Ohrfeige für alle Schützenvereine!

Nun sind die Schützen wieder einmal im Gespräch: die deftige Abfuhr der UNESCO Kommission bei der Frage um eine Anerkennung des Schützenwesen als immaterielles Kulturerbe wirft Fragen auf.
Grund zur Ablehnung waren die Diskussionen um einen muslemischen Schützenkönig im Jahr 2014.

Wer das Schützenwesen verstehen will, muss wissen: diese Gemeinschaften bildeten sich bereits im Mittelalter und haben zwei Ursprünge:
a) als Bürgerwehr zur Verteidigung der Heimat und Unterstützung der heimischen Heere
b) als Bet,- und Notgemeinschaft kirchlichen Ursprungs zum Zweck einer Solidargemeinschaft.

Letztere sind bis heute kirchlich orientiert, der katholischen Kirche angeschlossen und im BHDS (Bund der historischen Deutschen Schützenbruderschaften) verbunden.
In einer solchen (katholischen orientierten) Wertegemeinschaft wurde ein muslemischer Schützenkamerad Schützenkönig, das führte zu Streitigkeiten mit dem Verband. Andererseits gibt es außerhalb der Bruderschaften genügend Schützenvereine, die für Jedermann offen sind.

Der Unterschied zwischen Bruderschaften und Bürgerschützen ist vielen Mitmenschen nicht bekannt. Scheinbar auch der UNESCO Kommission und vielen Medien nicht. So finden sich dann statt journalistischer Recherche und neutraler Berichterstattung eher Spott und Schmährufe.

Keine einzige Zeitung hat darüber berichtet, dass aus den deutschen Schützenvereinen alljährlich eine Wertschöpfung von rund € 864 Mio. durch ehrenamtliches Engagement in Richtung Allgemeinwohl fließen. Nirgendwo ist die Rede von Sammlungen und Spenden für soziale Zwecke, von Jugendarbeit, Altenpflege Hilfe für Bedürftige.

Statt dessen liest man bei STERN Online:
„Warum sollten Schützenvereine überhaupt geschützt werden? Was an ihnen ist so wunderbar, dass es unter die Obhut der Unesco gestellt werden müsste? Ihr Umgang mit Großkaliber-Waffen? Das Rumgeballere bei sogenannten Shotevents? Die Kalaschnikow-Meetings? Oder die karnevalesken Aufmärsche in Phantasieuniformen und mit "Fahnenschlag"?
Auch auf Kuriositäten wie das Vogelschießen, das Ringstechen und das Scheibenschießen könnten wir gut verzichten. Und wenn die Schützen dazu noch reaktionäres Gedankengut verbreiten, dann tschüss.“

Das ist eine Ohrfeige ins Gesicht eines jeden Schützen.

Dabei sollten sich die Vorurteile vom vorgenannten „Rumgeballer“ in Zeiten der strengen Auflagen und Sicherheitskonzepte längst erledigt haben, Kalaschnikows wird es wohl auf keinem Schießstand geben und bei der Frage nach reaktionärem Gedankengut muss man einfach zurückfragen: „Darf ich als deutscher Christ Mitglied im islamistischen Kulturverein werden?“

Warum werden Schützenumzüge verunglimpft? Sie sind genau wie andere Brauchtumsumzüge Teil unserer Kultur.

Die Uniformen werden bemängelt, haben nicht auch andere Gemeinschaften (Sportvereine) eine einheitliche Kleidung? Was würde den Kritikern denn passen? Badehosen vielleicht? Die Schützenuniformen passen zur Herkunft, Tradition und Zielen dieser Gemeinschaften!

Schützen sind in einem gleichberechtigten Miteinander, egal ob Promovierte, Bauarbeiter, Kaufleute oder Normalbürger, dieses ohne Standesdünkel und sogar über Grenzen hinweg, die älteste bürgerliche Vereinigung dieses Kontinents.

Das ist ein Miteinander, wie es sich die meisten Menschen wünschen, sogar für ein einiges Europa vorstellen könnten. Ein Miteinander in dem man sich versteht und unterstützt, wo aber auch Ordnungen und Prinzipien gelten.

Bedauerlich ist die Tatsache dass Schützen(Vereine) sich meist nur lokal sehen und präsentieren und so auch von der Öffentlichkeit wahrgenommen werden.
Dabei sind Millionen von Schützen europaweit verbunden, könnten voneinander lernen und profitieren.

Jetzt gibt es eine Facebookgruppe die dazu dient einen Gedankenaustausch aber auch Erfahrungen Pro Schützen anzuregen. Zu finden über „Schützen schützen“
oder über das Portal schuetzenwesen.eu

Autor:

Rene Krombholz aus Düsseldorf

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