(Fast-) Skiweltmeister kommt aus Ennepetal
Andreas Sander holt sensationell Abfahrtssilber

Der in Ennepetal geborene Andreas Sander sorgte bei den alpinen Skiweltmeisterschaften im Abfahrtslauf mit seinem zweiten Platz für eine Sensation. Foto: DSV
  • Der in Ennepetal geborene Andreas Sander sorgte bei den alpinen Skiweltmeisterschaften im Abfahrtslauf mit seinem zweiten Platz für eine Sensation. Foto: DSV
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Sensationsergebnis bei den alpinen Skiweltmeisterschaften, die aktuell in Cortina d´Ampezzo ausgefahren werden. Das Deutsche Team gewann drei Medaillen in den ersten drei Rennen. Die Krone setzte diesem herausragenden Ergebnis ein Mann aus Nordrhein-Westfalen auf. Andreas Sander, geboren in Ennepetal, gewann am Sonntag in der Königsdisziplin - der Abfahrt der Männer - Silber. Am totalen Triumph raste der 31-Jährige nur um die Winzigkeit von einer Hundertstel Sekunde vorbei.

Bereits seit 13 Jahren mischt der im Allgäu lebende Sander im internationalen Ski-Zirkus mit, einen Platz unter den ersten Drei in einem Weltcuprennen schaffte er in dieser Zeit nicht. Für diesen besonderen Moment suchte er sich die Weltmeisterschaft aus.

2008 wurde der Westfale Super-G-Junioren-Weltmeister und feierte kurz darauf sein Weltcupdebüt. Riesige Hoffnungen auf Top-Platzierungen waren geweckt. Über Rang fünf ging es dann im Weltcup jedoch nie hinaus, Siege feierte er nur in der "zweiten Ligen" des Skisports, etwa in den Rennen des Europacups. 

1:37,80 Minuten für die Ewigkeit

Doch dann - Cortina. "Ich habe während des Trainings gespürt, dass mir diese Abfahrt sehr liegt. Ich hatte schon beim Start ein Megagefühl und gemerkt, dass da was möglich ist", so Sander nach seiner Fahrt in der ARD-Sportschau. Kurios: Der Läufer mit der Startnummer 1, der Österreicher Vincent Kriechmayr, landete am Ende auf Platz eins. Der Läufer mit der Nummer 2, eben Andreas Sander, nach 1:37,80 Minuten auf Platz zwei. Schnell war klar, dass dies eine sehr gute Zeit ist. Doch würde es bei dem Zwischenstand bleiben? Sander blieb da zunächst noch gebremst und wartete alle 42 Starter ab. "Ich habe nie damit gerechnet als ich im Ziel war, dass ich eine Medaille abhole", so Sander am ARD-Mikrofon. So startete mit dem Schweizer Beat Feuz der große Favorit als Siebter. An Sanders Zeit gab es aber auch für ihn kein Vorbeikommen, er gewann Bronze. 

Der Mann aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis sicherte sich am Sonntag noch einen weiteren Eintrag in das Abfahrts-Geschichtsbuch des Deutschen Skiverbands (DSV). WM-Abfahrtssilber bei den Herren, das glückte vor ihm bisher nur Hans-Peter Lanig (1960) und Michael Veith (1978). Noch besser war nur 1989 Hansjörg Tauscher, der bisher einzige deutsche Abfahrtsweltmeister.

Die drei genannten Herren stammten allesamt aus Orten in den bayrischen Alpen, Sander lernte das Skifahren dagegen auf der Teufelswiese bei Ennepetal. Bis heute startet er für seinen Heimatverein, die SG Ennepetal, obwohl er bereits ab 2004 zum Zwecke der Förderung seines Talents ein Ski-Gymnasium in Berchtesgaden besuchte. Zuvor hatte er die Talentsichter des DSV auf sich aufmerksam gemacht. So wurde er in seiner jeweiligen Altersklasse mehrfacher Westdeutscher Meister und 2004 Deutscher Schülermeister.

Autor:

Marc Keiterling aus Essen

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