Hinter den Kulissen bei Coca-Cola

Das schwarze „Gold“ fließt in Herten in Strömen, pardon, in Garnisonen von PET-Flaschen aus dem Lager. Foto: Coca-Cola
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  • Das schwarze „Gold“ fließt in Herten in Strömen, pardon, in Garnisonen von PET-Flaschen aus dem Lager. Foto: Coca-Cola
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Seit 1951 zischt es in Herten erfrischend. Da wurde die Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG vor Ort gegründet. Coca-Cola war damals ein heiß begehrtes Kultgetränk und ist heute aus Haushaltsvorräten weltweit und quer durch alle Gesellschaftsschichten nicht mehr weg zu denken. Aber wie kommt das Kaltgetränk eigentlich in die Flasche und dann zum Verzehr in unsere Kühlschränke? Die Antwort gibt’s im Hertener Coca-Cola Werk und der Stadtspiegel hat sich das Ganze einmal anschauen dürfen.

Raus aus den hohen Schuhen und weg mit jeglichem Schmuck, stattdessen gibt’s ein hübsches Haarnetz, Sicherheitsweste und Ohrenstöpsel, um Einlass zu erhalten in die heiligen Hallen, den Werksräumen von Coca-Cola in Herten.
Nicht zu vergessen das Desinfizieren der Hände. An der Paschenbergstraße hat alles seine Ordnung, zum Schutze der Mitarbeiter und Besucher natürlich ebenso wie für die Produkte selbst.
Schließlich werden Coca-Cola, Fanta, Sprite & Co. nach strengsten Hygienebestimmungen produziert. Darauf kann sich der Verbraucher verlassen.
„Und nicht in die Maschinen fassen“, unterweist mich Betriebsleiter Uwe Weber noch.
Wie könnte ich denn? Aber dennoch ein logischer Hinweis angesichts des zuckersüßen Getränkes, welches dort flaschenweise über das Band läuft, ein durchaus verlockender Handgriff.
Doch zunächst einmal fahren die PET-Flaschen ja noch leer in die große Halle ein. Nicht ganz, eine Restpfütze steht noch in fast jedem Exemplar, manche sind sogar noch halb gefüllt. „Ein wenig Flüssigkeit muss sogar sein“, weiß Weber, für den nächsten Schritt, die Flaschenprüfung. Was zu viel ist, wird ausgeschüttet. Alles maschinell natürlich.
Dann geht’s den Flüssigkeitsbehältern auf den Grund.
Denn in so mancher Flasche hat nicht nur die Coke gesteckt, sondern auch „kritische Inhaltsstoffe“, etwa Reinigungsmittel für den Hausputz, Chemikalien fürs Auto, Salatsauce, auch von Brummifahrern würde eine solche Flasche während langer, einsamer Fahrten leider schon einmal zweckentfremdet, wissen die Mitarbeiter. All diese Fälle wandern, den Konsumenten wird es beruhigen, zuverlässig in den Müll (beziehungsweise Recycling).
Für die wiederverwertbaren dagegen geht es in die Reinigung, bei 60 Grad, bevor sie schließlich ein neues Leben mit frischem, neuem, schmackhaften Inhalt beginnen können und verpackt in einer Kiste den Weg antreten in einen der Super- oder Getränkemärkte der Nordwest-Region.
Während der gesamten Produktion hat die Kontrolle übrigens stets oberste Priorität.
Nach dem Waschvorgang sorgt der „Inspektor“ noch einmal für vier bis sechs Prozent Ausschuss aufgrund von Beschädigungen oder vom Standard abweichenden Flaschenhöhen.

Sogar per Hand wird ein zusätzlicher Laugentest vorgenommen, stündlich.
Insgesamt drei PET-Varianten gehen hier über die Bänder: Kontur-, Multi- und Riffelflaschen.
Daneben werden Glasflaschen befüllt und größere Gastrobehälter, so ist vom 0,2er-Getränk bis zum 18-Liter-„Fass“ fast alles dabei. 15 Produkte pro Woche werden im Wechsel produziert, in Schichtarbeit vom Sonntagsabend bis zum frühen Samstag.
Nachdem Geschmackskonzentrat - Orange, Zitrone, Zimt und Muskat etwa soll die koffeinhaltige Coke beinhalten -, Wasser, Zucker und Kohlensäure ihren Weg in die Behälter gefunden haben, werden die Ergebnisse sauber etikettiert und in Kästen sortiert im Lager gestapelt.
25 Staplerfahrer kümmern sich um die Kommissionierung entsprechend der elektronischen Lieferscheine.

Mit der Coca-Cola eigenen „Roten Flotte“ sowie LKW der Partner-Speditionen geht’s dann für die bekannte Limonade hinaus in Verkaufsstätten quer durchs Ruhrgebiet, in rund 25 Touren pro Tag. „Damit verlassen rund 21.000 Kisten täglich unser Lager“, weiß Ralf Holtmannspötter, Regionaler Marketing-Leiter der Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG.
Damit das alles läuft und die Produkte zuverlässig im Kühlschrank landen, kümmern sich 40 Mitarbeiter um den Service, zu jeder Zeit, über alle Kommunikationskanäle.
Auch diese Abteilung befindet sich unter dem selben Hertener Dach, ebenso wie Marketing, Verkauf und allen anderen wichtigen Coca-Cola-Fädenzieher.
Das enge Zusammenwirken aller Mitarbeiter und Abteilungen ist Coca-Cola wichtig, ebenso wie sich durch nachhaltiges Wirtschaften der gesellschaftlichen Verantwortung zu stellen.
Ein Beispielprojekt für das Engagement steht in Herten im November bevor.
Mitarbeiter werden dann vom Dienst freigestellt, um stattdessen einen Naturerlebnisgarten für Kinder zu gestalten. Auch das ist Teil der Firmenphilosophie.
Denn nur, wer frisch ist Kopf ist, kann Herten und den Rest der Republik ebenfalls zischend erfrischen.

Autor:

Sara Drees aus Dortmund

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