Freunde der Südsee: Bald geht es schon wieder von vorne los!

Am Anfang einer jeden Saison steht erst einmal die Hoffnung. Der feste Glaube eines jeden Fußballanhängers an die Spielzeit seines Lebens. Nach wenigen Tagen jedoch trennt sich bereits die Spreu vom Weizen. In Dortmund sah das fast von Beginn an alles richtig klasse aus. Jürgen Klopp musste sogar schon nach der fünften (!) Partie Fragen der Journalisten nach der Meisterschaft abwehren. Er tat dies wie immer sehr pointiert: »Freunde der Südsee, geht mir damit nicht auf den Sack!«

Zu diesem Zeitpunkt hatte Alexander Thamm in Essen mit seinem traumhaften »Tor des Monats« bereits den Grundstein zum wundersamen Aufstieg der Rot-Weißen gelegt. Wieder einmal ist RWE aus dem Dreck der drohenden Bedeutungslosigkeit auferstanden. Es macht Spaß, die neuen Leute in Essen bei ihrer fantastischen Arbeit zu beobachten.

Beim VfL Bochum stotterte am Anfang der Spielzeit sichtbar der Motor. Man taumelte dem Abgrund entgegen. Da half auch kein Aberglaube mehr. Während in München der Torschützenkönig der Saison, Mario Gomez, erst am achten Spieltag seinen ersten Treffer erzielte, nachdem er dem verunglückten Namensvetter (einem von 33 - seine Rückennummer! – Bergleuten) in Chile ein Trikot geschickt hatte, führten in Bochum lange überfällige Veränderungen die Wende herbei. Und der »Wind of change« ist sicherlich noch nicht vorbei. Genau wie der Traum von der ersten Liga. Egal, wie es ausgeht, an einem hat es bestimmt nicht gelegen – Paul, der Krake.

Als der kleine Octopus im Herbst von uns ging, jubilierte ein zutiefst verbitterter Argentinier am anderen Ende der Welt. Ex-Teamchef Diego Maradona feierte den Tod des possierlichen Tierchens voll tiefer Häme: »Ich bin froh, dass du von uns gegangen bist. Es war deine Schuld, dass wir die WM verloren haben.«

Auf Schalke hat man im Frühjahr die Schuldfrage an der misslichen Gesamtlage schlussendlich in einer Kompaktlösung geklärt. So kam es zwar nicht mehr zu der Fanforderung »Felix, schmeiß den Magath raus!«, aber am Ende atmete der Großteil der Schalker nach knapp zweijähriger »Belagerung« erleichtert auf. Kurzfristig war man rund um den Ernst-Kuzzora-Weg sogar wieder richtig euphorisch. Und Euphorie ist ja bekanntlich ein Bruder des Leichtsinns. So hat ein Königsblauer im Überschwang der Titel-Vorfreude erklärt: »Sollte Schalke den DFB-Pokal nicht holen, lasse ich mich von einem Affen tätowieren!«. Seitdem – man möge es mir verdenken - bin ich für den Tag des Finals Fan des MSV (nähere Infos www.scudetto.de).

Und in Oberhausen? Dort hatte man am Anfang der Saison »Scheiß RWO« auf die Bierbecher der Gästefans geschrieben. Eine wunderbar selbstironische Aktion. Schade, dass es nun wieder hinab geht. Der Verein war auf einem guten Weg. Ich werde die Rot-Weißen vermissen.

Aber egal für welchen Klub das eigene Herz auch schlägt. Niemand wird uns je den Glauben und die Hoffnung auf die nächste Spielzeit nehmen können. Denn die muss und wird einfach: überragend!

Autor:

Ben Redelings aus Bochum

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