Bis Oktober: Ruhrgebietsfotografien sind derzeit auf Zeche Zollern zu sehen

Gänsehüten in der Siedlung Kaiserstuhl, Dortmund, 1928-1933
  • Gänsehüten in der Siedlung Kaiserstuhl, Dortmund, 1928-1933
  • Foto: Stadtarchiv Dortmund/Erich Grisar
  • hochgeladen von Helmut Eckert

Schwarz-weiß-Fotografien von Erich Grisar aus dem Revier der späten 1920er und frühen 1930er Jahre zeigt derzeit der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) bis zum 8. Oktober in seinem Industriemuseum Zeche Zollern in Dortmund. Ergänzt wird die Präsentation durch Bilder weiterer zeitgenössischer Fotografen sowie Arbeiten von Schülern aus der Dortmunder Nordstadt, die sich mit Fotoapparat, Kamera und Mikrophon zu Orten und Menschen ihres Stadtbezirks begeben haben.

Die Aufnahmen des Dortmunder Schriftstellers und Fotografen Erich Grisar entstanden überwiegend in seiner Heimatstadt. Sie präsentieren den städtischen Alltag, die harte körperliche Arbeit und die Siedlungen mit den mächtigen Industrieanlagen im Hintergrund. "Die Aufnahmen erlauben eine einmalige Innensicht des Reviers und dokumentieren ein wichtiges Stück Ruhrgebiets-Geschichte. Die Zeche Zollern befand sich zu jener Zeit in ihrer Hochphase. Insofern könnte dieser Ort für die Präsentation kaum passender sein", erklärte Dirk Zache, Direktor des LWL-Industriemuseums, bei der Vorstellung der Ausstellung in Dortmund.

Die Schau ist Ergebnis eines Kooperationsprojektes von Ruhr Museum, LWL-Industriemuseum, LWL-Literaturkommission, Fritz-Hüser-Institut, Stiftung Geschichte des Ruhrgebietes und Stadtarchiv Dortmund. Dort lagert der umfangreiche fotografische Nachlass Grisars - insgesamt über 4200 Negative und Glasplatten, wovon 1500 im Ruhrgebiet entstanden sind.

Parallel zu den Ruhrgebietsfotografien Erich Grisars zeigt ein ergänzender Ausstellungsbereich, wie andere zeitgenössische Fotografen, darunter Heinrich Hauser, Heinrich Zille und August Sander, das Arbeitermilieu gesehen haben. "Die Beispiele zeigen deutlich, wie sich der Tiefenblick Grisars ins Milieu von dem der anderen Fotografen, die großenteils aus anderen Regionen Deutschlands stammten und einen bürgerlichen Hintergrund hatten, unterscheidet. Grisar kannte die Härten und Eigenheiten des Lebens im Ruhrgebiet aus erster Hand", so Museumsleiterin Dr. Anne Kugler-Mühlhofer.

Zu sehen sind außerdem Arbeiten von 150 Kindern und Jugendlichen aus vier Schulen der Dortmunder Nordstadt (Kielhornschule, Gertrud-Bäumer-Realschule, Anne-Frank-Gesamtschule und Rheinisch-Westfälische Realschule). Sie haben sich gemeinsam mit Museumspädagogin Annette Kritzler über mehrere Wochen mit der Welt der 1920er Jahre auseinandergesetzt, um anschließend mit Fotoapparat, Kamera und Mikrophon Orte und Menschen ihres Stadtbezirks zu porträtieren. Mit ihren Bildern und Videointerviews zeigen sie ein persönliches Bild ihrer Lebenswelt.

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