In Kalbeck entstand mit einem neu angelegten Biotop ein Paradies für Vögel, Amphibien und anderen Tierarten
Ein echtes Insektenhighlight

Die Macher des Kalbecker Biotops (von links): Daniel Hegmann, Thomas Stiller und Frank Koch vor dem 1 ha großen Gewässer. Fotos (2): Steve
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  • Die Macher des Kalbecker Biotops (von links): Daniel Hegmann, Thomas Stiller und Frank Koch vor dem 1 ha großen Gewässer. Fotos (2): Steve
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Der Eisvogel hat einen herausgehobenen Platz: Wie auf einer Turnstange kann er Platz nehmen und muss nur geduldig warten, bis im darunterliegenden Gewässer, einem großen Tümpel gleich, seine mögliche Beute vorbeischwimmt. Stören wird ihn kaum einer, vielleicht mal ein Radfahrer oder Wanderer, aber die bleiben auf Abstand.

VON FRANZ GEIB

Weeze/Goch. Zu verdanken hat der selten zu sehende Fischjäger die exponierte Stelle dem Modellprojekt "Biotope für Deutschland", das in Zusammenarbeit mit der Heinz Sielmann-Stiftung in Kalbeck entstand und am vergangenen Montag eingeweiht wurde.
Dass künftig, oder bereits jetzt schon, verschiedene Vogelarten, Amphibien, Säugetiere und vor allem Insekten ein neues Paradies vorfinden, haben sie einer eigentlich notwendigen Maßnahme zu verdanken. Auf einer Länge von rund 100 Meter musste der Graben, der sich bis zum Schloss Kalbeck zieht, entschlammt werden. In Gesprächen mit Dr. Heiko Schumacher, Leiter der Abteilung Biodiversität der Heinz-Sielmann-Stiftung, brachte dieser den Eigentümer von Schloss Kalbeck auf die Idee gemeinsam ein Biotop zu gestalten. "So haben wir aus dem sinnvoll-nützlichen etwas biologisches geschaffen", meinte ein zufriedener Max Freiherr von Elverfeldt.

Platz für Molch und Co. auf Trittsteinen

Nach dem Prinzip des Trittstein-Konzeptes wurde seit einem Jahr eine einen Hektar große Wasserfläche mitsamt kleiner Inseln und Schilfgürtel, den sogenannten "Trittsteinen" geschaffen, die seltenen Tier- und Pflanzenarten Raum geben soll.
Möglich machten dies unter anderem Forstwirtschaftsmeister Thomas Stiller und das Team von Daniel Hegmann (von Hegmann Baggerbetrieb & Transport): "Aufgrund der Bodenbeschaffenheit war dies eine Sache von wirklich erfahrenen Baggerfahrern." Damit Spaziergänger und Radfahrer dem kleinen Naturreservat und damit der Tierwelt nicht zu nahe kommen, hat Förster Frank Koch an der Grenze zum Feuchtbereich stachelige Sträucher wie Weiß- und Schwarzdorn und andere Bodendecker gepflanzt: "Denn sonst haben Sie hier ganz schnell die ersten Trampelpfade und Rastplätze."

Sträucher und  Bäume

Wildkirschen, -äpfel und -pflaumen dienen nicht nur als optische Ergänzung, sondern auch den Vögeln wie Gebirgsstelzen und Zaunkönig als zusätzliches Nahrungsangebot. Totholz darf hier weiter verrotten und Insekten und Amphibien (Grünfrösche waren bereits zu hören) Unterschlupf und Nahrung bieten. Neue Laubbäume wie Stieleiche oder Feldahorn schaffen die Überleitung zum angrenzenden Waldrand. "Die Fläche ist jetzt schon ein echtes Insektenhighlight", freut sich Max Freiherr von Elverfeldt auf die Ankunft von Aurorafalter und anderen mehrbeinigen Dauergästen. Die Macher des Kalbecker Biotops (von links): Daniel Hegmann, Thomas Stiller und Frank Koch vor dem 1 ha großen Gewässer.

Die Macher des Kalbecker Biotops (von links): Daniel Hegmann, Thomas Stiller und Frank Koch vor dem 1 ha großen Gewässer. Fotos (2): Steve
Ideengeber und Eigentümer: Dr. Heiko Schumacher (links) und Max Freiherr von Elverfeldt.
Autor:

Franz Geib aus Goch

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