Bonn ist für Phoenix Hagen keine Reise wert

Die Telekom-Arena bleibt ein schlechtes Pflaster für Phoenix Hagen. Auch im fünften Anlauf unterlagen die Feuervögel bei den Telekom Baskets Bonn. Obwohl die Gastgeber fast über die gesamte Spielzeit führten, gibt das am Ende klare 105:86 (51:42) den Spielverlauf allerdings nicht ganz richtig wieder.

Mit einem 18:0-Lauf enteilten die Bonner der Mannschaft von Trainer Ingo Freyer in der unmittelbaren Schlussphase und stellten das Resultat dadurch von 87:81 auf 105:81. Dabei war die Partie lange ausgeglichen. Vor 5.810 Zuschauern wechselte die Führung im ersten Viertel mehrfach. Phoenix litt unter sechs Ballverlusten in den ersten zehn Minuten und einer schwachen Freiwurfquote. Vom Ergebnis machte sich das allerdings erst in den letzten Sekunden bemerkbar, als Ryan Brooks aufdrehte und sich Bonn durch David McCray bis auf 26:20 absetzen konnte. „Das war schon sehr entscheidend, denn letztlich sind wir diesem Rückstand immer hinterhergelaufen“, so Ingo Freyer.

Nikita Khartchenkov war es, der Phoenix im zweiten Abschnitt wieder zurück ins Spiel brachte. Mit drei Dreiern verkürzte er auf 32:31 (13.). Bonn, in dieser Phase mit der Rebound-Hoheit ausgestattet, setzte sich wieder leicht ab, doch Keith Ramsey hielt die Gäste mitseinem Korb zum 42:40 im Geschäft (17.). In der Endphase wiederholte sich dann die Geschichte des ersten Viertels: Phoenix verlor einige Bälle, kassierte ein unsportliches Foul gegen Larry Gordon und geriet so zur Pause mit 42:51 ins Hintertreffen.

Die Hagener mühten sich nach Kräften, den Rückstand zu verkürzen, konnten die Baskets aber defensiv viel zu selten stoppen. Neben Khartchenkov drehte jetzt auch Gordon auf. Phoenix kam wieder auf 59:53 und 65:60 heran, hatte aber nie einen richtigen Lauf. So behielten die Gastgeber die Kontrolle über die Partie, weil sie hochprozentig abschlossen, mit Jared Jordan einen klugen Spielgestalter und in Kurt Looby/Jamel McLean eine Bank auf der Center-Position hatten. Trotz eines sehr auffälligen Larry Gordon ging Bonn mit einem 73:64-Vorsprung ins Schlussviertel. „Es war ein sehr großes Problem für uns, dass Bonn so konstant gespielt hat. Sie hatten zu jeder Zeit eine herausragende Körpersprache. Natürlich ist es zermürbend, immer zurückzuliegen“, analysiert Freyer.

Am Spielverlauf änderte sich zunächst wenig. Khartchenkov verkürzte auf 80:74 (35.). Es kam ein „Jetzt-oder-nie-Gefühl“ auf, das trotz guter Offensivrebounds nur bis zum 87:81 anhielt (37.). Das Unheil nahm jetzt seinen Lauf: Jamel McLean traf zum 91:81, David Bell verlor den Ball, Phoenix kassierte ein unsportliches Foul gegen Keith Ramsey und ein technisches Foul gegen die Bank – und Bonn zog auf und davon. Den 18:0-Run der Baskets brach erst Niklas Geske bei seinem Beko BBL-Debüt, als er zum 105:83 traf. Fabian Bleck beschloss die Partie mit einem Dreier zum 105:86.

Trainerstimmen:

Mathias Fischer: „Es war ein lange Zeit offenes und spannendes Spiel, das bis zur 36. Minute überhaupt nicht entschieden war. Wir wussten, dass Hagen die vorangegangenen Spiele alle im letzten Viertel gewonnen hat und waren darauf vorbereitet. Es ist uns gelungen, den Ball nach innen zu bringen - das war sehr gut. Mir war bislang nicht bekannt, das man ein Spiel auch gewinnen kann, wenn man 19 Offensiv-Rebounds abgibt. Da müssen wir noch sehr, sehr viel besser werden und weiter an unseren Defiziten arbeiten. Wenn es für uns in der kommenden Woche im Eurocup nach Gravelines und in der Liga nach Oldenburg geht, müssen wir unseren offensiven Schwung mitnehmen, den Ball weiterhin gut bewegen.“

Ingo Freyer: „Wir haben heute gegen eine Mannschaft verloren, die sehr, sehr gut gespielt hat. Bis auf eine kurze Phase des ersten Viertels war die Partie lange offen - in den letzten zwei Minuten des Abschnitts hat Ryan Brooks von der Bank kommend viele wichtige Impulse für Bonn gesetzt. Dennoch waren wir permanent dran, hatten aber nicht das Glück oder auch den Biss, um das Spiel hinten raus noch umzubiegen. Deswegen nehme ich die letzten Minuten auch raus, da war bereits alles entschieden.““

Autor:

Stephan Faber aus Iserlohn

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