"Foto, Foto!"

Die Serpentinenstrasse nach Immouzer wurde von blühenden Mandelbäumen begleitet, die sich wie die übrige üppige Vegetation im rötlichen Felsgestein eingegraben hatte. Hier musste das Paradies für den Botaniker sein oder dem Besitzer einer einschlägigen Lexikons.
Hochaufragende Felsabbrüche erinnerten eindrucksvoll an die Auswirkungen der Wasserkraft, die sich hier einmal im Jahr zur Zeit der Regenperiode durchsetzt. Riesige Geröllsteine belagerten das zerklüftete Flussbett, das irgendwo jenseits einer kleinen Palmenoase im Schatten des aufragenden Felsgesteines eine größere Wasserstelle hinterließ. Eine Art Rohr machte sich das Gefälle der Schotterstraße zu Nutze und bewässerte ein gartenähnliches Feldstück. In kühler, erfrischender Wind wehte zu uns herüber.
Einige junge Männer saßen mit entblößtem Oberkörper um die Wasserstelle herum und scheuerten mit handgroßen Kieselsteinen Wäschestücke, die sie anschließend immer wieder durch das Wasser zogen. Nach dieser Prozedur legten sie die Kleidungsstücke über igelförmige Sträucher zum Trocknen.
Inzwischen suchten zwei junge Burschen auf ihrem Esel unseren Kontakt.
„Parlez vous francais?“ lächelten sie.
Und mit Händen und Füßen erfuhren wir, dass sie in ihrer Schule arabisch und französisch lernten. Ihr Esel fächelte sich mit Schwanz Luft zu, während der eine Bursche meine kleine Tochter zu sich auf den Esel zog.
„Foto, Foto!“ forderte er.
Ich musste ihn enttäuschen. Ich hatte die Kamera im Hotel vergessen.

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