Eindeutiges Votum: Ein klares Ja zu „G8“

Nach dem Willen der beiden Rektoren soll es das Abitur weiter schon nach zwölf Jahren geben.
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  • hochgeladen von Jörg Terbrüggen

Das neue „Turbo-Abi“ oder verkürztes Abitur nach zwölf Jahren (G 8) schlägt in Nordrhein Westfalen immer noch hohe Wellen. Erst kürzlich traf man sich im Schulministerium um darüber nachzudenken, ob man nicht doch wieder zum G 9 zurückkehren sollte. Was aber sagen die Direktoren dazu? Wir fragten einmal nach den gerade stattgefundenen Abiturfeiern nach.

Das Ergebnis war gleichermaßen überraschend wie eindeutig. Sowohl die Rektorin des Willibrord-Gymnasiums in Emmerich, Inge McKay als auch ihr Kollege vom Gymnasium Aspel in Rees, Klaus Hegel sind gegen die Abschaffung des eingeführten „Turbo-Abis“. Auch wenn die Stimmung im Land etwas anderes auszudrücken vermag. „Wir haben uns an der Schule überhaupt nicht über dieses Thema unterhalten“, verriet Inge McKay. Man nehme das zwar wahr, was G 8 anbelange, ein Gesprächsthema sei es allerdings nirgendwo. „Ich halte die Diskussion auch nicht für sinnvoll“, so die Emmericher Rektorin.
Zur Einführung des so genannten „Turbo-Abis“ sei viel mit der heißen Nadel gestrickt worden. Es gab ständig neue Anforderungen und die Schüler erlebten viel Unruhe. „Die jetzige Abiturientia ist absolut ruhig in sich“, so McKay. Die Lehrer hatten allerdings gemerkt, dass den Schülern ein Jahr an Lebenserfahrung gefehlt hatte. „Doch das hatten sie am Ende gegenüber dem G-9 Jahrgang wieder aufgeholt.“

Rückkehr endet im Chaos

Ihre klare Meinung: „Wenn wir jetzt zum G 9 zurückkehren haben wir nur noch Chaos, und die Kollegen wissen auch nicht mehr wo sie stehen. Das ganze System müsste wieder umgestellt werden, wir bräuchten wieder neue Lehrpläne und neue Bücher.“ In Emmerich bietet die künftige Gesamtschule das Abitur nach 13 Jahren an. „Das Gymnasium kann sich dann über G 8 definieren.“ Allerdings müssten am derzeitigen G 8 noch deutliche Verbesserungen durchgeführt werden: weniger Stundenzahl, eine zweijährige Oberstufe, damit Schüler auch länger im Klassenverbund bleiben. Eindeutig für die Beibehaltung des G 8 Abiturs sprach sich auch Klaus Hegel vom Gymnasium Aspel in Rees aus. „Es ist doch gerade erst eingeführt worden und uns fehlt jegliche Datengrundlage zur Entscheidung, es wieder zurückzunehmen. Das wäre auch unverantwortlich, eine derartige Entscheidung zu treffen.“ Die G 8 Schüler seien nicht sclechter als die G9-Schüler.

Einführung war nicht gelungen

Das Argument, die Schüler hätten zu wenig Freizeit und könnten die Vereine nicht mehr besuchen, lässt Hegel in Rees nicht gelten. „Wir haben hier noch eine nachmittagsfreie Situation. Wir beginnen um 7.35 Uhr und die Schüler kommen spätestens um 15 Uhr aus der Schule. Das hat allerdings nichts mit dem G8 oder G9 Abitur zu tun.“ Hegel bezeichnete die Einführung des Turbo-Abis als nicht gelungen. Für die Sekundarstufe I waren die Lehrpläne ebenso wenig fertig wie die Schulbücher. Es musste viel improviisiert werden.
Doch mittlerweile habe sich das gelegt und man sei auf einem guten Weg. Auch die Pläne für die Sekundarstufe II seien mittlerweile fertig. „Ich würde mir etwas mehr Ruhe für die Gymnasien wünschen, denn bei einer Abkehr müsste alles wieder neu gestaltet werden. Das würde definitiv für mehr Unruhe als Ruhe sorgen.“

Autor:

Jörg Terbrüggen aus Emmerich am Rhein

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