LINKE zur IKEA-Ansiedlung in Bottrop: „Noch viele offene Fragen“

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Grundsätzlich sei die Ansiedlung von IKEA in Bottrop natürlich zu begrüßen, so LINKEN-Kreissprecher Günter Blocks. „Aber es gibt noch viele offene Fragen, die dringend zufriedenstellend geklärt werden müssen, bevor mit der konkreten Planung begonnen werden darf.“
Blocks verweist dabei unter anderem auf die ursprünglichen Planungen von IKEA im benachbarten Essen: „Da wollten die – sozusagen rund um ihr Möbelhaus herum – eine zweite riesige Shopping-Mall direkt gegenüber dem ‚Limbecker Platz‘ errichten. Wenn das verwirklicht worden wäre, dann hätte man den Rest der Essener City auch gleich dicht machen können – und manche Nachbar-Innenstädte gleich mit.“

Verträglichkeit mit dem etablierten Einzelhandel?

Blocks folgert daraus: „Es wird also von entscheidender Bedeutung sein, die Verträglichkeit dieser IKEA-Niederlassung mit dem etablierten Einzelhandel in Bottrop und den benachbarten Städten zu prüfen. Für viele kleinere Möbelhändler in unserer Region dürfte die IKEA-Niederlassung jedenfalls das endgültige Aus bedeuten.“


„Ernst gemeinte Umweltverträglichkeitsprüfung unverzichtbar“

Außerdem stelle sich die Frage, ob das Kraneburger Feld als Standort wirklich alternativlos war: Möglicherweise hätte es andere, bereits vorher industriell genutzte Flächen gegeben, statt bisher unversiegelte Natur- und Agrarflächen zuzubauen. „Eine ernst gemeinte Umweltverträglichkeitsprüfung ist also unverzichtbar“, so Blocks weiter.

„Wie vertragen sich die angestrebten 1,5 Millionen Besucher pro Jahr mit den Bedürfnissen der Anwohner in Boy?“

Das gelte ähnlich auch für die Verkehrspolitik in Bottrop: „Wir haben erhebliche Zweifel, ob es für das Gedeihen des neuen Möbelhauses förderlich ist, wenn vor der Haustür über viele Jahre hinweg eine Großbaustelle zum Autobahnausbau liegt, wie das Bernd Tischler wünscht. Das dürfte kaum sehr umsatzfördernd sein. Oder aber war es vielmehr sogar umgekehrt: dass nämlich IKEA Forderungen an den Oberbürgermeister gestellt hat, die den Ausbau zur A 52 erst notwendig machen?“
Schon jetzt werde ja ein großes Kreuzungsbauwerk an der B 224 und der Straße Im Gewerbepark zu Gunsten von IKEA angekündigt: „Wie vertragen sich denn die von IKEA angestrebten 1,5 Millionen Besucher pro Jahr mit den Bedürfnissen der Anwohner in Boy und Umgebung?“, will Blocks wissen.

„Kommunale Gewerbesteuerprüfer einzusetzen“

Im Übrigen zeige die geplante Ansiedlung, dass es in Zukunft umso dringlicher werde, eigene kommunale Gewerbesteuerprüfer der Stadt einzusetzen, damit die Gewerbesteuereinnahmen bei Konzernen wie IKEA auch im Interesse der Bottroper Bürger korrekt abgerechnet würden.

„Bottrop braucht eine Strategie, die auch künftig auf Produktionsarbeitsplätze setzt“

Das Beispiel IKEA zeige aber auch: „Selbst mit hohen Investitionen im Handel sind die bei der baldigen Zechenschließung wegfallenden Arbeitsplätze nicht zu ersetzen. Deshalb braucht die Stadt Bottrop eine Strategie, die auch künftig auf Produktionsarbeitsplätze setzt. Das werden auch noch mehr Möbelhäuser nicht ersetzen können“, so Blocks abschließend.
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3 Kommentare
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Heinz Kolb aus Gelsenkirchen | 11.02.2015 | 16:09  
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Günter Blocks aus Bottrop | 11.02.2015 | 16:40  
28.732
Heinz Kolb aus Gelsenkirchen | 11.02.2015 | 16:58  
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