Inklusion: Barrieren abbauen

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15 Kilo wiegt der Alterssimulationsanzug. An Armen und Beinen werden Gewichte angelegt.

Kraft, Wahrnehmung und Beweglichkeit lassen mit zunehmendem Alter nach. Mit dem Alterssimulationsanzug werden typische Einschränkungen älterer Menschen auch für Jüngere erlebbar. So auch am Aktionstag zum Thema „Inklusion“, zu dem die Technische Universität Dortmund gemeinsam mit der Stadt Castrop-Rauxel am Sonntag (14. Juni) in die Waldschule eingeladen hatte. „Ziel ist die uneingeschränkte Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben unserer Stadt. Inklusion ist ein Menschenrecht“, betonte Bürgermeister Johannes Beisenherz während seiner Eröffnungsrede.

Vor einem halben Jahr fiel der Startschuss für die Erarbeitung des kommunalen Aktionsplans Inklusion. Dieser soll alle inklusiven Lebensbereiche und Handlungsfelder zunächst wissenschaftlich untersuchen, um dann ein konkretes Handlungskonzept für Castrop-Rauxel zu entwickeln.
„Das Thema betrifft die gesamte Gesellschaft“, so der Bürgermeister. Mit dem Aktionstag solle ein Bewusstsein für Inklusion und gegenseitiges Verständnis geschaffen werden.

Inklusion greifbar machen

"Wir möchten das abstrakte Thema ‚Inklusion‘ greifbar machen“, erklärten die Studenten der Projektgruppe. Und deshalb gab es neben Workshops, Infoständen und Vorträgen auch Aktionen, an denen sich Besucher aktiv beteiligen konnten. So wie den „Showdown“, eine Art Tischtennis für Menschen mit Sehbehinderung. Oder eine Fühlbox, einen Rollstuhlparcours und den Alterssimulationsanzug.
Der 15 Kilo schwere Anzug macht die körperlichen Einschränkungen und das Nachlassen der Sinnesnerven erlebbar. „Die meisten, die den Anzug getragen haben, sind überrascht, was es für eine Anstrengung ist, alt zu werden“, sagte Frank Trzeziak vom Bereich Soziales.

„Es müssen nicht nur bauliche Barrieren, sondern auch Barrieren im Kopf abgebaut werden. Es ist wichtig, sich mit Ängsten und Vorurteilen auseinanderzusetzen“, betonte Dr. Claudia Gottwald von der TU Dortmund.

Hintergrund:
Den Stadtteil Rauxel haben die Studenten exemplarisch als Pilotprojekt für die ganze Stadt ausgewählt. So sollte unter anderem herausgefunden werden, welche Herausforderungen sich für die Gesellschaft der Zukunft ergeben. Im März wurden Interviews mit Bürgern geführt, um zu schauen, was die Wünsche und Bedarfe der Castrop-Rauxeler sind. Der Aktionstag baute auf den Ergebnissen der Interviews auf.
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