Spurensuche: Hammer Eisenbahnbrücke

Die Eisenbahnbrücke bei Düsseldorf-Hamm.
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Die erste Eisenbahnbrücke zwischen Neuss und Düsseldorf-Hamm wurde am 24. Juli 1870 eröffnet. Ohne Eröffnungsfeierlichkeiten wird die Brücke, die zunächst "König Wilhelms Eisenbahnbrücke" hieß, erstmalig für den Transport von Soldaten und Material auf den Weg nach Frankreich genutzt.

Die ersten Planungen einer Brücke gehen auf das Jahr 1850 zurück. Die preußische Regierung in Berlin lehnte den Bau aber aus militärischen Gründen ab. Die Königliche Eisenbahndirektion in Elberfeld wandte sich 1864 erneut an das Kriegsministerium in Berlin. Die Bergisch-Märkische Eisenbahngesellschaft wollte die Brücke auf eigene Kosten errichten. Am 31. Oktober 1865 wandte sich die Handelskammer Düsseldorf an den preußischen Minister für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten mit der Bitte um Genehmigung einer Eisenbahnbrücke über den Rhein bei Hamm. Schließlich erteilte der preußische König 1867 die Genehmigung.

Für die Schifffahrt wurden vier Öffnungen von 100 Metern Breite und 17 Öffnungen für die Vorlandbrücken gefordert. Im Mai 1868 beginnen die Arbeiten. Am 20. November 1869 ereignet sich ein schwerer Unfall, als ein mit Eisenerz beladenes Schiff gegen ein Brückengerüst stößt und einer der vier Bögen einstürzt. Bei diesem Unglück finden 15 Menschen den Tod.

Erst im Frühjahr sind die Trümmer beseitigt und die Arbeiten können fortgesetzt werden. Aus militärischen Gründen wird das Bauwerk befestigt. Neben den festungsähnlichen Türmen an den Brückenköpfen gab es auch ein Sperrfort. Auf alten Karten ist dieses deutlich zu erkennen. Es wurde 1885 abgerissen.

Der zunehmende Verkehr und militärische Gründe führten zwischen 1909 und 1911 zum Bau einer zweiten Brücke 32 Meter stromabwärts, so dass nun vier Gleise über den Rhein führten. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurden am 3. März 1945 alle Düsseldorfer Brücken gesprengt. 1947 erfolgte der Wiederaufbau einer zweigleisigen Brücke, die aus Teilen der südlichen Brücke rekonstruiert wurde. Die Ruine der südlichen Brücke wurde nicht wieder aufgebaut, die Eisenteile wurden verschrottet, Pfeiler und Brückentürme blieben jedoch stehen und verfielen mit der Zeit.

Der Bau der Ost-West-S-Bahn S 8 machte 1984 einen Neubau der Hammer Eisenbahnbrücke mit einer Erweiterung auf vier Gleise erforderlich. Dabei wurde auch die Öffnung für die Schifffahrt erheblich erweitert. Die neue Brücke wurde in der Lage der südlichen Brücke errichtet. Die neue Brücke entstand mit einem Fachwerkversteifungsträger mit einer 250 Meter langen Stabbogenbrücke, in Erinnerung an die alte Bogenkonstruktion. Die alte nördliche Brücke wurde daraufhin abgerissen, übrig blieben die Brückentürme als Relikt der ersten Brücke von 1870. In den Türmen auf Hammer Seite hat heute der Verein Bergische Lehnsritter e. V. seinen Sitz.

Mehr Eisenbahngeschichten gibt es in meinem neuen Buch.

Die Eisenbahnbrücke bei Düsseldorf-Hamm.
Die Eisenbahnbrücke bei Düsseldorf-Hamm.
Autor:

Norbert Opfermann aus Düsseldorf

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