Die tägliche Arbeit einer pädagogischen Fachkraft im Jugendamt

Die Aufgaben für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugendämter sind vielfältig, besonders und fordernd.

Unsere Arbeit führt uns dorthin, wo die Not am größten ist.

Wir dienen als zentrale Anlaufstelle für Familien, Jugendliche, Schulen, Kitas, medizinische Einrichtungen und das Jugendgericht. Wir sind da wenn:
– Kinder im Dreck leben müssen
– Kinder missbraucht wurden
– Eltern prügeln
– hilfesuchende Minderjährige in Schutzstellen vermittelt werden müssen/ wollen
– Eltern sich im gegenseitigen Hass um ihre Kinder streiten oder
– wenn Eltern an ihre erzieherischen Grenzen stoßen.

Und das ist nur ein Teil unserer Aufgaben. Hierbei müssen wir häufig entscheiden zwischen lebensbedrohend und sehr dringend. Und zwar so schnell wie möglich! In Notsituationen bleibt nicht die Zeit, den Kalender aufzuklappen.

Unsere Arbeit bleibt zu oft im Verborgenen. Denn viele Bürgerinnen und Bürger ziehen es vor, den Kontakt zu uns zu verschweigen. Unsere gute Arbeit wird selten gewürdigt. Tragische Fälle hingegen gelangen natürlich! an die Öffentlichkeit und werden hauptsächlich den Jugendämtern angelastet. Wie viele erfolgreiche Hilfeverläufe der Jugendämter haben es im letzten Jahr in die Presse geschafft? Wir versichern: es gab deutlich mehr als Null.

Zusätzlich wird unsere gute Arbeit weggekürzt, erschwert, als unrentable Sparte abgetan.

Dies gilt für alle Bereiche der Sozialen Arbeit wie beispielsweise:
– die Betreuung von Flüchtlingen,
– die Arbeit mit alten und pflegebedürftigen Menschen,
– die Schulsozialarbeit, Bildung,
– Straffäligenhilfe
um nur ein paar zu nennen. Kürzungen in der Sozialen Arbeit werden die Gesellschaft mittel- bis langfristig teuer zu stehen kommen.

Unser Job ist ein grundlegend notwendiger, der eigentlich als vorbildlich gelten sollte, als idealistisches Kleinod für ein friedliches Miteinander mit fairen Chancen für alle Bewohnerinnen und Bewohner einer Stadt. Die Zeit ist gekommen: Gutes Geld für gute Arbeit!

Und mehr: Denn wir fordern gerechte, faire Strukturen in unserem Arbeitsalltag. Unbesetzte Stellen, abenteuerlicher Krankenstand, hohe Fluktuation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das ist kein Zufall!

Das ist hausgemacht. Das ist pures Gift für uns. Und dadurch auch für die Menschen in Not, die wir unterstützen wollen.

Wir verdienen mehr. Dies sollte die erste Selbstverständlichkeit sein und es ist geradezu lächerlich, darum streiten zu müssen. Wir sind Akademiker. Wir haben ein Studium finanzieren müssen. Mit welcher Berechtigung bekommt ein Ingenieur mit gleichwertiger Ausbildung, beim gleichem Arbeitgeber 1000€ mehr? Unsere Arbeit ist anspruchsvoll und strotzt vor vielfältigsten Einsätzen in sozialen Brennpunkten.

Wir sind im wahrsten Sinne des Wortes eine Stütze der Gesellschaft. Wir haben uns mit voller Absicht für unsere Tätigkeit entschieden. Doch wir wollen uns nicht ausnutzen und verbrennen lassen. Wir fordern einen gerechten Lohn und gerechte Arbeitsverhältnisse.

Aufwerten jetzt!

Dietmar Schwalm, Sozialarbeiter

Autor:

Dietmar Schwalm aus Arnsberg

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