Master of the light

Manfred Kluth mit Tochter Martina Maria Solitair bei der Verleihung des red dot award.
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  • Manfred Kluth mit Tochter Martina Maria Solitair bei der Verleihung des red dot award.
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Manfred Kluth aus Hilden kann Autos verschwinden lassen wie in dem James-Bond-Film „Stirb an einem anderen Tag“. Das hat mit Magie oder Filmtricks nichts zu tun, sondern nennt sich onLEDTV. Mit diesem visuellen Informations-System werden mittels LED-Technik Bilder, Texte oder Filme auf einer Infowand erzeugt, die insbesondere aus der Distanz oder in der Dunkelheit wahrgenommen werden. Je näher der Betrachter herantritt, desto bewusster werden jedoch die Exponate hinter onLEDTV wahrgenommen. Mit dieser selbst entwickelten und produzierten Innovation sowie mit dem „Light Attendent“ – einem energiesparenden Licht-Begleiter für lange Flure oder Tunnels – hat Kluth 2010 den weltweit renommierten „red dot award für product design 2010“ gewonnen.

Manfred Kluth hat sich auf großflächige Lichtsysteme für den gehobenen Anspruch und digitale Lichtsteuerungen spezialisiert. Angefangen hat er als Elektriker im Daimler-Benz-Werk in Düsseldorf-Derendorf. Stolz zeigt er mir einen roten Mercedes-Pritschenwagen, der 1967 zu seiner Lehrzeit vom Band gelaufen ist und den er aus Nostalgie sowie zu Werbezwecken erworben hat. „Darauf werde ich noch eine Lichtreklame installieren“, erzählt er. 1981 machte er seine Meisterprüfung und gründete sein eigenes Unternehmen.

Damals war er der erste Spanndeckenverleger in Deutschland und erfand eine elektrifizierte Leiste, an der sowohl die Leuchte als auch die Spanndecke befestigt werden. Mit einer schwarz spiegelnden Lackdecke wirken niedrige Räume größer. „In Kellerräumen, insbesondere in Tresorräumen von Banken kann man damit eine andere Raumwirkung erzeugen“, sagt Kluth. Auf die erste Erfindung folgten weitere Neuentwicklungen, insgesamt 86 Patente hat Manfred Kluth angemeldet.

Die Produktpiraten sitzen nicht nur in Fernost
Dass Patente nicht vor Produktpiraterie schützen, musste er schon bitter erfahren. „Das sind nicht nur die allgemein als böse Kopierer verschrienen Chinesen, sondern auch bekannte Zulieferer aus der Elektroindustrie“, weiß Kluth zu berichten. Selbst Professoren schreckten vor Ideenklau nicht zurück. Auch dass ein gewonnener Prozess nicht gleich Entschädigung bedeutet, hat Kluth lernen müssen. Oft verschanzten sich die Großen hinter ihren Anwälten, so Kluth.

Das Kribbeln in den Fingern und das Tüfteln liebt er an seinem Handwerk. Und es kribbelt noch sehr oft, um weitere Produkte neu zu entwickeln oder zu verbessern. „Maßgefertigte Sachen kann man nicht importieren. Deshalb ist das Handwerk die Wirtschaftsmacht von nebenan“, betont Kluth.
Zu den Referenzobjekten des Unternehmens mit zehn Mitarbeitern, das in Deutschland, Österreich und im benachbarten Europa tätig ist, zählen u.a. das Museum K 21 in Düsseldorf, RTL in Köln oder das Museumsquartier in Wien.

Manfred Kluth mit Tochter Martina Maria Solitair bei der Verleihung des red dot award.
Lichthimmel.

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