Arras-Freunde-Herten Erinnern braucht Wissen

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Erinnern braucht Wissen, war die These von Gerd Lange bei seinem Vortrag über die Kämpfe und Schlachten in und um Arras von 1914- 1917.

VHS und Arras Freunde Herten hatten zu dem Vortrag eingeladen, in dem der Referent über die Kämpfe in und um Arras im ersten Weltkrieg und über die Gedenkfeiern in diesem Jahr berichtete.

Drei große Schlachten fanden im ersten Weltkrieg in und um Arras statt, die Stadt war anschließend zu 80 % zerstört, das Zivilleben erstorben, die wenigen Anwohner und die Soldaten aus Frankreich, Neuseeland, Kanada und Großbritannien lebten weitgehend im Untergrund in den „boves“, Höhlen unter der Stadt aus den Steinbrüchen aus dem Mittelalter, die heute noch zu besichtigen sind. Die Deutschen lagen an der Front in direkter Umgebung der Stadt. Drei Jahre und drei große Schlachten lang dauerten die Kämpfe, sie forderten allein in der letzten, der Loretto-Schlacht, auf alliierter Seite ca 170 000 und auf deutscher Seite 150 000 Tote mit nur geringen Geländegewinnen für die Alliierten.

Im Frühjahr 2017 war die große Erinnerungsfeier in der Stadt. Menschen aus allen beteiligten Nationen nahmen an vielfältigen Veranstaltungen teil, aus Herten eine Delegation um Fred Toplak, Stefan Grave und Detev Fronda. Bemerkenswert war, dass die ganze Stadt sich erinnerte. Kranzniederlegung im Carrière Wellington, Vorträge, Konzerte, eine Ton- und Lichterschau auf dem Place des Héros und eine Gedenkfeier am Denkmal von Vimy waren die Hauptveranstaltungen.

Bemerkenswert war, dass auch die Deutschen in großer Freundschaft empfangen und eingebunden wurden. Gemeinsames Gedenken über den Gräbern ließ keine feindlichen Gedanken zu. Der Referent und die Diskussionsteilnehmer erinnerten daran, dass mittlerweile die Freundschaft zwischen den Kriegsgegnern weitere Konflikte verhindert hat, die Größe der beteiligten Politiker nach dem 2. Weltkrieg wie Adenauer, De Gaulle und Monet so weitsichtig war, Streit zu begraben, Probleme gemeinsam anzugehen und die europäische Zusammenarbeit zu begründen.
Auch in Deutschland brauche es Erinnerungskultur und geschichtliches Wissen, um zu erreichen, dass Katastrophen wie die beiden Weltkriege nie mehr vorkämen, so ein Fazit des Referenten und der Zuhörer an diesem Abend.

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