Monheimer Altstadt steht zurzeit in Baumberg

Ein typisches Motiv für die Monheimer Altstadt: Die Zollstraße mit der Kirche St. Gereon an deren Ende.
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  • Ein typisches Motiv für die Monheimer Altstadt: Die Zollstraße mit der Kirche St. Gereon an deren Ende.
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Zwei Jahre hat Peter Esser (69) an einem Nachbau des Altstadtviertels rund um die St. Gereon Kirche gearbeitet. Das Modell mit einer Grundfläche von drei mal 3,30 Metern ist zurzeit in einem leerstehenden Ladenlokal im Einkaufszentrum Baumberg ausgestellt.

Es ist ein häufig fotografiertes Bild in der Altstadt: Der Blick von der Turmstraße in die kleine Zollstraße mit der Kirche St. Gereon an deren Ende. Mit viel Liebe zum Detail hat Peter Esser die historischen Gebäude in der Straße nachgebaut: das Zollhäuschen, den Zollhof und die ehemalige Kaplanei, die einst die älteste Apotheke Monheims beherbergte.

Daran an schließen sich an der Turmstraße ein Wohnhaus, die frühere Gaststätte „Spielmann“, das heutige „Rheincafé“, das Wohnhaus an der Franz-Boehm-Straße sowie die breite Treppe, die zur Kirche St. Gereon führt. Das Gotteshaus dominiert mit seinem im Modell 1,70 Meter hohen Turm das Viertel. Auch die Ufermauer an der Rheinseite fehlt in dem Nachbau nicht.

„Ich habe als Kind direkt gegenüber vom alten Menrath-Saal an der Franz-Boehm-Straße 3 gewohnt, der seinerzeit als Kino und Tanzsaal genutzt wurde“, erzählt Esser. Mit 20 Jahren ist Peter Esser nach Baumberg gezogen. Die Liebe zur Altstadt ist geblieben.

Dem Hobbykrippenbauer, der bis vor drei Jahren mit einem Stand auf dem Monheimer Weihnachtsmarkt vertreten war, kam genau dort – am Alten Markt – die Idee, den Spielmann mit dem angrenzenden Saal nachzubauen. „Das Haus alleine fand ich dann aber etwas nichtssagend. Also habe ich entschieden, das gesamte Viertel zu errichten“, erzählt Esser, der bereits den Schelmenturm, die Marienburg und den Alten Marktbrunnen von 1859 im Kleinformat verewigt hat.

Zwei Jahre – mit Unterbrechung – hat der Nachbau des Viertels gedauert, das Wohnzimmer war oft monatelang blockiert, der Keller ebenfalls. Ein halbes Jahr Arbeit haben allein die 9374 Dachpfannen und Schieferplatten gekostet, die alle fein säuberlich aus schwarzer Pappe ausgeschnitten und entsprechend ihrer Original-Form gefaltet wurden. Für das Dach der Kirche St. Gereon waren zum Beispiel 1700 Dachpfannen nötig, für den Kirchturm 3912 und für den Spielmann immerhin noch 916. „Das war eine Heidenarbeit“, sagt Esser.

Gebäude und Boden sind aus MDF-Platten gefertigt, die Fensterscheiben aus echtem Glas. 40 Meter Dachlatten wurden für das Untergestell der drei mal 3,30 Meter großen Grundfläche verarbeitet. Das Glas der Kirchenfenster ist bunt bemalt, das Altstadtpflaster aufgemalt, das Mauerwerk eingeritzt. Gartenzäune, Straßenschilder, Hausnummern – alles ist im Modell an Ort und Stelle. In allen Gebäuden sind Lampen drin, so dass diese beleuchtet werden können. Auf rund 500 Euro Materialkosten schätzt Peter Esser die Investition für „sein“ Altstadtviertel.

Drei Leute haben eineinhalb Tage für den Aufbau in dem leeren Ladenlokal gebraucht. Solange sich kein Nachmieter findet, kann Peter Esser sein Modell dort stehen lassen. Leider kann man sich das Altstadtviertel dort nur von Außen durch die Fensterscheibe ansehen. Dennoch ist Peter Esser dankbar für diese Möglichkeit. Schön wäre es für den 69-Jährigen, wenn er sein Modell auch noch in einem größeren Rahmen präsentieren könnte – vielleicht sogar dauerhaft.

Das Viertel soll nämlich noch weiter wachsen. Das Pfarrhaus und der Weg abwärts zum Altstadtfunkenplatz kommen hinzu. „Im Winter geht es weiter, zurzeit bin ich viel im Garten aktiv“, so Peter Esser.

Weitere Informationen erhalten Interessierte unter Telefon: 0173/8021221.

Ein typisches Motiv für die Monheimer Altstadt: Die Zollstraße mit der Kirche St. Gereon an deren Ende.
Blick auf die Turmstraße mit „Spielmann“ und „Rheincafé“.
Autor:

Sabine Polster aus Monheim am Rhein

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