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Über 2500 Besucher beim ersten Wollfestival in Düsseldorf

Über 2500 Besucher kamen am Wochenende zum ersten Wollfestival in die Rheinterrasse. - Foto: C. Hötzendorfer
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Am Wochenende war die Rheinterrasse das Mekka für alle, die an der (Woll-)Nadel hängen. Dort trafen sich Strick- und Häkelenthusiasten zum ersten Wollfestival in Düsseldorf, das an den beiden Tagen über 2500 Besucher anzog. Die fachsimpelten, tauschten Erfahrungen aus oder ließen sich die Grundlagen des Strickens vermitteln. Rund 50 Aussteller boten unterschiedlichste Wolle und Zubehör an. Dabei wurde eins deutlich: Nadel und Knäul nehmen inzwischen nicht nur alle Altersgruppen in die Hand, auch die Herren entdecken das Hobby für sich.

Von wegen stricken ist ein angestaubtes Hobby. Wer am Wochenende in der Rheinterrasse vorbeischaute, rieb sich erstaunt die Augen. An den Ständen tauschten sich Wollfans aller Altersgruppen aus. An einem langen Tisch im Gastrobereich hatten es sich ein paar Herren mit Wollknäul und Nadel bequem gemacht. Während einige Männer „mit mussten“, trifft sich diese Gruppe regelmäßig einmal im Monat zur gemütlichen Klön- und Strickrunde. „Strickende Männer sind gar nicht so selten. Früher war es sogar üblich“, stellt Michael Deiting-Meißelbach, Gründer von Maleknitting Cologne, klar. Den Umgang mit der Nadel hat der Kölner von seiner Mutter gelernt. „Das ist gut drei Jahrzehnte her“, gibt der Kölner zu. Wie für viele war Stricken noch Teil des Unterrichts an seiner Grundschule. Vor fünf Jahren entdeckte Michael Deiting-Meißelbach das Hobby neu, hängt seitdem begeistert an der (Woll-)Nadel und gründete eine Männer-Strick-Community. „Durch die Männergruppe habe ich zum Beispiel gelernt, wie man Socken strickt“, gibt er zu. Besagte Gruppe traf sich anfangs im Laden von Daniela Johannsenova. Als sie diesen vor zwei Jahren zumachte, um sich ganz auf das Wollfestival zu konzentrieren, suchten sich die Herren eine andere Wirkstätte. „Doch beim regelmäßigen Treffen blieb es“, betont Michael Deiting-Meißelbach.

Ein Festival für Strickenthusiasten

Die Idee, einmal ein Festival rund ums Stricken zu veranstalten, kam Daniela Johannsenova vor fünf Jahren. Die Neusserin hatte damals ein Wollgeschäft in Köln. Da lag es nahe, die erste Auflage in der Domstadt zu veranstalten. „Doch dort waren wir von den Kapazitäten her einfach zu beengt, weil wir aus dem ursprünglichen Konzept längst hinausgewachsen sind“, bringt Daniela Johannsenova ihre Motivation auf den Punkt, sich nach einer neuen Location umzuschauen. Mit der Rheinterrasse hat sie den optimalen Veranstaltungsort gefunden, wie sie betont. „Wir können hier zwei Ebenen und die Terrasse nutzen“.

Metallspinnräder und vegane Schafwolle

Während im langen Gang zum großen Saal eine Wollfühlbar, zum anfassen und sich inspirieren lassen animiert und die Designerinnen Anke Telichow und Claudia Eisenkolb Schnittmuster ihrer Kollektionen anbieten, zeigt Katharina Stoll im Untergeschoß ihre Schätzchen. Seit einigen Jahren sammelt die Schmiedin Spinnräder aus Metall. Ihr ältestes Stück ist rund 100 Jahre alt. In liebevoller Kleinarbeit restauriert sie die historischen Spinnräder.
Yasmin Groß hat eine andere Leidenschaft. „Ich wollte immer gerne filzen und mir Kleidung aus einem Stück fertigen, weil ich nicht nähen kann“, verrät sie. Durch eine Freundin, die alte, vom Aussterben bedrohte. Schafrassen hält, kam sie darauf, deren Wolle zu verarbeiten. „Die Schäfer bekommen ihre Wolle heute kaum mehr verkauft, besonders dann nicht, wenn es bunte Schafe sind“, weiß Yasmin Groß. Anfangs verarbeitete sie nur die Wolle der Freundin. Inzwischen kauft sie auch Wolle anderer Schäfer für ihre Filzkunst an.

Ein Herz für den guten Zweck

Daniela Johannsenova liegt soziales Engagement am Herzen. So gibt sie verschiedenen gemeinnützigen Vereinen auf ihren Wollfestivals ein Forum, wie der Initiative Kölner Herzkissen e. V. Ehrenamtlich nähen die Mitglieder herzförmige Kissen für Brustkrebspatientinnen. „Die können sich die Frauen nach der OP unter den Arm klemmen, wenn sie eine Drainage bekommen. So wird es für sie angenehmer und sie stärken gleichzeitig das Gewebe“, erklärt Heike Baier-Lueck, Vorsitzende von Kölner Herzkissen e. V. Die Kissen und ebenfalls genähte Taschen für Drainageflaschen und Mützen für Chemopatientinnen, gehen an zwei Kölner Krankenhäuser. In den letzten sieben Jahren hat der Verein rund 1700 Herzkissen genäht. „Wir haben Stoffhersteller, die uns das Material zur Verfügung stellen und viele Spender, die uns unterstützen, denn die Nachfrage nach den Kissen und Taschen wächst kontinuierlich“, so Heike Baier-Lueck.

Claudia Hötzendorfer

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