Funkamateure in Emmerich am Rhein
Hermann Römer, DF5EO, erneut zum OVV gewählt und 60 Jahre Mitgliedschaft im DARC e.V.

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Verehrte Leserrinnen und Leser,

die Vorstandswahlen bei den Emmericher Funkamateuren sind gelaufen. Und der alte Vorstand ist zugleich wieder der neue Vorstand.

Alle Vorstandsmitglieder wurden in ihren Ämtern mit großer Mehrheit bestätigt.

Hermann Römer, DF5EO, 75 Jahre jung, nahm die Wahl an und wird für zwei weitere Jahre die Emmericher Club-Funker begleiten und tatkräftig unterstützen. „In zwei Jahren“, so Hermann, „werde ich, wenn das Schicksal es mir erlaubt, 77 Jahre und dann werde ich den Vorsitz an einen jüngeren Nachfolger abgeben“. Hermann weiter: „Solange es geht, werde ich der „Funkerei“ aber immer treu bleiben.

Wenn Menschen einem Hobby aus voller Leidenschaft nachgehen und dann auch noch „seinem“ Verein, dem Deutschen Amateur-Radio-Club e.V. mit Sitz in Baunatal, so lange die Treue hält. Ja, das ist schon was ganz Besonderes.

Heute mit 75 Jahren, denkt Hermann nicht im Entferntesten daran, sein Hobby an den berühmt, berüchtigten Nagel zu hängen. Ganz im Gegenteil. Mit immer neuen Ideen und Zukunftsvisionen schaut Hermann stets nach vorne. Und vor neuen technischen Dingen hat Hermann allemal „keine Ängste“, vielmehr bestärkt es ihn in seinem unermüdlichen Glauben, dass geistige Herausforderungen das Leben so lebenswert machen.

Eigentlich wollte ich gar nicht eine „große Laudatio“ schreiben, nun, ein paar zeitliche Eckpfeiler habe ich aber trotzdem aufgenommen. Dass was Hermann auszeichnet, das wissen wir Funker und auch der DARC. Dennoch ein paar Dinge, die absolut bemerkenswert waren und sind und Hermann (fast) sein ganzes Leben begleitet haben und immer noch begleiten, die sollen erwähnt werden.

Auf die Frage, was ihn nach so vielen Jahren „Funkerei“ mit diesem Hobby immer noch so sehr verbindet, antwortet Hermann Römer:

“Die Faszination liegt einfach darin begründet beim Senden in Bruchteilen von Sekunden mit Funkamateuren in der ganzen Welt kommunizieren zu können. Egal ob sie -um die Ecke- oder -am anderen Ende der Welt- zu Hause sind!“

Schon mit 5 Jahren, erinnert sich Hermann, faszinierte ihn das „Dosentelefon“. Seine erste Berührung mit Wellen, den Schallwellen. Quasi, die „kleine Schwester“ der elektromagnetischen Wellen, welche ja bekanntlich unser Trägermedium für Signale sind. Von da an „begleiten“ Hermann die elektromagnetischen Wellen durch sein bewegtes Funkerleben.

1956, Alexander Theater in Emmerich (lang, lang ist es her), wo heute ein Geldinstitut sein Domizil aufgeschlagen hat, dort begeistert Hermann der Film „TKX antwortet nicht“.
„Funkamateure und Helfer aus aller Welt retten die lebensgefährlich erkrankte Besatzung eines französischen Fischkutters. Im Wettlauf mit der Zeit siegt die völkerverständigende und selbstlose Zusammenarbeit aller Beteiligten.“

Anfang 1959, also mit 15 Jahren, wird Hermann Mitglied im Dachverband der Funkamateure in Deutschland. Der DARC, Deutsche Amateur-Radio-Club e.V., damals noch mit Sitz in Kiel, heute Baunatal, ist der Dachverband für die heute gut 33.000 lizenzierten Funkamateure.

Einige Jahre lauschte Hermann zunächst nur in den Äther hinein aber Mitte der 1970er Jahre war es dann endlich soweit. Nach intensiven Vorbereitungen, absolviert Hermann die Prüfung vor der damaligen Oberpostdirektion Düsseldorf (das ist heute die BNetzA, die Bundesnetzagentur).

Die „Lizenz zum Funken“, die bekommt man nicht geschenkt. Umfangreiches Fachwissen ist gefordert und ein hohes Maß an technischem Verständnis wird bei der Prüfung abgefragt.

1978 gelingt Hermann etwas ganz Besonderes, was bis dahin keinem europäischen Amateurfunker gelungen ist.

