Ehrenamt für Menschen mit Behinderung
Annette Trappe ist ehrenamtliche Betreuerin des LVR-Wohnverbund Haagstraße

Der persönliche Kontakt zu den Frauen und Männern in der Haagstraße ist Annette Trappe (links) für ihre Aufgabe als ehrenamtliche Betreuerin sehr wichtig.
  • Der persönliche Kontakt zu den Frauen und Männern in der Haagstraße ist Annette Trappe (links) für ihre Aufgabe als ehrenamtliche Betreuerin sehr wichtig.
  • Foto: LVR-Verbund HPH
  • hochgeladen von Yvonne de Mür

Langeweile dürfte Annette Trappe nicht kennen. Mit zwei Kindern und einem Job ist sie gut ausgelastet. Doch sie nimmt sich Zeit für andere. Zum Beispiel für Menschen, die im Wohnverbund des LVR-Verbunds Heilpädagogischer Hilfen (HPH) in der Haagstraße in Alpen leben. Frauen und Männer mit Schwerst- und Mehrfachbehinderungen, viele davon nicht oder kaum in der Lage, zu sprechen. Doch sie haben eine Stimme. Denn Annette Trappe hat gleich für mehrere Frauen und Männer an der Haagstraße die ehrenamtliche Betreuung übernommen.

Es ist ein nicht alltägliches Ehrenamt. „Man wird vom Amtsgericht bestellt, um die Interessen und die Geschäftsfähigkeit der Betreuten zu gewährleisten“, erklärt die 34-jährige Alpenerin, die per Zufall zu dieser Aufgabe kam. Ihre Mutter arbeitet im Wohnverbund. Diese hörte die Geschichte der Mutter einer Bewohnerin, die aus gesundheitlichen Gründen nicht länger die Betreuung ihrer Tochter wahrnehmen konnte. „Und meine Mutter sagte, das wäre doch etwas für mich.“
Gesagt, getan. Annette Trappe lernte die Mutter der Tochter kennen, „die Chemie muss ja stimmen“. Ein Jahr übernahm sie die Betreuung als so genannte zweite Kraft, dann wurde sie als Nachfolgerin benannt. „Das passiert beim Amtsgericht, dort gibt es die Bestellungsurkunde.“ Ein wichtiges Dokument für ihre Arbeit, das sie immer dann vorlegen muss, wenn sie für ihre Schützlinge etwas bei Banken, Behörden, Krankenkassen und anderen Einrichtungen erledigen möchte. Das letzte Wort, so sagt sie, habe übrigens die Betreuungsstelle des Kreises Wesel. „Von dort wurde ich angerufen, ob ich dieses Ehrenamt auch wirklich übernehmen möchte.“ Eine berechtigte Frage, sagt sie, „schließlich ist das kein Amt, das man nach zwei Jahren wieder abgibt.“ Einmal im Jahr muss Annette Trappe beim Amtsgericht einen Bericht vorlegen, zum Beispiel darüber, wie das Geld der Betreuten verwendet wurde. Hat sie Fragen, „dann spreche ich mit den Angehörigen, aber auch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Wohnverbund.“ Außerdem würden auch Behörden Auskunft geben, wenn ein Sachverhalt nicht gleich klar sei.

Für die Mitarbeitenden im LVR-Wohnverbund Haagstraße ist die Zusammenarbeit mit Annette Trappe sehr wertvoll. „Wir arbeiten sehr vertrauensvoll zusammen. Annette Trappe ist für uns jederzeit erreichbar und wir stehen in engem Austausch miteinander. Dadurch können wir den individuellen Bedürfnissen der Betreuten unkompliziert und schnell gerecht werden“, berichtet Rita Meesters, Mitarbeitende im LVR-Wohnverbund. Auch Annette Trappe empfindet die Zusammenarbeit mit dem Team der Haagstraße als sehr angenehm. Für sie ist ihre Aufgabe ein schönes Ehrenamt. „Ich kann mir die Zeit selber einteilen und habe viele Kontakt zu meinen Betreuten. Ich begleite sie beispielsweise auf Spaziergänge, komme auf einen Kaffee und ein Stückchen Kuchen vorbei oder unterstütze auch bei der Neugestaltung des Zimmers.“ Besonders schön ist, dass Annette Trappes Kinder sie auch bei ihren Besuchen in der Haagstraße begleiten. „Meine Kinder kommen gerne mit und lernen durch die Begegnung mit den Frauen und Männern mit geistiger Behinderung wie Inklusion gelebt wird“, freut sich Trappe.

Autor:

Yvonne de Mür aus Kleve

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