Gewaltige Stroboskopgewitter erhellten den Nachthimmel am Niederrhein - mit Video

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  24.06.2016 (ergänzt & Tippfehler korrigiert)

Gewaltige Stroboskopgewitter erhellten den Nachthimmel am Niederrhein - mit Video

Gestern Abend und die ganze Nacht hindurch haben am Niederrhein heftige Stroboskopgewitter getobt - für unsere Breiten ein eher ungewöhnliches Wetterphänomen, was man in der Regel nur von den Tropen her kennt. Als Stroboskopgewitter bezeichnet man einen Gewittersturm, welcher eine Blitzrate von 60 Blitzen pro Minute oder höher aufweist. In den vergangenen 12 Stunden erhellten über 400.000 Blitze den Nachthimmel, wobei zweitweise in nur 5 Minuten sich 8.000 Blitze entluden, dies sind über 25 pro Sekunde!

Auslöser waren hochenergetische Luftmassen - mit bis zu +35 Grad und einer sehr hohen Luftfeuchtigkeit bot der gestrige Tag "ideale" Vorraussetzungen.

Nachdem der Nachmittag noch ruhig verlief, bildete sich am Abend über BeNeLux eine sogenannte Superzelle mit einem Durchmesser von fast 200 Kilometern aus. Als Superzelle bezeichnet man eine riesige, langlebige und stark organisierte Gewitterwolke, welche in der Regel unwetterartige Erscheinungen hervorbringt.

Gegen 21.15 Uhr verfinsterte sich der Himmel auch bei in Xanten-Marienbaum zusehends; Flashlight und Dauergrummeln langen in der Luft. Um 21.49 Uhr rollte eine gewaltige Böenwalze heran. Ein Vorhang aus feucht-heißer Luft, orkanartiger Sturm und Finsternis im Wechsel mit grellen Blitzen und extremer Starkregen rasten durch die Straßen auf unser Haus zu und verwandelte die Umgebung in ein tosendes Inferno. Geistesgegenwärtig ließen wir eiligst als Vorsichtsmaßnahme die Rollos auf der Wetterseite herunter, denn es bestand die Gefahr eines Tornados. Glücklicherweise wurden wir von Hagelschlag verschont, denn andernorts kamen Hagelbrocken von 5 bis 8 Zentimetern Größe vom Himmel und hinterließen große Schäden. In den Niederlanden wurden unzählige Vögel durch den Riesenhagel getötet. Verbreitet kam es zu Überschwemmungen mit vollgelaufenden Straßen, Kellern, Gärten und Grundstücken, Blitzschläge verursachten Kurzschlüsse, Sturmböen beschädigten Häuser und rissen Bäume um. Auch wir hatten einen heftigen Wassereinbruch in unserem Keller (siehe Video), wo es einige Zentimeter hoch stand. Das Wasser sprudelte wie ein Quellfluß an mehreren Stellen aus der Wand heraus, das heftige Rauschen war bereits von der oberen Etage im Hausflur zu hören. "Glücklicherweise" ist unser Kellerboden so porös, daß es, als wäre es niemals dagewesen, im Erdreich darunter größtenteils versickerte, sodaß Pumpen nicht nötig war.

In Xanten fielen 89 Liter; stellenweise bis zu 150 Liter Regen pro Quadratmeter.

Auch für heute hat die Unwetterzentrale für den Niederrhein folgende Vorwarnung herausgegeben:

Vorwarnung vor Gewitter - Warnstufe Rot möglich
gültig von: Freitag, 24. Juni 2016, 09:01 Uhr
gültig bis: Samstag, 25. Juni 2016, 00:00 Uhr
Gewitter mit Starkregen (20 bis 40l/m²), Hagel (2 bis 4cm) und Sturmböen möglich.



Weiterführende Links:

Unwetter in Xanten (Marienbaum) - ein paar Eindrücke

Erneutes Gewitter mit Starkregen über Xanten (Marienbaum)

Über 30 beeindruckende Fotos vom Niederrhein-Gewitter und den schlimmen Folgen
http://www.lokalkompass.de/wesel/natur/niederrhein...
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7 Kommentare
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Anja Schmitz aus Essen-Süd | 24.06.2016 | 11:15  
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Norbert Lange aus Lünen | 24.06.2016 | 12:14  
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Thomas Ruszkowski aus Essen-Ruhr | 24.06.2016 | 14:31  
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