Der Geist im Schlossturm
Seit 520 Jahren spukt es hier

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"Seit 520 Jahren kann man sie sehen!", behaupten viele.
Sachen gibt es, die gibt es gar nicht. Oder etwa doch? Was hat es mit der weißen Frau auf sich, die immer wieder im Düsseldorfer Schloßturm gesehen wird ? Zunächst das Beruhigende, sie hat noch nie Unheil angerichtet und wer sie zu sehen bekommt, braucht keine Angst zu haben. Aber etwas gruselig ist es schon, wenn der Betrachter sie zum ersten Mal sieht.

Ein Museum in Düsseldorf, direkt am Rhein gelegen. Alle erdenklich technischen Errungenschaften der modernen Zeit und dennoch spukt es.
Wer dort herumgeistert, davon erzählt die folgende Geschichte.
Jakobe von Baden heiratete vor über 400 Jahren Johann Wilhelm, den Jungherzog.
Leider war Jakobe ein wenig depressiv, weil sie keine Kinder gebären konnte.
Zudem regierte inoffiziell der Stadtrat, da Johann Wilhelm und sein Vater, der Herzog, durch geistige Defizite das Land nicht regieren konnte.
Der "Schenkern", Marschall Waldenburg, spann Intrigen über Intrigen und setzte stets seine eigenen Interessen am Hofe durch. Dieses Mißviel der Herzogin, Jakobe von Baden, und sie versuchte ihre eigene politische Meinung durchzusetzen. 1592 starb der Vater von Johann Wilhelm und dessen jüngste Tochter Sybille stritt sich oft mit Ihrer Schwägerin. Es soll überliefert sein, dass sie zu Jakobe einst sagte:
"Du warst meinem Bruder untreu und bist eine böse Gesetzesbrecherin“, und verbreitete diese Verleumdung im ganzen Land. Sie verbündete sich mit Waldenburg, welche bald Jakobe im Schloßturm gefangen hielt.
Jakobe war jedoch eine Kämpferin und ließ Beweise für die falschen Anklagepunkte herbeitragen. Der Erfolg und die Freilassung standen kurz bevor.
Wäre da nicht die Nacht am 03. September 1597 gewesen, in der die Herzogin Jakobe tot in ihrem Zimmer im Schloßturm aufgefunden wurde. Die offizielle Todesursache sollte ein Schlaganfall sein. Die Beerdigung fand in der Kreuzherrenkirche zu Düsseldorf statt.
Augenzeugen berichteten von Würgemalen am Hals der Herzogin, sodass die Bevölkerung den vermeintlichen Schlaganfall nicht glaubte.
Es kam das Gerücht auf, das Schenkern ein Mörder sei und sie umbrachte.
Seit dieser Zeit sieht man oftmals um Mitternacht den Geist der Jakobe von Baden, in ihrem weißem Kleid im oberen Schloßturm vorbeischweben.
Da Zeugen unabhängig voneinander Würgemale am Hals sahen, ist dieses der Beweis für die Erdrosselung. Oftmals sieht man noch heute die blutverschmierte Jakobe als Geist wehleidig am Fenster sitzen.
Während der letzten Renovierungen des Schloßturmes vor einiger Zeit, wurde Jakobe von den Bauarbeitern gesehen.
Als alter Düsseldorfer kann ich nur sagen, dass es in der Rheinmetropole viele Spukgeschichten gibt, deren Glaubwürdigkeit nicht in Frage gestellt werden sollte.
Jedenfalls werde ich im September den Turm meiden.

Autor:

Olaf Oberkalkofen aus Duisburg

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