1.800 Jugendliche informierten sich
Digitale Ausbildungsmesse erfolgreich

Agentur mark-Geschäftsführerin Kirsten Kling zeigte sich nach der Messe zufrieden.
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  • Foto: lokalkompass/archiv
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Die erste digitale Ausbildungsmesse für die Märkische Region war trotz technischer Hindernisse ein Erfolg. Über 1.800 Jugendliche aus Hagen, dem Ennepe-Ruhr-Kreis und dem Märkischen Kreis nahmen teil, um sich über Ausbildungsmöglichkeiten in der Region zu informieren. 

Mit Vorträgen und Videochats warben über hundert Unternehmen aus der Region um potenzielle Auszubildende. Für die Vorträge hatten sich die Unternehmen etwas einfallen lassen: Von der Präsentation über digitale Betriebsbegehungen und eingespielte Handyschnipsel bis hin zum lebhaften Dialog war alles dabei. Besonders gut lief es, wenn die Unternehmen die Fragen aus den parallellaufenden Chats direkt beantworteten. 
Nach Auswertung des Plattformanbieters Isardigital haben rund 1.800 Besucherinnen und Besucher an der Messe teilgenommen. Da die angemeldeten Schulklassen teilweise mit nur einem oder wenigen Geräten an der Messe teilgenommen haben, dürfte die tatsächliche Teilnehmerzahl aber höher gelegen haben.
Im Schnitt besuchte jeder Teilnehmende acht Vorträge und führte ein Gespräch per 1:1 Videochat; pro Beratungsraum wurden 6 Gespräche geführt, in über 200 Fällen wurden auch die Kontaktdaten ausgetauscht. Mit 241 Zuschauerinnen und Zuschauern war der Vortrag der Albrecht Jung GmbH & Co. KG aus Schalksmühle der bestbesuchte Vortrag der digitalen Ausbildungsmesse.
Die Jugendlichen interessierten sich vor allem für die konkreten Ausbildungsberufe, die schulischen Voraussetzungen, Verdienst- und Karrieremöglichkeiten sowie Praktikumsplätze und Ausbildungsplätze noch für 2020. Auch der Standort und die Erreichbarkeit des Ausbildungsbetriebs war vielen Jugendlichen wichtig.

Neue, positive Erfahrung

Für viele Unternehmen war die digitale Ausbildungsmesse eine neue, aber positive Erfahrung. Sarah Rudzki-Roden und Argjent Aliu von Schlüter Systems: „Wir sind total überrascht, dass tatsächlich 150 Teilnehmende unseren Vortrag besucht haben. Wir hatten Befürchtungen, ob überhaupt jemand kommt und ob die Technik klappt. Für uns ist das ja auch alles neu und wir haben uns vorher Gedanken gemacht, wie wir unseren Betrieb hier gut präsentieren können.“
Der Caritasverband Hagen zeigt sich ebenfalls überzeugt von dem digitalen Messeformat: „Wir sind super zufrieden mit unserem Vortrag. Wir hatten 99 Teilnehmende, so viele Jugendliche zu erreichen hätten wir uns kaum vorstellen können. Wir überlegen ernsthaft, unsere Info-Veranstaltungen zukünftig zumindest mit einem digitalen Format zu ergänzen“, so Elmar Kotthoff und Sonja Herchenhahn.
Cedric Ulomek und Corinna Siewert von der Vollmann Group wollen Präsenzveranstaltungen aber nicht missen: „Das digitale Format funktioniert sehr gut, ist aber natürlich kein vollwertiger Ersatz für die Ausbildungsmesse. Uns fehlt hier leider die Möglichkeit, die Laufkundschaft mit unseren Azubis direkt anzusprechen, das funktioniert in Präsenz sonst natürlich sehr gut.“
Bei den Schulen zeigte sich das mittlerweile ja hinlänglich bekannte Problem der mangelnden Digitalisierung auch auf der digitalen Messe. Einige Schulen mussten aufgrund schlechter Internetverbindung oder technischer Probleme den Messe-Besuch tatsächlich abbrechen, andere hingegen konnten problemlos teilnehmen und fanden großartig, dass trotz Corona ein berufsorientierendes Angebot der Unternehmen für ihre Schülerinnen und Schüler stattfinden konnte. Die Jugendlichen selbst fühlten sich in der Anonymität der Vorträge zwar sicherer als in den 1:1 Videochats, wenn sie sich aber in die direkte Kommunikation getraut haben, erlebten sie angenehme und hilfreiche Gespräche.

Vereinzelt technische Probleme

Agentur mark-Geschäftsführerin Kirsten Kling, in deren Haus die digitale Ausbildungsmesse federführend organisiert worden war, zeigte sich nach der Messe zufrieden: “Die digitale Ausbildungsmesse war pandemiebedingt ein Versuch und wir sind total überrascht, wie gut es geklappt hat. Natürlich gab es die vorhersehbaren Schwierigkeiten mit der Technik – in einzelnen Schulen reichte das WLAN nicht, wegen akuter Corona-Fälle durften einzelne Klassen nicht an die organisierten externen Orte und auch Unternehmen kamen vereinzelt nicht in ihre eigene Präsentation. Aber die Zahlen zeigen eindrucksvoll, wie viele tolle Vorträge und Gespräche gelaufen sind. Als Veranstaltergemeinschaft möchten wir Danke sagen an alle Unternehmen und Schulen, die sich mit uns auf diesen Weg gemacht haben. Es hat sich gelohnt.”

Autor:

Uwe Petzold aus Dortmund-Süd

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