SKFM Monheim
Frank Nickel verlässt die Flüchtlingshilfe

Frank Nickel vor seinem Büro in der Niederstraße
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  • hochgeladen von Bernd-M. Wehner

In Leverkusen erwarten ihn neue Aufgaben beim SKM

Mit einem weinenden und einem lachenden Auge verlässt Frank Nickel, Bereichsleiter des SKFM Monheim am Rhein e.V. für die Flüchtlingshilfe, Ende Oktober 2020 nach fast fünfeinhalb Jahren den SKFM in Monheim. Der 35-jährige Sozialpädagoge wird ab 1. November beim SKM (Sozialdienst Katholischer Männer) in Leverkusen ein neues Aufgabengebiet übernehmen. Schwerpunktmäßig wird er hier den Ausbau der Männer- und Jungenfokussierten Beratung sowie die Arbeit im ambulant betreuten Wohnen wahrnehmen. Mit Hilfe der systemischen Beratung und aus salutogenetischen Blickwinkeln wird er dabei gezielt Menschen in sozial schwierigen Lagen helfen.

Im Klartext: Das Konzept besteht darin, Probleme nicht als Grundannahmen eines einzelnen Menschen zu begreifen, sondern mit als Folge eines Zusammenhangs im sozialen Umfeld des Individuums – also des Systems zu sehen. Dabei liegt der Schwerpunkt der Hilfe, den Betroffenen nicht so sehr auf die Krankheit schauen zu lassen, sondern seinen Blick auf attraktive und alternative Gesundheitsziele zu lenken, die er erreichen will, um so möglichst viele Ressourcen zu erschließen. Letztlich geht es darum, nicht die Schwächen zu bekämpfen, sondern die Stärken eines Menschen aufzuspüren, um ihm so wieder neuen Lebensmut und Tatkraft zu vermitteln.

Nickel, der seit März 2015 beim SKFM Monheim tätig war, hat hier im Rahmen der damaligen Flüchtlingswelle die Flüchtlingshilfe des SKFM aufgebaut. „Das war eine anstrengende Zeit, in der ich aber auch viel gelernt habe“, so der Sozialpädagoge. Zusammen mit Johannes Anderski und dem Syrer Mohamed Khalil und den vielen weiteren ausgeschiedenen Kollegen/innen haben sie in dieser Zeit vielen Flüchtlingen geholfen, sich in Monheim einzufinden. Zusammen mit vielen freiwilligen Helferinnen und Helfern, die sich beispielsweise in der „Sprach-Bar“, in der „Lernzeit für Erwachsene“ oder als Paten in der Flüchtlingshilfe engagiert hatten, habe man unter dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ dafür gesorgt, dass diese Menschen bald eigenständig hier leben konnten und es inzwischen auch schon können.

Nachdem der größte Ansturm an Flüchtlingen vorbei war, liegt der Schwerpunkt der Flüchtlingshilfe des SKFM derzeit auf der Hilfe und Begleitung von besonders schutzbedürftigen Personen, die eine intensive Hilfe benötigen. Hierzu gehören zum Beispiel alleinstehende Frauen – zurzeit werden hier eine Libanesin, eine Iranerin und eine Afghanin intensiv unterstützt – Menschen mit Behinderungen und kinderreiche Familien. „Diesen Menschen muss nicht nur allgemein sozial beratend geholfen werden, also welche Anträge muss ich bei welcher Behörde stellen, um entsprechende Unterstützung zu erhalten, sondern hier geht es vor allem um intensive sozialpädagogische, aber auch moralische Hilfe“, unterstreicht Nickel. „Wir sind eben nicht der ‚große Zampano‘, der alles weiß und macht, sondern wir verstehen uns als Unterstützer aber auch als Sprachrohr dieser Menschen und ihrer Sorgen und Nöte.“

Natürlich falle ihm der Wechsel nicht leicht, betont Nickel. Dafür sei man mit Herzblut bei der Sache gewesen. Schließlich habe man es in der Flüchtlingshilfe nicht mit leblosen Akten zu tun, sondern mit Menschen, die vielfach durch ihre Flucht auch traumatisch belastet seien und denen man möglichst schnell und wirksam helfen müsse. Und so wünscht sich Frank Nickel, dass sich auch für seine Stelle bald eine Nachfolgerin bzw. ein Nachfolger findet. „Wir sind ein gutes Team und würden uns deshalb freuen, wenn die Mannschaft bald wieder komplett wäre.“

Gleichzeitig dankt Nickel allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, besonders den ehrenamtlich Tätigen des SKFM sowie den Kirchen, Organisationen und Behörden, die ihn bei seiner Arbeit unterstützt haben. „Ich konnte hier viele gute Kontakte knüpfen, die für mich bereichernd und hilfreich waren und die ich nicht missen möchte“, so sein Fazit über die Tätigkeit in Monheim.

Nähere Infos zur Flüchtlingshilfe des SKFM in Monheim erhält man bei Johannes Anderski und bei Mohamad Khalil unter Telefon 02173 9569-32 bzw.-31 oder per Mail unter Johannes.Anderski@skfm-monheim.de bzw. Mohamad.Khalil@skfm-monheim.de.

Weitere Informationen über den SKFM Monheim am Rhein e.V. und seine Aktivitäten findet man unter www.skfm-monheim.de.

Autor:

Bernd-M. Wehner aus Monheim am Rhein

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