Ray Wilson: Eine Stimme zum Niederknien

Ray Wilson hat sich seit Schulzeiten der Musikverschrieben und sich auch nach seiner Genesis-Zeit als Ausnahme-Sänger einen Namen gemacht. Fotos: Lukas
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  • Ray Wilson hat sich seit Schulzeiten der Musikverschrieben und sich auch nach seiner Genesis-Zeit als Ausnahme-Sänger einen Namen gemacht. Fotos: Lukas
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Ex-Genesis-Sänger rockt mit seiner Band im Steinhof

Am heutigen Freitag, 12. Oktober, um 20 Uhr gastiert Ray Wilson, Ex-Sänger von Genesis, mit seiner Band im Steinhof in Duisburg-Huckingen. Zu hören bekommen die Besucher diverse Genesis-Klassiker sowie auch den einen oder anderen Solo-Hit von Peter Gabriel, Phil Collins und Mike Rutherford. Aber auch auf eigene Songs des charismatischen Schotten und Ausnahmesängers darf man sich freuen.
Als ich Ray Wilson zu unserem Gespräch in Duisburg treffe, ist es vor allen Dingen seine Stimme, die mich wieder einmal fasziniert - auch ohne gesanglich in Szene gesetzt zu werden. Es gibt einfach Stimmen, die man nie mehr vergisst. Ray Wilson hat so eine.
So wird es auch den Bandmitgliedern von Genesis gegangen sein. Denn nach dem Ausstieg ihres Leadsängers Phil Collins im Jahr 1996 engagierten Tony Banks und Mike Rutherford als dessen Nachfolger den bis dahin noch relativ unbekannten jungen Schotten. Dieser hatte in den 90er Jahren mit der Band Stiltskin dank des Titels "Inside" bereits einen Nummer-eins-Hit in den britischen Charts gelandet, der letztendlich auch durch einen Werbespot von Levi's bekannt wurde.

Die Zeit nach Genesis

Mit Genesis entstand das gemeinsame Studioalbum "Calling all Stations", es folgte eine große Europatournee - dann, nach zwei Jahren, war Schluss. Obwohl das Album das viert bestverkaufteste der Bandgeschichte war, löste sich die Band auf.
"Danach habe ich quasi zwei Jahre lang nach meiner Seele gesucht. Erst Stiltskin, dann Genesis - ich dachte, das wäre nun meine Zukunft. Und dann gab es diese nicht mehr. Das war sehr schwer. Ich war mir zu diesem Zeitpunkt nicht sicher, ob ich weitermachen sollte", erinnert sich der Musiker an diese schwere Zeit.
Er machte weiter und verarbeitete diesen Abschnitt seines Lebens auf seinem ersten Album "Change" (2003). Kaum zu glauben, aber wahr: Sein erstes Konzert, während seiner anschließenden Solokarriere, spielte er in Wuppertal. Und auch das Ruhrgebiet ist ihm nicht fremd - mehrere Male gastierte er in den vergangenen Jahren bereits in Duisburg (Steinhof, Landschaftspark, Stadtfest) sowie in Bochum (Christuskirche).
Er, der mit Genesis, die großen Stadien füllte, bevorzugt bis heute die kleineren Spielorte. "Ich mag diese Intimität, ich mag es die Gesichter der Leute zu sehen und auch nach dem Konzert mit den Menschen in Kontakt zu kommen. Sicherlich sind große Stadien auch für einen Musiker faszinierend, aber ich würde mich persönlich immer für eine kleinere Spielstätte entscheiden."
Bei der Musik liebt er das Melancholische. So beschäftigt er sich in seinen Songtexten mit Themen wie Hoffnung, Liebe, Wut, Frustration oder verarbeitet traurige, persönliche Ereignisse wie den Selbstmord eines sehr guten Freundes im "Song For A Friend".

Deutschland und Polen

Die letzten Jahre tourte Ray Wilson mit seiner Band vor allen Dingen durch Deutschland und Polen. Letzteres wurde ihm zur zweiten Heimat - der Liebe wegen zog er hier hin. In Posen feierte er auch im September mit zwei großen Konzerten seinen 50. Geburtstag.
Er schätzt das Publikum in diesen beiden Ländern, was er auch in unserem Gespräch betont: "Ich mag das Publikum in Mitteleuropa. Es zeigt während der Konzerte viele Emotionen - besonders in Regionen mit weniger Reichtum. In Skandinavien hingegen sind Konzerte für mich als Künstler nicht so aufregend. Die Leute gehen dort, um ehrlich zu sein, wenig aus sich heraus."
Ray Wilson scheint in seinem Leben angekommen zu sein. Er wirkt relaxed und zufrieden, hat seinen Weg beruflich wie auch privat gefunden. "Ich liebe mein Leben wie es ist. Ich bin dankbar dafür, wie es verlaufen ist. Ich hatte tolle Zeiten - eine Nummer-eins-Single, meine Zeit mit Genesis. Und nun arbeite ich mit einer tollen Crew zusammen - mit talentierten, jungen Musikern in meiner Band und den Leuten im Büro, die alle einen Super-Job machen. Gesund bleiben, das ist für mich eigentlich das Wichtigste."
Was sind Deine Wünsche für die Zukunft, will ich von ihm zum Abschluss unseres Gesprächs wissen. Die Antwort des 50-Jährigen kommt lachend wie aus der Pistole geschossen: "Noch meinen 60. Geburtstag zu erleben." 

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