Groß-Razzia im Gocher Saunaclub - 140 Beamte beteiligt - Zahlreiche Beweismittel beschlagnahmt

Bis tief in die Abendstunden hat die Bundespolizei Kleve im Auftrag der
Staatsanwaltschaft Kleve zusammen mit der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls Emmerich, der Steuerfahndung Düsseldorf und dem Ausländeramt Kleve gestern den Saunaclub van Goch sowie 2 Wohnungen in Gladbeck und Marl durchsucht. Am Einsatz waren insgesamt ca. 140 Mitarbeiter unterschiedlicher Behörden beteiligt.
Ziel des Einsatzes war es, Personen festzustellen, die sich unerlaubt in Deutschland aufhalten. Darüber hinaus erhofften sich die Ermittler, Hinweise auf 14Schleusungshandlungen und Abgabenstraftaten
zu gewinnen.
Neben dem Betreiberehepaar wurden 16 Frauen festgestellt, die für
den Saunaclub tätig sind. Dabei handelt es sich um 9 Rumäninnen, 5
Bulgarinnen und eine Deutsche.
Eine weitere Prostituierte, vermutlich mazedonische Staatsangehörige, hat sich mit einer total gefälschten bulgarischen Identitätskarte ausgewiesen. Sie hält sich seit 2009 unter diesen Personalien unerlaubt im Bundesgebiet auf und wird nun zur
Aufenthaltsbeendigung dem Ausländeramt übergeben.
Eine Prostituierte war zur Aufenthaltsermittlung ausgeschrieben.
Nach ihr wird bundesweit wegen Urkundenfälschung gesucht. Es wurden zahlreiche Beweismittel, die für das Strafverfahren von Bedeutung sein können, aufgefunden und beschlagnahmt. Außerdem fanden die Beamten 1 Wurfmesser, 1 Schlagwaffe (Nunchaku), 1 verbotenes Elektroimpulsgerät und eine Softair-Waffe, die jeweils einen Verstoß gegen das Waffengesetz darstellen.
Bei den Durchsuchungsmaßnahmen wurden bisher auch größere Mengen
Bargeld gefunden. Diese, sowie weitere Vermögenswerte werden zur Sicherung des entstandenen Steuer- und Sozialabgabenschadens gesichert. Dieser Schaden wird auf 2.7 Millionen Euro geschätzt.
Nach dem türkischen Staatsangehörigen wird noch gefahndet.
Derzeit laufen die Vernehmungen der Beschuldigten und Zeugen. Die aufgefundenen Beweismittel und ersten Aussagen belasten die Betreiberdes FKK-Clubs zum Teil erheblich. Auf richterliche Anordnung wurde die Durchsuchung eines weiteren
Objektes in Emmerich angeordnet. Die Maßnahme dauert ebenfalls noch
an.
Die zahlreichen Feststellungen im Rahmen des Zugriffs erfordern
umfangreiche Anschlussermittlungen, die die beteiligten Behörden noch
lange beschäftigen werden.

Autor:

Lokalkompass Goch aus Goch

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