"Löwes Lunch": Flirten beim Türken...

Gestern war ich mit einem Kumpel mal wieder beim Türken essen. Wer die türkische Küche z.B. von Gemeindefesten oder Vereinsfeiern her kennt, weiß, die Türken haben es drauf. Viele kleine Gerichte, viel zum Dippen, manches sehr scharf, anderes sehr süß - lecker! Und wer das Glück hat, einmal privat eingeladen zu werden, für den erhält das Wort "Gastfreundschaft" eine neue Dimension. Auch wenn alkoholische Getränke eher selten sind, habe ich immer einen Onkel oder so getroffen, mit dem man Raki trinken konnte. Der Schnaps wird im Volksmund auch Aslansütü (=Löwen-Milch) genannt. Ein Muss also für Löwes Lunch.
Leider sind damit meine Sprachkenntnisse aber schon am Ende, ich kann mir die vielen Lieblingsgerichte nicht so recht merken und spreche sie dann - sehr zur Belustigung der Türken - auch noch völlig falsch aus. Unvergessen mein Auftritt auf der für mich bisher einzigen türkischen Groß-Hochzeit. Als nach Musikwünschen gefragt wurde, forderte ich lautstark Tarkans Super-Hit und skandierte „Sikerim, sikerim“. Dank meiner Aussprache rief ich den über 1.000 Gästen allerdings so was wie „Ich bin paarungswillig, ich bin paarungswillig!“ zu. Aber das ist eine andere Geschichte...
Meinem Kumpel passiert das nicht. Klar, seine Freundin heißt Niegüll. So kamen wir auch gestern wieder schnell mit einer großen Runde neben uns ins Tisch-Gespräch. Man freute sich dort über Besuch aus der Türkei. Und da saß Sie, mein Flirt für diesen Abend, die sechsjährige Derya.
Immer wieder mussten die Tischnachbarn und mein Freund für uns übersetzen. "Serefe" - ja, das heißt so viel wie "Prost". "Mücver" - das sind "Zucchinipuffer". Was hat sie gesagt? Was meint die Kleine jetzt? Deryas Cousin, einem ca. zehnjährigen Basecap-Träger und Fenerbahce-Fan, war das sichtlich schon zuviel.
Nun, das köstliche Mahl wurde zur Nebensache und so hämmerte ich mir viel zu viel von einem rötlichen Käse auf mein Brot. Das wurde immer heißer und schärfer im Mund und - da ich nicht mit Raki nachspülen wollte - griff ich zum Tee. Doch der "Cay" war viel zu heiß, ich verbrannte mir auch noch die Zunge und meine Vorstellung endete mit einem peinlichen Nieß-, Hust- und Röchel-Konzert.
Immerhin Derya fand es lustig. Wie hatte sie jetzt meinen "Anfall" kommentiert? Keine Antwort vom Nachbartisch, man lächelt die Frage weg. Doch diesmal übersetzt der Cousin gerne. "Sie sagt so etwas wie Vollidiot". Danke, bitte, zahlen...

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