Viele neue Projekte: Das Stadtteilbüro Wattenscheid hat eröffnet

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Das Stadtteilmanagement, (v. l.) bestehend aus Victoria Wildförster, Karsten Schröder, Daniela Schaefers, Alexander Kutsch und Katja Schlemper, ist künftig an der Westenfelder Straße 1 vor Ort. (Foto: Petra Anacker)
 
Bezirksbürgermeister Manfred Molszich (rechts) begrüßte die Gäste und hieß das Stadtteilmanagement in der Wattenscheider City willkommen. (Foto: Petra Anacker)

In der Fußgängerzone und damit im Herzen Wattenscheids eröffnete am Samstag das Ladenlokal des Stadtteilbüros Wattenscheid, das zum Stadtteilmanagement und damit zu einer der ersten geförderten Maßnahmen des Projekts „Soziale Stadt Wattenscheid“ gehört.

Das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept „Gesundes Wattenscheid – familienfreundlich und generationengerecht“ umfasst einen Teil Wattenscheids mit etwa 20.000 Einwohnern und ist ein umfassendes Stadterneuerungsprojekt, für das die Stadt Bochum vom Land Nordrhein-Westfalen Fördergelder erhalten hat. „Das Projekt, das voraussichtlich bis 2022 läuft, umfasst sowohl städtebauliche als auch soziale Aspekte“, erklärte Karsten Schröder, Mitglied des Teams, das nun immer im Stadtteilbüro vor Ort sein wird.
Um einen Plan für die Umsetzung der notwendigen Projekte aufzustellen, wurden im Vorfeld Untersuchungen im betroffenen Gebiet von Wattenscheid durchgeführt und Bürger befragt.
Die Ergebnisse waren unter anderem, dass vor allem in Wattenscheid-Mitte und Westenfeld in den vergangenen Jahren ein Bevölkerungsrückgang stattgefunden hat und gleichzeitig neben vielen Kindern und Jugendlichen auch der Anteil der Arbeitslosen und Ausländer groß ist.
Des Weiteren sind die Möglichkeiten für genügend Bewegung für Kinder außerhalb der Wohnungen begrenzt, da es keine Spielplätze oder Grünanlagen in unmittelbarer Nähe gibt. Auch Jugendliche haben kaum Treffpunkte und Bewegungsorte. Zwar gebe es Bildungseinrichtungen und Angebote für Kinder und Jugendliche, aber die Ausstattung sei dennoch unzureichend, um die umfangreichen Probleme zu beheben, heißt es in einer Broschüre zu den aufgelisteten Projekten. Daher sollen die bestehenden Einrichtungen verbessert und gefördert werden. Hierzu gehören zum Beispiel der Abenteuerspielplatz „Hüller Straße“, der modernisiert werden soll, und der internationale Mädchentreff sowie Spielangebote, Hausaufgabenhilfen und ein Mittagstisch.
Hinzu kommen Aspekte der Stadtstruktur und -gestaltung. Dazu zählt neben dem verfallenden Wohnbestand auch die Fußgängerzone, die zwar in einem guten baulichen Zustand ist, jedoch wenige Verweil- und Aufenthaltsmöglichkeiten bietet. Außerdem fehlen öffentliche Grün- und Freiflächen für eine gute ökologische Situation.
Aufgrund dessen bestehe ein „erheblicher Handlungsbedarf“, schreibt Dr. Manfred Busch, amtierender Stadtbaurat der Stadt Bochum, und zählt die damit verbundenen Ziele auf: Klimaschutz, Verbesserung des Mikroklimas, energetische Sanierung und individuelle Förderung der Gesundheit, damit die Familienfreundlichkeit steigt und die Integration zunimmt. „Die Wohn- und Lebensbedingungen sollen für alle Generationen verbessert werden.“
Eine der Maßnahmen, um dies umzusetzen, ist ein Hof- und Fassadenprogramm, damit Gebäude und Grünflächen aufgewertet, instand gesetzt und modernisiert werden. „Hauseigentümer können einen Antrag auf Förderung für die Gestaltung der Fassaden stellen“, erklärte Karsten Schröder.
Weitere Punkte auf der Liste sind die Gründung eines Gesundheitsverbandes unter anderem mit Vertretern des städtischen Gesundheitsamtes und des Landes-zentrums Gesundheit NRW, sowie ein Gesundheitsprogramm für Kinder und Jugendliche an weiterführenden Schulen.
„Ein wichtiger Punkt ist auch die Umgestaltung der Parkanlage Am Ehrendenkmal“, zählte Schröder auf. Dort sollen Sitzgelegenheiten aufgestellt und eventuell auch ein Radweg angelegt werden. Außerdem sollen die Unwetterschäden im Stadtgarten beseitigt werden und die Attraktivität des Parks soll durch Bewegungs-, Freizeit- und Erholungsangebote steigen.
Weiter geht es mit dem Gymnasium Märkische Schule und der Pestalozzi-Realschule, bei deren Sanierung vor allem die Barrierefreiheit im Vordergrund steht. Des Weiteren werden Schulhöfe so umgestaltet, dass sie gesundheitsfördernde Spiel- und Bewegungsorte darstellen. Schließlich stehen auch die Verbesserung der öffentlichen Infrastruktur und die erhöhte Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer auf dem Plan. Dazu gehört auch, dass innerörtliche Ziele vor allem für Radfahrer und Fußgänger besser erreichbar sein sollen.
Für all diese Projekte steht ein Verfügungsfond für sozial integrative Projekte bereit. „Bürger, Akteure oder Vereine mit Projektideen, wie etwa Graffiti oder verschiedenen Sportveranstaltungen, können sich gerne in unserem Büro melden. Dort wird dann ein Antrag verfasst und der Beirat stimmt schließlich darüber ab“, erklärte Schröder den Ablauf. Dieser Beirat bestehe zu einer Hälfte aus Vertretern verschiedener Institutionen und zur anderen Hälfte aus Bürgern. „Dabei sind wir – das Team im Stadtteilbüro – als Vermittler in Richtung Verwaltung und Politik vor Ort“, erzählte Schröder. Neben ihm besteht das vierköpfige Team aus Viktoria Wildförster, Daniela Schäfers und Alexander Kutsch. „Für den Beirat suchen wir auch noch Mitglieder. Wenn Bürger Interesse haben, an den drei bis vier Treffen im Jahr teilzunehmen, können sie einfach bei uns im Büro vorbeikommen“, fügte Schröder noch hinzu. Am 4. Juli werde außerdem eine Stadtteilkonferenz in der alten Evangelischen Kirche am Alten Markt abgehalten, um mit den Bürgern konkrete Gespräche und Diskussionen über die Projekte zu führen.
Laura Kämper

Überblick
Geöffnet ist das Büro an der Westenfelder Straße 1 Montag und Donnerstag von 9 bis 17 Uhr, Dienstag von 9 bis 15 Uhr und Mittwoch von 9 bis 19 Uhr. Das Büro kann aber auch unter Tel.: 919793 oder unter info@wat-bewegen.de kontaktiert werden.
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