Elf Mitarbeiter gekündigt, oder die gefahren einer Überlastungsanzeige

Oh man, was ist in letzter Zeit so alles passiert….Meine Güte…aber bleib ich mal bei dem Thema, was die meisten im Augenblick mitverfolgen.

Artikel der Dorstener Zeitung

Die Kündigung der Elf.

Beflügeltes Wort, die glorreichen Elf oder so.
Aber im Grunde passt schon ganz gut. Allerdings muss man mal beachten, schon vor uns hat unsere PDL eine Gefährdungsanzeige gemacht.
Dann kamen „wir Elf“. Zuerst Treffen und reden. Fakt ist, unsere Arbeitsbedingungen sind einfach nicht das, was sie sein sollten. Alle die in der Pflege arbeiten, wissen was ich meine, wenn ich sage, das man doof ist und nur aus schlechten Gewissen gegenüber seinen Bewohnern und Kollegen arbeiten geht; auch wenn man krank ist, auch wenn man eigentlich Frei hätte und auch seinen Urlaub mal Urlaub sein lässt, und wieder an die Arbeit geht. Man ist nunnmal in der Pflege mit dem Herzen dabei. Man gibt sein letztes Hemd. Handelt sich deswegen auch ärger und stress mit seiner Familie und Freunde ein. Und warum? Weil man seine Arbeit liebt und immer alles geben möchte. Sein Wohl hängt man an dem Wohl seiner Bewohner und Kollegen abhängig.
Es war eine Katastrophe wie ich an meinen Arbeitsplatz eingearbeitet wurde. Nicht wegen der Kollegen, die haben alles gegeben. Ich bin heute noch sehr stolz auf die Person, die mich zwei Tage einarbeitete. Danach durfte ich gleich als Schichtleitung loslegen.
Aber die Strukturen waren furchtbar. Und schon in der ersten Woche lernte ich Kollegen kennen, die dann wieder weg waren. Namen zu merken, unnötig. Die meisten nahmen sofort wieder reisaus.
Damit meine ich Fachkräfte und Pflegeassistenten genauso wie PDLs und die Betreuung.
Dann kam aber eine PDL, die war an allem interessiert und sah auch die Probleme, die wir hatten. Aktiv wurde von dieser PDL an alle dem gearbeitet. Plötzlich waren wir ein Team, wir hatten Struktur, wir haben uns gegenseitig unterstützt und in die Hände gearbeitet.
Es lief. Nicht weil irgendwer etwas machte, weil wir uns wieder über die Massen einbrachten. Wir haben Nachts das Handy am Bett angelassen, die Nachtwache konnte mich jederzeit anrufen und ich habe von zuhause aus mit Rat weitergeholfen oder wäre im Notfall gekommen. Wenn es heftig war, haben wir früher angefangen, damit die Nachtwache ihren Kopf noch auf den Schultern behalten kann. Wir haben auf Freie Tage verzichtet. Woher habe ich den so viele Überstunden, das ich einen ganzen Monat zuhause bleiben könnte? Unseren Urlaub unterbrochen und auch im Krank zur Arbeit gekommen.
Meine Kollegen kamen und konnten sich selber kaum bewegen, aber da jeder wusste, dass jede helfende Hand sehr viel bedeutet, kam jeder.
Wir haben für unsere Bewohner Sachen gekauft, Haarschmuck, Käme, Kleidung etc. Das macht man nur, weil diese Leute einen sehr viel bedeuten.
An dieser Stelle möchte ich nicht die ganzen Missstände auflisten, aber soviel sei gesagt, es muss einiges sein.
Ich für meinen Teil wollte sogar mit zwei Krücken arbeiten, weil ich weiß, dass wir einfach zu wenige Leute sind. Ernsthaft versucht habe ich es, aber es ging nicht.
Unsere PDL wurde krank und machte eine Überlastungs- oder Gefährdungsanzeige.
Wir mühten uns ab und kamen an unsere Grenzen. Das ganze war kein Arbeiten mehr, sondern nur noch ein Abfertigen der Bewohner mit minimalistischen Material.
Es war klar, es muss etwas passieren.
