Aus der Vergangenheit lernen: Neue Internetseite informiert über jüdisches Leben in Castrop-Rauxel

Ulrich Werkle und Gisbert Baranski (v.l.) haben gemeinsam eine neue Internetseite über die Synagogengemeinde Castrop-Rauxel ins Leben gerufen.          Foto: Thiele
  • Ulrich Werkle und Gisbert Baranski (v.l.) haben gemeinsam eine neue Internetseite über die Synagogengemeinde Castrop-Rauxel ins Leben gerufen. Foto: Thiele
  • hochgeladen von Verena Wengorz

„Die Menschen sollen mehr Respekt, mehr Toleranz entwickeln und sich mehr Wissen über andere Religionen aneignen“, wünscht sich Gisbert Baranski. Als der Hobby-Historiker im vergangenen Jahr zu einer Ausstellung über die jüdische Gemeinde Castrop-Rauxel einlud, stieß er auf eher geringes Interesse. Nun wurden die Inhalte der Ausstellung von Ratsherr Ulrich Werkle (Bündnis 90/Die Grünen) in digitaler Form für das Internet aufbereitet.

Dass diese wichtigen Dokumente, die Gisbert Baranski in mühsamer Kleinarbeit zusammengetragen hatte, einfach wieder in einem Keller verschwinden sollten, konnte Ulrich Werkle nicht fassen. „Ich fand das nicht gut. So etwas muss allen zugänglich gemacht werden“, erklärt der Politiker, dem das Thema der Ausstellung sehr am Herzen liegt. „Fremdenfeindlichkeit gibt es leider noch immer in der Mitte unserer Gesellschaft. Gerade darum ist es wichtig, aus der Vergangenheit zu lernen“, betont er.
Als gelernter Software-Entwickler hatte Werkle deshalb angeboten, eine Homepage zu erstellen und die Inhalte dort allen interessierten Nutzern zur Verfügung zu stellen. Seit Kurzem ist diese Seite (www.synagogengemeinde-castrop-iw.de) nun online.
Auf insgesamt 47 Tafeln wird die Geschichte der Synagogengemeinde Castrop-Rauxel sowie das Leben und Wirken des jüdischen Lehrers, Predigers und Kantors Wilhelm Ullmann dokumentiert. Zahlreiche Fotografien, handschriftliche Dokumente, Zeitungsartikel und andere Texte berichten vom Leben jüdischer Mitbürger in Castrop-Rauxel von 1699 bis 1942.
Grundlage der neuen Internetseite ist sowohl eine Ausstellung, die Baranski im Jahr 1984 gemeinsam mit Ursula Kathriner und Klaus-Michael Lehmann im Alten Rathaus organisierte, als auch die zuletzt in einem leerstehenden Ladenlokal in der Castroper Altstadt gezeigte Ausstellung.
Finanziert wurde die Seite, die rund 850 Euro kostete, von Baranski und Werkle selbst, wie auch durch Spenden von SPD, Grünen und GEW.
Dabei haben die Macher, neben interessierten Castrop-Rauxelern, vor allem auch Schulklassen im Blick. Jede der Informationstafeln kann kostenlos heruntergeladen und im Unterricht verwendet werden.

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