Aktionskreis „Ohne Sonntag gibt's nur noch Werktage“: Jugendliche empfinden Sonntag als notwendigen Ruhe- und Familientag

Schülerinnen des Religionskurses der 10. Klassen des Otto-Hahn-Gymnasiums präsentieren ihr Ergebnis
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  • Schülerinnen des Religionskurses der 10. Klassen des Otto-Hahn-Gymnasiums präsentieren ihr Ergebnis
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Kaiser Konstantin erklärte den Sonntag bereits am 3. März des Jahres 321 zum öffentlichen Ruhetag

„Seit Jahren vollzieht sich eine schleichende Aushöhlung des Sonn- und Feiertagsschutzes. Immer mehr Wirtschaftsbereiche werden für die Arbeit an diesen Tagen vereinnahmt. Dieser Entwicklung zur ‚Rund-um-die-Uhr-Gesellschaft’ stellen wir uns entgegen. Wir fördern den freien Sonntag als gemeinsamen Zeitanker für die Menschen.“ Mit diesen Worten bringt Franz Köchling, Sprecher des Aktionskreises „Ohne Sonntag gibt's nur noch Werktage“ das Anliegen des ökumenischen Arbeitskreises auf den Punkt.

Nicht zuletzt aus diesem Grund hatte der Aktionskreis, der sich bereits seit rund zehn Jahren für den Schutz des Sonntags in Langenfeld und Monheim am Rhein einsetzt, unter dem Motto „Soll der Sonntag ein freier Tag bleiben?“ ein entsprechendes Projekt in den Monheimer Schulen gestartet. So wollten die Mitglieder des Aktionskreises Pfarrer Burkhard Hoffmann, Ursula Budde vom Pfarrgemeinderat St. Gereon und Dionysius, Gemeindereferentin Angela Mitschke-Burk und Bernd-M. Wehner vom KKV von den evangelischen und katholischen Religionsgruppen der Klassen 9 und 10 der Lise-Meitner-Realschule, des Otto-Hahn-Gymnasiums und der Peter-Ustinov-Gesamtschule wissen, welchen Stellenwert der Sonntag für sie habe.

Auf mehr als 40 Plakaten hielten nun die Schülerinnen und Schüler ihre Sichtweise fest. Als Argumente für einen freien Sonntag führten sie beispielsweise auf:
• Man hat mehr Zeit für Familie und Freunde.
• Man kann seinen religiösen Pflichten (hl. Messe, Kirchenbesuch) nachkommen.
• Man kann sich vom Alltag erholen.
• Ruhe ist wichtiger als der finanzielle Gewinn.
• Zeit für sich selbst und seine Hobbys und den Sport/Fitness.
• Man will ausschlafen, ausruhen und entspannen (chillen).
• Man muss auch oft noch Hausaufgaben machen.

Gegenargumente waren u.a.:
• Am Sonntag kann man auch Langeweile haben.
• Menschen, die sonntags arbeiten, verdienen mehr. Ist das gerecht?
• Notfalldienste müssen auch arbeiten.
• Beschäftigte von Kinos, Restaurants, bei Bahn und Bus, ... müssen auch arbeiten.

Mehr Argumente für den freien Sonntag als dagegen
Bemerkenswert war, dass die Jugendlichen mehr Argumente für den freien Sonntag fanden als dagegen. So empfinden sie einen verkaufsoffenen Sonntag zwar als schön, nicht aber als wirklich nötig. Schließlich könne hierfür gut der Samstag genutzt werden.

Außerdem hatte der Aktionskreis zehn Argumente zusammengestellt, die für den freien Sonntag sprachen. Bei einer Bewertung durch 62 evangelische und katholische Schülerinnen und Schüler der LMR – jeder konnte fünf Punkte nach Belieben verteilen – erhielten nachfolgende Aussagen die meisten Punkte:
1. Der Sonntag ist ein Ruhetag – 123 Punkte
2. Der Sonntag ist ein Familientag – 72 Punkte
3. Der Sonntag gibt Kraft für die neue Woche – 56 Punkte

„Priorität hatte der Sonntag bei den Jugendlichen als Ruhetag, weil sie bei dem zunehmenden Stress in der Schule einen Tag zum Entspannen brauchen“, so das Fazit von Ursula Budde. Ganz wichtig sei ihnen aber auch der Sonntag als Familientag gewesen, da es sonst kaum noch möglich sei, gemeinsame Feste zu feiern. Außerdem könne man am Wochenende auch mehr mit seinen Eltern sprechen und über Probleme reden.

„Der Sonntag ist auch nach fast 2000 Jahren noch lebendig. Kurzsichtiges Konsumdenken sollte dieses Kulturgut, das in Artikel 140 des Grundgesetzes 1) und in Artikel 25 der Landesverfassung NRW 2) besonders geschützt ist, nicht zerstören. Unser Leben ist mehr als Arbeit, Kaufen und Besitzen. Für Christinnen und Christen ist der Sonntag darüber hinaus der Tag des Herrn. Deshalb feiern sie gemeinsam Gottesdienst und hören auf Gottes Wort“, unterstreicht deshalb auch Pfarrer Hoffmann sein Eintreten für den Sonntagsschutz.

Die Plakate mit den Aussagen der Jugendlichen und einer zusätzlichen Erläuterung werden in den nächsten Wochen in den Kirchen St. Dionysius, St. Gereon, St. Johannes und in der Ursula Kapelle ausgehängt werden.

Im Übrigen erinnert der Aktionskreis daran, dass bereits Kaiser Konstantin den Sonntag am 3. März des Jahres 321 zum öffentlichen Ruhetag erklärt und damit dem Abendland ein wertvolles Kulturgut hinterlassen habe. Aus diesem Grund rufe auch die Europäische Sonntagsallianz ihre Mitglieder und Unterstützer zu Aktionen zum Europäischen Tag des arbeitsfreien Sonntags am 4. März auf.

Im Aktionskreis "Ohne Sonntag gibt's nur noch Werktage" arbeiten die evangelische Kirche in Monheim, die katholischen Kirchengemeinden und Verbände KAB, kfd und KKV im Dekanat Langenfeld/Monheim mit, um den Sinn des Sonntags stärker ins Bewusstsein der Menschen zu rücken.

Schülerinnen des Religionskurses der 10. Klassen des Otto-Hahn-Gymnasiums präsentieren ihr Ergebnis
Schülerinnen des Religionskurses der 10. Klassen des Otto-Hahn-Gymnasiums mi ihrem Ergebnis
Autor:

Bernd-M. Wehner aus Monheim am Rhein

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