Viele böse Worte - beim Stadtkabarett

Herten immer im Sinn: Norbert Stock, Michael Hapig und Edgar Schulenberg von Stilbruch.
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  • Herten immer im Sinn: Norbert Stock, Michael Hapig und Edgar Schulenberg von Stilbruch.
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Rollatoren als „Starlight Express“, ein Abenteuerparcour auf dem Knöchel und eine Hertener Samenspenderbank. Das sind nur drei von unzähligen Ideen der Akteure von „Jetz ma ehrlich!“. Die siebte Auflage des Stadtkabaretts war - wieder einmal - ein voller Erfolg. Der komplette Erlös aus fünf Vorstellungen geht an die Hermann-Schäfers-Stiftung.
„75 Jahre Stadt Herten - heute Pflegestufe drei“, singen die Männer der Band Quasi 40 zu Beginn der Show. Ein Vorgeschmack auf das, was noch kommt.
Denn mit allen und allem, was 2010 in Herten wichtig war, gehen die ehrenamtlichen Akteure hart ins Gericht.
Als einer der ersten darf Bademeister Erwin Skiskibowski (Wolf-Michael Bühlmann) loswettern. Er widmet sich der Lokalpolitik. „Strukturwandel?
Das sind zehn Jahre Mittagspause!“, sagt er zu der Entwicklung der Zechengelände, und auf den Straßen sieht‘s ja auch nicht besser aus. „Schlaglöcher, dass du Kinder drin baden kannst!“ seien auf dem Knöchel, und im nächsten Jahr deklariere die Stadt sie wahrscheinlich als Abenteuerparcour mit entsprechender Vergnügungssteuer. An den Kommunalpolitikern und ihre Ideen lassen die Kabarettisten kaum ein gutes Haar.
Da nennen die Herren der Band Stilbruch den Bürgermeister Uli Paetzel zwar das „Hertener Dreigestirn in eins, Stadtprinz, Weltphilosoph und bald RP in Münster“, aber das iPadtzel will Benedikt Hahn erst gar nicht haben. Dabei wäre das doch eine echte Marktlücke, ein iPad ohne Technik, dafür aber mit dem immer grinsenden Konterfei des Bürgermeisters.
Ihm hatten die Akteure schon einmal einen Song gewidmet. Deshalb ist jetzt der CDU-Chef Stefan Grave an der Reihe.
Matthias Müller singt leidenschaftlich für den Mann, dessen Partei in Herten sonst eigentlich nur eins ist: „nichts, das man greifen kann“.
Heinrich Rogalla (Andreas Dickel) und Mustafa Adaman (Mustafa Korgan) bauen ihren interkulturellen Kiosk auf der Bühne auf, ein „ambulanter“ Kiosk soll es schließlich sein.
Da diskutieren sie dann über Integration, über die Verweichlichung türkischer Männer („Wenn ihr so weitermacht, müsst ihr demnächst auch Einkaufstüten tragen!“) und die Frage, ob Muslime eigentlich die besseren Blutspender seien. Didi Kowalski alias Stefan Springer, früher Ordnungshüter, jetzt ZBH-Mitarbeiter, schickt stinkenden Müll gleich nach Bertlich, „hinter der Grenze“, und geht schon mal mit der Schrotflinte auf einen Bottroper los.
Die haben Herten und Gelsenkirchen schließlich den Titel „Innovationcity“ geklaut. Oder lag es doch an der zu üppigen Bewerbungsmappe? Da mag auch das Rathaus nicht mehr. In Windeseile haben die Männer in der Truppe das Gebäude auf der Bühne aufgebaut.
Als Tobias Wörenkämper mit Uli Paetzel-Maske das frisch renovierte Rathaus einweihen will, passiert es: Es stürzt über ihm und seinem Gefolge ein. Ein Zeichen zur Lage der Stadt?
Am Ende schlagen die Akteure wie immer versöhnliche Töne an. „Herten macht Mut, Herten tut gut“, singen sie gemeinsam, und auch das Publikum stimmt unter großem Applaus mit ein. JP

Autor:

Thorsten Seiffert aus Herten

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