Knospen und Blätter sprießen schon

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Stephan Bevc, Vorsitzender des Bezirksverbands Castrop-Rauxel/Waltrop der Kleingärtner, mit seinem Mandelbäumchen, das normalerweise nicht vor März oder April blüht.

Überall sieht man in Gärten und Grünanlagen schon Blätter und Blüten sprießen. „Die Pflanzen sind zwei bis drei Monate zu früh dran“, sagt Stephan Bevc, Vorsitzender des Bezirksverbands Castrop-Rauxel/Waltrop der Kleingärtner. Schuld daran ist der milde Winter. Ob und welche Probleme das vorzeitige Ausschlagen vieler Pflanzen mit sich bringt, wird sich allerdings noch zeigen müssen.

In Bevc' eigenem Kleingarten blüht bereits ein echtes Mandelbäumchen, und auch die ersten Rhabarberspitzen lugen rot durch den Erdboden. Normalerweise sollte das Bäumchen erst im März oder April blühen, während der Rhabarber sonst nicht vor April durch die Erde bricht. Auch bei der Schisandra, einer Beerenart, fangen die Blätter an, jetzt aufzugehen. „Im vergangenen Jahr ist die Pflanze im Mai ausgeschlagen“, vergleicht Bevc.

Problematisch wird es, wenn doch noch einmal Frost kommen sollte. „Dann könnte die Ernte, zum Beispiel von Beeren, gemindert werden“, erläutert Bevc. Einen dauerhaften Schaden würden die Pflanzen jedoch nicht davontragen. Im nächsten Jahr könnten sie wieder eine normale Ernte bringen.

Manchen Pflanzen dagegen, die jetzt verfrüht sprießen, würde ein Wintereinbruch nichts ausmachen. Als Beispiel zeigt Bevc auf die ersten Bärlauchblätter in seinem Garten. „Bärlauch hält Temperaturen von minus fünf Grad aus, weil er sehr viele ätherische Öle enthält.“

Mit Vlies umwickeln

Um die eine oder andere empfindliche Pflanze, wie etwa treibende Rosen, vor drohenden frostigen Temperaturen zu schützen, empfiehlt Bevc, sie mit Vlies einzuwickeln. Dies hat er selbst bei seinem Mandelbäumchen so gehandhabt. „Obstbauern benebeln ihre Pflanzen mit Wasser, wenn in der Blüte nochmal Frost kommt, damit sich eine Eisschicht bildet“, weiß Bevc. „Dazu muss man aber viel Zeit haben.“

Inwieweit der milde Winter für Probleme sorgen könnte, hängt auch von den Bestäubern ab. „Es gibt jetzt noch keine Wildbienen“, verdeutlicht Bevc. Einzelne Hummeln habe er allerdings schon gesehen. Beide sind notwendig, um die Blüten zu bestäuben, denn ohne Bestäubung gibt es keine Früchte. Falls es jedoch deutlich wärmer bleiben sollte und damit auch die Bienen früher als üblich kommen sollten, „dann könnte es gut gehen, dann passt es wieder“, so Bevc. „Bei der Mandel und einigen Steinfrüchten ist es aber schon zu spät.“

Pilzbefall und Ungeziefer

Doch nicht nur auf die Ernte wirken sich die warmen Temperaturen aus. So hätten viele Rosen diesmal nicht ihr Blattgrün verloren, was zur Folge haben könnte, dass Pilzbefall auf den Blättern überwintern konnte, erklärt Bevc.

Baumstämme und Rinde können Frostrisse bekommen. „Die Gefahr besteht, wenn der Saft schon in den Bäumen hochfließt und dann nochmal Frost kommt.“ In diese Risse können sich dann Ungeziefer und Pilze einnisten. Hier hilft es, die Stämme zu kalken. „Die weiße Farbe reflektiert die Sonne, so dass der Fluss des Safts etwas verzögert wird“, erläutert Bevc. Und sollte sich schon Ungeziefer am Stamm befinden, würde dies durch die Farbe auch vernichtet.

Zudem sorgen die milden Temperaturen dafür, dass sich manche Pflanzen ungehindert ausbreiten können. Dies sei beim Sommerflieder der Fall, nennt Bevc ein Beispiel. „Er verdrängt andere Pflanzen.“ Im eigenen Garten könne man noch etwas dagegen tun, aber bei der Wildvegetation sei es ein Problem.

Baumschnitt:

Eine Infoveranstaltung zum Thema Baumschnitt findet am Sonntag (7. Februar) um 11 Uhr auf dem Parkplatz des Kleingartenvereins Nord, Henrichenburger Straße 80, statt. Dann wird Stephan Bevc zeigen, wie man beispielsweise Spalier-, Säulen- und Buschobst sowie Kiwi und Wein schneidet.
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