Der Schwelmer im Südsudan

Daniel Könen war im Auftrag des Malteser Hilfsdienstes im Südsudan unterwegs.Foto: Schneidersmann
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Seit vielen Jahren fühlt sich der Schwelmer Daniel Könen der katholischen Kirche verbunden, jetzt war er in seiner Funktion als Pressesprecher des Malteser Hilfsdienstes Köln auf Besuch im Südsudan. Gemeinsam mit vier weiteren Kollegen wollte er hier erfahren, wie die Spendengelder der Malteser vor Ort eingesetzt werden.Erst letztes Jahr hatte sich der Südsudan nach 40 Jahren Bürgerkrieg unabhängig erklärt. Hilfe ist hier also an vielen Stellen von Nöten. Zunächst ging es mit dem Flugzeug in die Hauptstadt Juba, von dort reiste man mit einem UN-Flieger weiter ins weiter südlich gelegene Rumbek.
„Untergekommen sind wir in Zelten, die Bevölkerung lebt aber meist mit vielen Familienmitgliedern in kleinen Bambushütten“, berichtet Könen. „Da der Südsudan nicht auf Tourismus ausgerichtet ist, kann man sich hier als Ausländer nur in Jeeps und mit Hilfe einer Hilfsorganisation fortbewegen.“ Die Straßen seien nicht befestigt, vielerorts bestehen sie nur aus Staub und Sand. Auch die für Afrika so typischen wilden Tiere suche man im Südsudan vergebens.„Während des Bürgerkrieges wurden sie auf Grund des Nahrungsmangels gegessen oder einfach getötet“, weiß Könen. Das Militär sei zwar noch sehr präsent, er habe sich aber zu keinem Zeitpunkt unsicher gefühlt.
„Besucht haben wir in verschiedenen Dörfern rund um Rumbek zwei Projekte: eine Laborschule, in der Laborassistenten ausgebildet werden, und ein Gesundheitszentrum. Die Zustände hier haben mich wirklich schockiert, das lässt sich mit europäischen Standards überhaupt nicht vergleichen.“ Das prägendste Erlebnis seines einwöchigen Aufenthaltes war für den 31- Jährigen aber der Besuch einer Leprakolonie. Hier leben Erkrankte mit ihren Angehörigen, rund 70 Familien.
„Besonders beeindruckt hat mich, dass die Menschen trotz ihrer unglaublichen Armut und dem Hungerleiden, eine unheimliche Lebensfreude und viel Positives ausstrahlen. Da macht man sich als Mitglied einer Wohlstandsgesellschaft schon so seine Gedanken.“ Vier Tage verbrachte der Schwelmer Seite an Seite mit Menschen, bei denen Mitbringsel wie Süßigkeiten und Luftballons eine unglaubliche Freude auslösten.
„Für mich war diese Reise ein Riesenabenteuer, obwohl sie nichts abenteuerliches an sich hatte. Ich bin jetzt aber sicher, dass die Gelder der Malteser zu 100 Prozent da ankommen, wo sie gebraucht werden."

Autor:

Janina aus dem Siepen aus Hattingen

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