Grußwort des Balver Bürgermeister Hubertus Mühling

Balves Bürgermeister Hubertus Mühling

„Verehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger,
werte Balverinnen und Balver

Was für ein Jahr, dieses 2012 !?

So oder so ähnlich geht es neben mir sicherlich vielen von ihnen am Ende dieses Jahres 2012.
Haben wir Ende letzten Jahres noch gehofft, dass unser Krankenhaus doch irgendwie überlebensfähig ist, so wurden wir alle mit der harten Realität Anfang des Jahres konfrontiert. Das Haus wurde im Frühjahr geschlossen und die Betten abgemeldet. Ein Tiefpunkt in der jüngeren Geschichte unserer Stadt.
Aber was wäre Balve, wenn es nicht immer wieder Menschen in unserer Geschichte gegeben hätte, die sich gerade in besonderen Situationen für die Gemeinschaft einbringen und aus Krisen Neues aufbauen.
Auch in dieser Situation hat es wiederum solche Menschen aus Balve gegeben, die sich gekümmert, die sich gesorgt haben und uns am Ende des Jahres ein Konzept vorstellen konnten, welches ab dem kommenden Jahr mehr medizinische Versorgung bieten kann, als wir sie je hatten.
Ich darf sie alle bitten, machen sie von diesen Angeboten Gebrauch und helfen sie dadurch, dass der Gesundheitscampus Sauerland auch wirtschaftlich tragfähig ist.
Denn eine gute medizinische Versorgung wird gerade für uns im ländlichen Raum immer schwieriger, denn wir sehen, wie rasch sich mittlerweile auch in Balve der Bevölkerungsrückgang bemerkbar macht. Die Prognosen sagen voraus, dass wir in gut 20 Jahren nur noch knapp 10.000 Einwohner in unserer Stadt zählen. Das braucht uns nicht zu erschrecken. Wir müssen nur vielmehr früh genug auf diese Entwicklung reagieren, um unsere Strukturen auf die sich verändernden Bevölkerungszahlen anzupassen. Und dieses Anpassen an die sich ändernde Gesellschaft, wollen wir im nächsten Jahr mit ihrer aller Hilfe auf den Weg bringen. Wir alle haben mit dem Dorfentwicklungskonzept die Möglichkeit, Vorschläge und Ideen für die Zukunft in den einzelnen Ortsteilen zu unterbreiten. Gemeinsam erarbeitete Konzepte finden auch eine gemeinsam Akzeptanz.
Denn dass die Entscheidungen für die Zukunft nicht immer einfach sind, zeigen uns zur Zeit die Diskussionen um die Balver Schullandschaft. Auch hier mussten und müssen Entscheidungen über Schulformen und Schulstandorte getroffen werden. Geburtenjahrgänge von nur noch rd. 75 Kindern pro Jahr gegenüber Jahrgängen von rd. 140 Kindern haben Änderungen zur Folge, ob wir dies wollen oder nicht.
Ähnlich verhält es sich mit der Finanzsituation unserer Stadt. Diese ist seit vielen Jahren durch ein regelmäßiges Minus gekennzeichnet, welches für uns alle fast schon zur Gewohnheit geworden ist.
Leider auch zur Gewohnheit geworden sind die ständig steigenden Kosten im Sozialbereich, die wir an den Märkischen Kreis abführen müssen. Trotz aller Sparbemühungen in unserem eigenen, selbst zu verantwortenden Haushalt, wachsen diese Kosten von Jahr zu Jahr. Grund hierfür ist im Wesentlichen die steigende Anzahl von Bedürftigen in unserer Gesellschaft und leider auch die ständig steigenden Standards in den von uns zu zahlenden Sozialbereichen. Zu dieser Wahrheit gehört leider auch, dass wir alle diese ständig steigenden Kosten durch uns mit den von uns zu entrichtenden Steuern zu bezahlen haben.
Dies führt unweigerlich zu Steuererhöhungen im städtischen Bereich, wenn wir nicht Jahr für Jahr diese Kosten durch weitere Kredite decken und diese somit unseren Kindern auflasten wollen.

In unserer Gesellschaft muss all jenes, was wir von der Gesellschaft fordern, auch von dieser finanziert werden. Tun wir dies nicht, stehen wir irgendwann vor dem Bankrott, wie heute bereits einige Städte in Nordrhein-Westfalen.
Sie sehen, alles keine einfachen Aufgaben, die in Zukunft vor unserer Tür stehen.
Aber gerade in solchen Situationen ist es wichtig, dass alle gesellschaftlichen Kräfte und Parteien sich redlich um unser Gemeinwohl bemühen.
Und wenn ich einen Wunsch für 2013 frei hätte, dann würde ich mir von den genannten schwierigen Zeiten die uns bevorstehen, eben genau das redliche Zusammenwirken wünschen, welches wir brauchen, um das Schiff Balve durch das kommende Fahrwasser zu manövrieren. Ich lade alle ein, an der Gestaltung unserer Zukunft mitzuwirken.

Ihnen allen wünsche ich für 2013 alles Gute und vor allem Gesundheit.

„Säu faste ärre Balve“

Hubertus Mühling
Bürgermeister Balve

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