Terroranschläge und Amokläufe in Deutschland

Interview mit dem Mitteldeutschen Rundfunk - Heinz Kraft (links) live verbunden aus dem Studio Dortmund mit dem Studio Leipzig
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Interviews aus Anlass der Amoklagen und Terroranschläge in den Letzten Wochen

Deeskalationstrainer Heinz Kraft (Ennepetal) war Interviewpartner

„Was tun, wenn…?“ Seit den Terroranschlägen und Amoklagen in Würzburg, München, Ansbach… beschäftigt diese Frage viele Menschen. Niemand weiß, wann und wo es als nächstes passiert. Doch wie verhält man sich am besten, wenn man Opfer eines Attentats wird? Wer sich intensiver mit dem Thema beschäftigt, findet schnell mehr Fragen als Antworten.

Nach diesen Gewalttaten erhielt Heinz Kraft, Deeskalationstrainer aus Ennepetal, mehrere Anfragen von überregionalen Medien, das jeweilige Geschehen zu kommentieren oder Hinweise zu zweckmäßigem Verhalten in solchen Situationen zu geben.

Selbst wenn ein Verhaltenskonzept vorliegt – niemand garantiert, das in einer so hochgradigen Gefahren- und Stresssituation auch umzusetzen. Manche Überlegungen sind daher spekulativ, aber im Ernstfall können Vorüberlegungen die Überlegungs- und Reaktionszeiten verkürzen.

Mit dem Thema auseinandersetzen: Auftaktbeitrag in Sat1 „Fahndung Deutschland“

Nach Recherchen zum Thema „Terroranschläge“ entschloss sich Redakteurin Fraya Frömming, hierzu für die neue Serie „Fahndung Deutschland“ bei Sat1 einen Filmbeitrag zu erstellen. Für Amoklagen gibt es den Grundsatz „Run – hide - fight“; ein Terroranschlag hat so viele Parallelen, dass fast alle Verhaltensoptionen übernommen werden können. Für die fachliche Beratung gewann sie Heinz Kraft (Ennepetal). Herausgekommen ist, so Heinz Kraft, eine Art Video-Leitfaden für lebensrettende So-fortmaßnahmen bei „Amokalarm“ und „Terroranschlag“.

Der Film wurde am 7.6.2016 gesendet; mittlerweile ist er aber nicht mehr in der Mediathek abrufbar. Infos gibt es auf Anfrage beim Verfasser.

Messer- und Beilangriff in der Bahn bei Würzburg

Unter dem Titel „Wie verhalte ich mich bei einem Angriff richtig?“ veröffentlichte die „Freie Presse“, erschienen bei der Chemnitzer Druck- und Verlag-GmbH, Chemnitz Verhaltensempfehlungen für einen Messerangriff in der Bahn.
Hier das Interview (21.07.2016): http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/TOP-THEMA/Wie-verhalte-ich-mich-bei-einem-Angriff-richtig-artikel9581549.php#kommentare

Dieser Gewalttat nahm sich auch Sat1 an und berichtete über den Vorfall, den Ablauf und wie sich Bahnreisende in einer solchen Lage verhalten sollten. Die Dreharbeiten erfolgten durch ein Kamerateam in Ennepetal. Leider ist auch dieses Video nicht mehr in der Mediathek von Sat1 abrufbar. Infos zum Inhalt gibt es beim Verfasser.

Amoklauf in München am Olympia-Center

Mehrere Medienanfragen erhielt Heinz Kraft aus Anlass des Amoklaufs vom 22. Juli 2016 in München. Vor allem ging es um die Frage, was vom Handeln des Baggerfahrers zu halten sei, der vom Balkon aus den Attentäter massiv beschimpfte, und wie das für die Entwicklung des Amoklaufs zu bewerten sei.

Focus-online

Unter dem Titel "Irritation ist die einzige Chance / Anwohner bepöbelten Amokläufer - warum das genau die richtige Taktik war“ wies Kraft darauf hin, dass der Baggerführer von Balkon aus den Amokläufer gewahrte, die Situation weitgehend zutreffend einschätzte, ihn lauthals beschimpfte und sogar eine Bierflasche in dessen Richtung schleuderte. Zeitgleich nahm ein anderer Bewohner die Szene mit dem Handy auf. Offensichtlich gab es auf den Balkonen weitere Zuschauer. Nur der Baggerführer handelte und setzte die Mittel ein, die ihm in dem Moment einfielen und zur Verfügung standen. Als „Mann vom Bau“ sprach er rustikal und „Klartext“ und schaffte es, den Amokläufer verbal zu erreichen, zu irritieren und für etwa 2 Minuten an den Ort zu binden. Wohl eher instinktiv erwischte er bei dem jungen Mann einen „Schalter“, mit dem er ihn traf und vorübergehend vom Tatplan ablenkte. Diesen Zeitgewinn konnten viele Menschen am Tatort zur Flucht nutzen und sich in Sicherheit bringen.

Es ist müßig zu diskutieren, ob nach der Eröffnung des Dialogs statt Vorwürfen und Beleidigungen Fragen hilfreicher gewesen wären. Es zählt hier das Ergebnis, den Amokläufer irritiert, für 2 Minuten an das Parkdeck gebunden und von weiteren Morden abgehalten zu haben. Manchmal gilt eben auch „Der Erfolg heiligt die Mittel“.

Allerdings – bei den verbalen Angriffen war der Baggerführer in (relativer) Sicherheit auf dem Balkon und räumlich unerreichbar für den Täter. In einer nahen Begegnung (vis à vis) halte ich Beleidigungen und Beschimpfungen nicht für eine erfolgversprechende Intervention, sondern sie dürften eher zu einer unkontrollierbaren Eskalation führen, und rate daher von diesem Mittel generell ab.
Das vollständige Interview: http://www.focus.de/politik/deutschland/irritation-ist-die-einzige-chance-anwohner-bepoebelten-amoklaeufer-warum-das-genau-die-richtige-tatik-war_id_5756756.html

Bild-online

Inhaltlich in dieselbe Richtung ging das Interview mit Bild-online: http://www.bild.de/bild-plus/news/inland/amoklauf/anwohner-beschimpfte-amoklaeufer-gute-idee-46967632,var=a,view=conversionToLogin.bild.html

MDR Leipzig

In der Sendung „Kripo live“ nahm der MDR Stellung zu den Vorfällen in Würzburg und München. Heinz Kraft war aus dem Studio Dortmund zugeschaltet. Hier der Beitrag: http://www.mdr.de/mediathek/fernsehen/a-z/sendung673380_ipgctx-false_zc-ba8902b5_zs-73445a6d.html (ab Minute 5:00).

Haben Sie Fragen zum Thema? Schreiben Sie mir eine E-Mail.

Autor:

Heinz Kraft aus Ennepetal

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