Erste Treffen wurde Organisiert. Und wer aus der Pflege kommt, weiß, dass das wegen der Schichtarbeit nicht einfach ist.
Aber es ist machbar, kurzfristig und immer mit fast allen. Der Kontakt ist so gut, dass wenn einer etwas weiß, alle anderen spätestens fünf Minuten später auch alles wissen.
Nur, was können wir machen und was sollten wir machen.
Lösung: Überlastungsanzeige
Da wir aus der Erfahrung der letzten vier Jahre wissen, so was führt zu einer Kündigung war auch klar, es muss gleich an die Zuständigen Stellen weitergeleitet werden.
Leider wissen auch viele Angehörige nicht, das sie sich jederzeit an die Heimaufsicht wenden können. Denn das ist deren Funktion. Die Beraten und passen auf.
Natürlich kam es so, wie wir dachten, man ging nicht auf uns ein und verlangte auf die Stellungnahme eine Stellungnahme und dann kam die Kündigung.
Man nimmt immer wieder die letzte Sitzung als Anlass, um zu Behaupten, wir hätten nie etwas gesagt. Die Sitzung wurde aufgenommen und liegt bei allen (verdi, Anwälte, etc) als Gedächtnisprotokoll vor. Ganz klar übergeht man alle Fragen von uns und gibt uns keine Antwort. Wir hören immer nur wieder das der MDK unser Feind ist und ansonsten alles bestens ist. Personal wäre in Ausreichender Menge vorhanden und und und.
Die Resonanz ist einfach überwältigend und auch berührend. Ärzte, Angehörige, Bewohner und auch ehemalige Mitarbeiter haben unsere Aussagen gestützt und bestätigt. Unsere Anwälte haben die Daten und Aussagen. Im Internet kann jeder nachlesen, was andere zu dem Haus gesagt haben. Der Inhalt ist bei allen gleich.
Muss man den noch mehr sagen? Sagt das nicht schon alles?
Klar das man vom Haus aus einfach sagt, alles ist bestens und alle sind zufrieden.
Es gibt dieses Sprichwort: Beiße nie die Hand, die dich füttert!!!
PDL, stellv. PDL, fast gesamtes Team der Pflegekräfte und die gesamte Betreuung haben sich beschwert und wurden gekündigt.
Ich bitte Euch, wer muss nun noch Einzelheiten hören um sich selbst ein Bild zu machen. Auch wenn ich hier nicht auf Details eingehe, weiß ich doch, das jeder normal denkende Mensch schon intuitiv spürt, das etwas nicht stimmt.
Vier Jahre lang, dauernd wechselnde PDL, dauernd wechselnde Chefs der Betreuungskräfte, dauernd wechselnde Praxisanleiter, dauernd wechselnde Pflegefachkräfte, dauernd wechselnde Pflegeassistenten….

Nichtsdestotrotz bitte ich, allen die in der Pflege Missstände bemerken: bitte, nicht schweigen!!! Wir hoffen, Euch allen auch Mut zu machen. Es gibt so tolle Gruppen wo man Hilfe findet. Facebook hat wirklich auch sehr, sehr tolle Menschen!!!
Danke Euch allen!! Es ist so schön Eure Kommentare zu lesen. Zu sehen das Ihr für uns Elf Solidaritätsseiten aus den Boden stampft. Danke das Ihr uns persönlich Anschreibt und Hilfe anbietet. Danke !! Einfach für alles!!
Danke!!
Und für uns Elf, wir machen weiter!!!
Auch wenn es uns belastet. Den wir bekommen nach wie vor von den Bewohnern, Angehörigen, Ärzten und den dort noch arbeitenden Leuten die Berichte und es erschreckt uns doch sehr. Wir sind nicht wegen uns in Sorge. Wir sorgen uns um unsere Bewohner!!! Das haben die nicht verdient. Das ist noch die Generation, die unseren Staat nach dem Krieg aufgebaut haben. Die haben es verdient, ein Stammteam an Pflegekräfte zu habe, worauf sie sich verlassen können!!!

Autor:

Michael Giel aus Schermbeck

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