Überfall bei "Stammheim": "bambi" feierte 50-Jähriges mit jeder Menge Anekdoten

Bei der Jubiläumsveranstaltung gab es jede Menge historische Geschichten zu hören, auch von den Zuschauern. (links die beiden Kinobetreiber Udo Heimansberg und Kalle Somnitz. Foto: Siegel
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  • Bei der Jubiläumsveranstaltung gab es jede Menge historische Geschichten zu hören, auch von den Zuschauern. (links die beiden Kinobetreiber Udo Heimansberg und Kalle Somnitz. Foto: Siegel
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Es ist kaum vorstellbar, aber Realität: zur Premiere des Films „Stammheim“ 1986 stürmten Demonstranten das Kino und sperren die Besucher ein. Erlebnisse wie diese zeugen von einer lebhaften Geschichte. Bei der Jubiläumsfeier des „bambi“-Kinos gab es jede Menge davon.

Der Charme der Historie ist immer noch gut zu spüren. Mahagonivertäfelung, antiquierte Beleuchtung und zwei urige Vorführräume mit Leinwänden in bescheidener Größe, wie man sie nur noch in den verbliebenen letzten alten Kinos, wie dem 50 Jahre alten „bambi“ an der Klosterstraße vorfindet. Keine Klimaanlage.

Flucht nach vorne

Wer das „bambi“-Kino besucht, muss das wissen, besonders an heißen Tagen und bei vollem Saal. Aber echte Kinofreunde scheren sich da nicht drum.
Udo Heimansberg und Kalle Somnitz halten heute noch die Fahne hoch. Und sie sind zurecht stolz drauf, das „bambi“ bis heute aufrecht erhalten zu haben.
Sie haben alle schwierigen Zeiten mit Bravour gemeistert. „Als wir erfahren haben, dass die ersten Multiplexkinos aufmachen, sind wir die Flucht nach vorne angetreten“, sagt Heimansberg. Die Lösung war ein Zusammenschluss der Düsseldorfer Filmkunstkinos zu einer GmbH 1998. Nur das gewährleistete ein Überleben.

Heute schon längst Blu-Ray

Zum Jubiläum erfuhren die Zuschauer in den zwei Sälen nicht nur Anekdoten zur Kinogeschichte, sondern waren den großen Multiplexkinos sogar an diesem Abend einen Schritt voraus. Denn das historische Kino zeigte die Deutschlandpremiere der französischen Komödie „Monsieur Claude und seine Töchter“.
Viele Künstler besuchten in der Vergangenheit immer wieder mal das „bambi“, wenn ihre Werke zum ersten Mal gezeigt wurden: Hape Kerkeling zum Beispiel oder Hans W. Geißendörfer.

1963 Eröffnung

Würden Stan Laurel und Oliver Hardy noch leben, wäre es ihnen sicher eine Freude gewesen, dabei zu sein. Denn dem „bambi“ haben sie ihre Deutschlandkarriere zu verdanken. Filmverleiher Erich J.A. Pietrek, der das „bambi“ 1963 eröffnete, verlieh u.a. die Dick & Doof-Filme in Deutschland. Er war mit dem Produzenten Hal Roach befreundet und hatte die Rechte an diesen Filmen auf Lebenszeit. Sogar der Name „Dick & Doof“ ging auf ihn zurück.
Natürlich ist die Gegenwart längst im Kino angekommen. „Die meisten Filme sind mittlerweile auf Blu-Ray oder DVD zu haben, auch die alten Klassiker“, erzählt Somnitz. Als vor vielen Jahren dann doch mal ein auf Zelluloid gepresster Film gezeigt wurde, fiel das einer aufmerksamen Besucherin auf, die sich danach sofort mit den Worten beschwerte: „Ihr Bild wackelt“.

Autor:

Michael Hoch aus Düsseldorf

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