Narrenschiff in sanftem Fahrwasser
Spielplan Saison 2019

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Bevor das „Narrenschiff“ auf Reede gelegt werden konnte, ebnete eine Kette glücklicher Zufälle den Weg. Das Theater entstand Anfang der 80er Jahre als Gerippe eines Ensembles, das hochmotiviert und von Beginn an mit Semi-Professionalität beliebte Satire-Stücke und Eigenproduktionen auf die Bühne brachte. Doch bis dahin war es ein langer Weg, der viel Schweiß kostete.

Zunächst galt es , einen alten Kinosaal musste zur Bühne mit Publikumsraum umgebaut werden. Die „Lichtspiele“ in Unna-Massen an Bismarkstraße waren über Jahrzehnte ein beliebtes Vorstadtkino. Das historische Fachwerkgebäude befand sich damals im Familienbesitz der Frau von Armin Schumacher. Das Herz des jungen Lehrers brannte von Kindesbeinen an für „die Bretter, die die Welt bedeuten“. „Nach dem Abitur habe ich gewürfelt, was ich studieren soll.“ Statt bei Literaturwissenschaften blieb der Würfel auf Volkswirtschaft liegen. Nicht so tragisch, hatte ihn das Theaterspielen bereits eine „Ehrenrunde“ in der Unterprima gekostet. „Aber es war gut investiert,“ erinnert er sich. Als Pennäler schrieb er erste Stücke, scheiterte an einem Romanversuch und ließ sein Hobby im Studium zunächst ruhen. Kaum aus dem Referendariat heraus ging es aber wieder los. Anfang der 80er Jahre gründeten er und einige Mitstreiter den Kulturverein Unna. Vereinzelten, teils sehr beliebten Veranstaltungen wollte man ein Dach geben und dem Kulturangebot der Hellwegstadt mehr Schwung verleihen. Im Keller des Hellweg-Museums wurden 1982 Räume mit einer Theke hergerichtet, der neue Museumsleiter Dieter Völster wollte die Einrichtung mit neuem Leben füllen. „Wintertime“, eine Veranstaltung die bisher im Stadtgarten Platz hatte, wurde dort aufgeführt. „Dann war die Kulturpolitik mit im Boot, ein großer Vorteil“, so Armin Schumacher. Peter Möbius und Bekannte aus der Kulturszene waren Mitstreiter der ersten Stunde. Es entwickelten sich erste Kontakte zu Kulturschaffenden in der Hellwegstadt, die erste Vernetzung der Akteure kam in Bewegeung.
WTU
Schließlich zog das Werkstatt-Theater-Unna in den Museumsanbau. „Man kannte sich nicht, aber das hat die Szene bereichert.“ Der Museumskeller platzte aus allen Nähten und konnte den Aufführungen bald keinen angemessenen Rahmen mehr bieten. Das war zu der Zeit als der Betreiber und Besitzer der „Lichtspiele“ Massen, Ernst Gerdes, Schwiegervater von Armin Schumacher, verstarb. Er und seine Frau hatten bis 1983 das Kino betrieben. Plötzliche hatten Armin Schumacher und seine Frau die „ Lichtspiele Massen am Schlappen“. Über einige Zeit gab es noch Verpflichtungen zur Aufführung von Filmen, die sie erfüllten und erste Erfahrungen als Veranstalterduo sammelten. „Dann stand das leer.“ Die Zukunft des Saales und des Fachwerkhaus war höchst unsicher, dann klingelte es an einem Pfingstsonntag an der Tür der Schumachers.

Autor:

Stefan Reimet aus Holzwickede

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