Eine SSTV-Verbindung (Standbild-Übertragung, ähnlich Telefax) über den „großen Teich“ nach Detroit (USA). Das ganze „natürlich“ via Satellit, Oscar 7.
1974 wurde Oscar 7 von der Vandenberg Air Force Base in Kalifornien mit einer Delta Rakete in seine Umlaufbahn geschossen. Noch heute können Funkamateure seine Signale empfangen.

Ganze Bücher könnten mit dem Wirken von Hermann über die vergangenen 60 Jahre seines „Funker-Lebens“ gefüllt werden.

Ein „paar Seiten habe ich schon gelesen“ und ein paar Eckpfeiler nenne ich an dieser Stelle.

Seit 1991 ist Hermann nun ununterbrochen Ortsverbandsvorsitzender der Emmericher Funker.

Nun, was bedeutet das? Ortsverbandsvorsitzender?

Ist das so etwas wie ein Abteilungsleiter oder ein Geschäftsführer oder sogar Niederlassungsleiter?

Die erstaunliche Antwort lautet: von jedem etwas! Er steht mit Rat und Tat einer Fachgruppe zur Seite, packt selbst mit an und korrigiert gewisse „Unschärfen“. Er hält seine „Abteilung“ zusammen und „verteidigt“ sie gegen „ungemache äußere Einflüsse“ und fordert und fördert seine „Mitstreiter“. Er hat viel „Papierkram“ zu erledigen, leitet Sitzungen, ist präsent bei allen wichtigen Gremien, hört anderen zu, akzeptiert auch mal konträre Meinungen, sagt seine Meinung und handelt auch so, bleibt dabei geradlinig und lässt sich nicht vom rechten Wege abbringen, im Sinne seiner großen Leidenschaft, dem Amateurfunk.

28 Jahre als OVV, fachlich und menschlich immer präsent zu sein, manchmal private Dinge hinten anstellen zu müssen, dass bedeutet letztendlich Vorsitzender eines Ortsverbandes zu sein.

Über 40 (!!) Jahre Ausbildung in Emmerich am Rhein

Und seit Mitte der 1970er Jahre bildet Hermann angehende Funker aus und begleitet sie bis zur Prüfung vor der BNetzA, der Bundesnetzagentur. Die BNetzA ist nicht nur aber auch so etwas wie der „Hüter der Frequenzen“.

Gut 80 „Newcomern“ hat Hermann in den letzten Jahren zur Prüfung verholfen. Und das bedeutet, umfangreiche Vorbereitungen und vor allem ein nicht zu unterschätzender Zeitaufwand. Gut ein halbes bis zu einem Jahr dauert die Ausbildung, damit ein „Proband“ seine Prüfung ablegen und bestehen kann.
Und, alle haben ihre Prüfungen bestanden.

Das Bild (Hermann bei der Ausbildung an einer Schultafel) wurde vor ungefähr 30 Jahren aufgenommen und auch heute hat sich an seiner Begeisterung bei der Ausbildung nichts geändert.

„Nur ein paar Jährchen „reifer“ geworden“, scherzt Hermann.

1988 wird Hermann mit der „Ruhrgebiet-Distrikt-Ehrennadel“ bedacht.
1992 folgt die „Goldene Ehrennadel“ des DARC für seinen unermüdlichen Einsatz für das Amateurfunkwesen in Deutschland.
1995 ernennen ihn russische Funkamateure aus der Republik Komi zum Ehrenmitglied
2005 Bürgerpreis der Stadt Emmerich am Rhein für sein besonderes ehrenamtliches Engagement.
2009 Ehrung anlässlich seiner 50-jährigen Mitgliedschaft im DARC
2019 60 Jahre Mitgliedschaft im DARC. Urkunde und goldene Ehrennadel

In diesem Sinne, lieber Hermann, noch viele spannende Jahre mit Dir und einen ganz großen Dank für Deinen unermüdlichen Einsatz für den Amateurfunk!

Interessenten sind bei uns immer herzlich willkommen. Schaut mal auf unsere Homepage, www.l04.org, (ausgesprochen: Lima Null Vier) oder auch auf der Homepage unseres Dachverbandes. DARC e.V. Deutscher Amateur-Radio-Club e.V. www.darc.de

In diesem Sinne, bleibt neugierig

DARC e.V.
Deutscher Amateur-Radio-Club e.V.
Ortsverband L04, Emmerich am Rhein

F. Wilhelm Thielen, DC1WTH
Pressesprecher der Emmericher Funkamateure

Autor:

F. Wilhelm Thielen aus Emmerich am Rhein

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