Was Sie hören und was Sie besser lassen sollten

Letzte Woche haben wir uns kontrovers der Jugend von heute gewidmet, so dass es jetzt Zeit ist sich Herren zu widmen, deren Jugend schon einige Jahrzehnte her ist.

Neil Young hat seine verrückten Pferde wieder gesattelt, um ein neues Album aufzunehmen. Wenn Udo Jürgens Gassenhauer stimmt, ist das aber erst der Anfang, denn mit 66 Jahren fängt das Leben bekanntlich ja erst an. Auf dem neuen Werk „Americana“ interpretiert der Kanadier amerikanisches Liedgut auf seine typische Weise.

Mit Songs wie „Like a hurricane“ oder „Rockin in the free world“ schrieb Neil Young in den späten 60ern und 70ern Rockgeschichte und inspirierte viele Künstler. Selbst der Boom der Grungezeit mit Bands wie Nirvana und Pearl Jam geht auf die rockigen Alben gerade Ende der 80er des Mannes mit seinen Crazy Horses zurück. Die Verkaufscharts dominierte er nur selten und erreichte die Pole Position in Amerika und England nur mit dem 1972 erschienenen Album „Harvest“. Trotzdem zählt er auch nach über 40 Jahren noch zu den ganz Großen im Rockbusiness.

Aus diesem Grund muss er auch keinem mehr etwas beweisen und kann die Songs aufnehmen, die ihm Spaß machen. Als stolzer Amerikaner sind dies Songs aus seiner geliebten Heimat. Den Spaß merkt man „Americana“ auch an. Die alten Volkslieder wie „Oh Susanna“ oder „This land is your land“ klingen in diesem Gewand modern ohne komplett entstellt zu werden. Man verzeiht ihm sogar „God save the queen“, denn als Kanadier darf dieses natürlich nicht fehlen.

Am 20. Juni wird Brian Wilson 70 Jahre alt und hat seine beiden Brüder und Mitbegründer der Beach Boys damit überlebt. 50 Jahre sind seit der Gründung vergangen und Popsongs wie „Surfin USA“, „Barbara Ann“ oder „I get around“ prägten den Pop der 60er. Pünktlich zum Jubiläum zog sich Brian Wilson ins Studio zurück und erschuf ein neues Werk der Beach Boys mit dem Titel „That’s why god made the radio“.

Radiotauglich sind die Songs alle, was in diesem Fall leider heißt, dass es an Ecken und Kanten fehlt und die Songs so seicht sind, dass man sich Alben wie „Pet Sounds“ wieder herbei sehnt. Als Reinhörtipps dienen die drei Schlusslieder, die einzig an normales Beach Boy Niveau heranreichen. Schade eigentlich.

Autor:

Kay Utermark aus Herdecke

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