Deutsche Meisterschaften in Berlin - im Tempel von Hertha BSC
DM in Berlin und neben Klosterhalfen und Mihambo war Julia Altrup am Start

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Am Sonntag ging es für Julia Altrup erstmals nach Berlin zu den Deutschen Meisterschaften ins Olympiastadion

„Am 29.7. erfuhr Julia Altrup, unsere ehemalige LAC Veltins Hochsauerland / TV Neheim Athletin, dass sich nicht ausreichend Läuferinnen für die 1500m in Berlin angemeldet hatten. Der DLV setzte eine erweiterte Qualifizierungszeit an, und gab ihr 6 Tage vorm Rennen ganze 2 Stunden Zeit, sich zu entscheiden, ob starten oder nicht.

Julia: „Glücklicherweise hatte ich sowieso geplant, zum Zuschauen nach Berlin zu reisen, hatte also schon alles gebucht, aber ich hatte weder trainiert, noch ein anständiges Hotel gebucht, sodass ich jetzt erstmal die Hosen voll hatte.“

3 Tage kämpfte sie noch ein Hotel zu finden und endlich auf der Teilnehmerliste zu erscheinen. Dann ging es Samstag früh auch schon los. Der erste Tag war dem auszukundschaften, dem sich beruhigen und an 35.000 Zuschauer zu gewöhnen geschuldet. Ein Vorlauf war mit 12 gemeldeten Läuferinnen gar nicht erst angesetzt. Das hieß für Julia direkt Finale. Finale bei den Deutschen Meisterschaften. Im Olympiastadion in Berlin. Vor 35 Tausend Zuschauern.



Julia: „Ich würde lügen wenn ich behaupten würde, ich hätte die Hosen nicht voll gehabt.“

Sonntag Abend war es dann plötzlich schon so weit. Nach dem Aufwärmen ging es durch die Tunnel von unten an das Marathontor heran. Im Callroom gab es die letzten Kontrollen und Einweisungen und plötzlich stand sie auf der heiligen blauen Bahn! Ein paar letzte Steigerungen, Ansage vom Stadionsprecher, Vorstellung der beiden Favoritinnen, und schon standen Sie an der Startlinie. 8 Läuferinnen waren angetreten.

Julia: Meine Nervosität war plötzlich weggefegt. Ich hatte mir von vornherein keine Zeit vorgenommen, keine Zwischenzeiten ausgerechnet, wollte einfach mitlaufen und das Rennen auf der blauen Bahn genießen. Hatte mir gar keinen Druck gemacht, und stand plötzlich total entspannt an der Linie. „Nur nicht letzte werden“, das war mein Ziel. Mein Plan war, im Pulk mitzulaufen, es würde ja vermutlich ein taktisches Rennen geben, und dann gegen Ende, wenn die schnelleren Läuferinnen um die Platzierungen kämpfen, einfach nur noch ins Ziel kommen.Dann hieß es „Auf die Plätze“ und Schuss! Und schon war mein toller Plan in Luft aufgelöst. Womit ich nämlich nicht gerechnet hatte, war, dass die spätere Siegerin, Caterina Kranz, vorne weg die WM Norm laufen will. So wurde es von Beginn an ein viel zu schnelles, und ab 200m nach dem Start ein sehr einsames Rennen. Gemeinsam mit einer anderen nachgerückten Läuferin bin ich mit gefühltem riesigen Abstand durchs Olympiastadion gelaufen, keine Ahnung, was die Zwischenzeiten waren, oder was sie hätten sein sollen. Also hab ich versucht, mich vom Publikum „tragen“ zu lassen.“

250m vor dem Ziel verschärften die Beiden das Tempo und sie kamen exakt mit der gleichen Zeit über die Linie gespurtet. Später stellte sich heraus, dass Julia ich noch ein paar Tausendstel vor ihr war. Und dann, viel zu schnell, um das Publikum und das Stadion nochmal zu „genießen“, wurden sie von der Bahn geholt. Schnell ein paar Dopingtests, Interviews und Fotos und schon war es vorbei.

Julia: Zugegeben, zuerst war ich ziemlich enttäuscht. 4:34 ist nicht das, was ich mir erhofft hatte, und es war viel zu schnell vorbei, um etwas vom Stadion, der Bahn und den Zuschauern mitzubekommen. Aber je länger ich darüber nachdachte, desto stolzer war ich dann doch:

Ich war in Berlin im Olympiastadion vor 35 Tausend Zuschauern gelaufen, und war bei deutschen Meisterschaften 7. geworden!

Ziemlich cool! Lena, Arne, Ida und Max waren extra gekommen, um mich zu sehen, viele Freunde und meine Familie saßen zuhause vorm Fernseher, um mich zu sehen (und haben mich immerhin im Hintergrund der Speerwerfer 2mal vorbei rennen sehen). Es war doch schon ziemlich cool! Ein Wahnsinns Erlebnis. Und ein Wahnsinns-Abschluss einer tollen Saison!
Die Urkunde wird sie sich auf jeden Fall einrahmen. Das Wochenende kann sie nie wieder vergessen! Wurde da nicht ein Trauim eines jeden Athleten wahr? Aus LAC Veltins Hochsauerland sicht beglückwünschen wir Julia. Zugleich sind wir natürlich auch etwas traurig, dass Oliver Ollesch leider nicht dabei sein konnte.

Autor:

Michael Küsgen aus Arnsberg

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