Triathleten des TuS Breitscheid stark im Ironman

Bei der Siegerehrung hatte Ironman Rüdiger Welsch wieder die Kraft, den Daumen zu heben. Während des Marathons war er zwischenzeitlich völlig ausgepowert. 


  • Bei der Siegerehrung hatte Ironman Rüdiger Welsch wieder die Kraft, den Daumen zu heben. Während des Marathons war er zwischenzeitlich völlig ausgepowert.

    
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  • hochgeladen von Egon Schuster

Drei Breitscheider Triathleten zeichneten sich jüngst durch starke Leistungen in der wohl härtesten Prüfung des Wettkampfsports aus: dem Ironman. Rüdiger Welsch schaffte dabei etwas, was in der Vergangenheit zwar schon andere TuS-Athleten geglückt war, aber immer noch Seltenheitswert genießt: die Qualifikation für den Klassiker aller Klassiker, den Ironman in Hawaii, der am 13. Oktober ausgetragen wird. „Nebenbei“ wurde er EM-Dritter in der Altersklasse M55.

Seine dritte Quali für Hawaii schaffte Welsch standesgemäß bei der Europameisterschaft. Mit dem Gesamtsieg hatte der Breitscheider naturgemäß nichts zu tun, der war dem Weltmeister von 2015 und 2016, Jan Frodeno, vorbehalten. Aber Platz 3 in seiner Altersklasse M55 konnte sich mehr als sehen lassen. Und es hätte nicht viel gefehlt, da hätte Welsch ganz oben auf dem Siegertreppchen gestanden. Ebenfalls dabei in Frankfurt war Taner Egin-Richter, der ebenfalls gut unterwegs war. Und beim Ironman in Maastricht zeichnete sich mit Maximilian Wienken ein weiterer Athlet des TuS Breitscheid aus.

Der EM-Startschuss fiel um 6.40 Uhr am Langener Waldsee. Schnell stellte Welsch, der ein ausgezeichneter Schwimmer ist, dass sich wohl mancher Teilnehmer überschätzt hatte. Denn schon auf den ersten 500 Metern überholte er zahlreiche Konkurrenten und erreichte am Ende nach 57:13 Minuten als Zweiter seiner Altersklasse die erste Wechselzone. Egin-Richter folgte wenig später in 1:03:28. Auf dem Rad ging es zunächst in das Zentrum von Frankfurt, von dort über Enkheim nach Norden in den hügeligen Taunus. Und dort erlebten die Sportler eine böse Überraschung. Die zahlreichen Steigungen hatten sie natürlich im Plan, dazu setzte den Teilnehmern aber ein strammer Gegenwind aus Nord-Ost zu. Die Radzeiten (5:18 Stunden für Welsch, 5:30 Stunden für Egin-Richter) waren trotzdem schnell – zu schnell, wie sich noch zeigen sollte.

Denn beim abschließenden Marathonlauf bewahrheitete sich einmal mehr der Triathlon-Spruch: „Das Rennen geht erst richtig los, wenn du vom Rad steigst.“ Temperaturen jenseits der 30 Grad auf der schattenarmen Laufstrecke mitten in Frankfurt und verhärtete Muskeln machten beiden Breitscheidern schwer zu schaffen. Dennoch liefen sie auf den ersten 20 Kilometern noch erstaunliche Zeiten unter fünf Minuten je Kilometer. Doch dann musste vor allem Welsch zunächst Gehpausen einlegen, dann sogar anhalten. Nichts ging mehr, der Vorsprung auf seine Verfolger schmolz Minute um Minute, zwischendurch war sogar das „Finishen“ fraglich. Als ein Supporter ihm zurief, dass er immer noch einen Vorsprung habe, versuchte Welsch dann zunächst mit langsamem Gehen und viel Cola die letzten zehn Kilometer zu bewältigen. Langsam wurde er wieder schneller und überquerte schließlich nach 10:12 Stunden völlig erschöpft die Ziellinie auf dem Römer. Damit war er EM-Dritter und hatte das Ticket für Hawaii gelöst. Egin-Richter kam nach 10:27 Stunden ins Ziel und verbesserte seine bisherige Ironman-Zeit gleich um 40 Minuten.

Der Breitscheider Neuzugang Maximilian Wienken ging beim Ironman Niederlande an den Start. Er ist eigentlich noch ein Neuling, wechselte erst 2017 vom Fußball zum Triathlon. Für seinen ersten Wettkampf suchte er sich im letzten Jahr gleich den Ironman in Maastricht aus und debütierte in hervorragenden 10:17 Stunden. Inzwischen startet er für den TuS Breitscheid und verstärkt dessen Oberliga-Mannschaft. Daher ist er inzwischen noch deutlich besser im Training, bei seinem zweiten Start in Maastricht sollte es noch etwas schneller gehen.

Und das gelangt ihm auch. Beim Schwimmen in der Maas war er mit 1:06 Stunden noch etwas langsamer als vor Jahresfrist, doch schon auf dem Rad profitierte er von seiner zwischenzeitlichen Erfahrung. Obwohl er es, dem Rat erfahrener Vereinskollegen folgend, locker angehen ließ, erreichte er die zweite Wechselzone bereits nach 4:56 Stunden und damit rund 18 Minuten schneller als 2017. Wienkens Zurückhaltung auf dem Rad zahlte sich dann beim Marathon aus. Er hielt das Tempo konstant und erreichte nach weiteren 3:40 Stunden die Ziellinie. Mit einer Gesamtzeit von 9:47 Stunden war er 30 Minuten schneller als letztes Jahr. In seiner Altersklasse reichte diese Leistung für Platz 19 unter 150 Startern.

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