen. Der FC Bayern musste sich gegen Schalke mit einem 1:1 begnügen und baute den Vorsprung auf den ersten Verfolger Leipzig auf nur vier Punkte aus. Dabei hatte Robert Lewandowski die Münchener bereits nach nur neun Minuten mit 1:0 in Führung geschossen, als er schneller als Holger Badstuber war und Torwart Ralf Fährmann anschließend gekonnt überlupfte. Es war die einzige Aktion, bei der Badstuber nicht gut aussah. Die Leihgabe des FC Bayern spielte zum ersten Mal für den S04 und lieferte eine knappe Stunde gute Arbeit für seinen derzeitigen Arbeitergeber ab, ehe er leicht angeschlagen ausgewechselt wurde.

Neuer patzt beim Schalke-Ausgleich

Die Bayern-Führung hielt aber keine vier Minuten, weil Manuel Neuer einen Freistoß von Naldo nicht parieren konnte und stattdessen das runde Leder unter seinen Armen durchrutschen ließ. Im Anschluss konnten die Gastgeber sogar froh sein, nicht 1:2 oder gar 1:3 zurückzuliegen. Guido Burgstaller wurde einmal nur von der Latte und Sead Kolasinac von Rafinha und Neuer im letzten Moment am nächsten Tor gehindert. Da der FCB in den Schlussminuten aber auch sehr gute Torchancen verzeichnete, war das 1:1 gerecht.

Spannung pur um internationale Ränge und Abstiegsplätze

Derweil bleibt es in der Liga an genau zwei Stellen sehr spannend. Zwischen Platz drei (Frankfurt, nach 2:0-Heimsieg gegen Darmstadt) und sieben (Köln, nach 1:0-Sieg gegen Wolfsburg) liegen nur drei Punkte Differenz, während es zwischen Platz 14 (Wolfsburg) und Platz 17 (Ingolstadt, nach 0:1-Niederlage in Berlin) nur vier Punkte Unterschied liegen.
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Peter Koch aus Hattingen | 09.02.2017 | 07:27  
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