„Aktion Gahlener Straße“ - Hardter Schützen wollen ein Stück Geschichte wiederbeleben

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Auf dem kleinen Stück ehemaliger Gahlener Straße wird schon fleißig gesägt und geschnitten. (Foto: David Fröhlich)
 
Die Abteilung "Öffentlichkeitsarbeit" des Hardter Schützenvereins im Pestalozzi Kindergarten (Foto: David Fröhlich)
Dorsten: An der ehemaligen Agatha Schule 2 |

Vor etwa fünf Jahren kam beim Hardter Schützenverein eine Idee auf: Man könnte doch das alte Stück Gahlener Straße an der ehemaligen Agatha-Schule 2 wieder herrichten und einen Park schaffen, der an den einstmaligen Verlauf der Gahlener Straße und die historische Nutzung als Kohlenweg erinnert. Bei den Vorbereitungen für das Osterfeuer 2014 wurde die Idee schließlich konkret erfasst.
Letzten Freitag, 12. Februar, wurde dann mit der Umsetzung begonnen. Die Stadt Dorsten hat grünes Licht gegeben.



-Von David Fröhlich-

Jeder Hardter Bürger wird es schon einmal gesehen haben, das kleine Stück Grün am Schotterparkplatz zwischen der Gahlener Straße und dem Sportplatz. Doch die wenigsten wissen: Hinter diesem kleinen Stück Trampelpfad steckt ein großes Stück Geschichte. Denn gegenüber der Westfalen-Tankstelle verlief die alte Gahlener Straße, die früher einmal Teil des Gahlenschen Kohlenwegs war. Dieser Kohlenweg verlief von Hattingen über Bochum, Herne und Gelsenkirchen bis hin zum ehemaligen Lippehafen bei Gahlen. Auf Maultieren und Stellwagen wurde die entlang der Ruhr geförderte Steinkohle über diesen rund 40 Kilometer langen Weg bis zum Gahlener Hafen gebracht und von dort über die Lippe bis zum Rhein verschifft. Die Ruhr war zur damaligen Zeit noch nicht schiffbar. Eine Esels-Skulptur an der Ecke Gahlener Straße und Hafenstraße sowie eine Infotafel am Dorstener Ruderverein erinnern heute an den einstigen Transportweg. Nun will der Schützenverein Dorsten-Hardt ebenfalls dem Kohlenweg gedenken; und damit ein Stück Geschichte wiederbeleben.

Doch nicht nur daran will die Abteilung „Öffentlichkeitsarbeit“ des Hardter Schützenvereins erinnern; auch an den alten Verlauf der Gahlener Straße, die damals noch wie eine Allee angelegt war. „Die jüngeren Generationen können sich daran gar nicht mehr erinnern“, so Walter Dahms, Pressesprecher des Vereins. Die alleeartig angelegten Bäume zeugen noch von dieser Zeit. Geschichten erzählen könnten sie allemal, denn das Straßenstück von damals war wegen der Kurven beliebte „Rennstrecke“ für Raser, erinnert sich Udo Kolanczyk, Schützenkönig von 2012 bis 2014. Oft kam es dort wegen der Bäume zu allerhand Unfällen. An diesen Teil der Geschichte möchte man allerdings nicht anknüpfen, wurde der gefährliche Asphalt von damals ohnehin längst entfernt.

Entstehen soll ein Platz der Begegnung

Nach Eingang eines Antrages im Juni 2015 und Prüfung mit Ortsbegehung im Dezember 2015 hat die Stadt Dorsten die Genehmigung zur „gärtnerischen Gestaltung eines Teilstücks der stillgelegten alten Gahlener Straße“ schließlich erteilt. Letzten Freitag, 12. Februar, konnte dann endlich losgelegt werden: Nun wird fleißig gearbeitet, denn bis zum anstehenden Schützenfest soll wenigstens schon einmal alles „sauber“ sein. Mit Hilfe von Marco Walter, der für die technischen Gerätschaften zuständig ist, wurde schon der ein oder andere Busch weggeschnitten und auch ein Baum wurde bereits gefällt. „Entstehen soll jetzt ein kleiner Park, ein Platz der Begegnung für die Hardter Bürger“, sagt Dahms. Ein Wetterkreuz, Bänke und auch ein Denkmal, das an den Kohlenweg erinnern soll, sind bereits geplant.


Kindergartenaktion

Nebenbei betreibt die Abteilung „Öffentlichkeitsarbeit“ auch wieder ihre Kindergartenaktion, bei der sie ehrenamtlich die Kindergärten der beiden Kirchengemeinden der Hardt durch Bau- und Gartenarbeiten herrichten. So konnte man am Samstag, 13. Februar, neben den Arbeiten an der Gahlener Straße gleich auch noch die Bäume und Sträucher im benachbarten Kindergarten der Friedenskirche besägen und beschneiden; dort musste morsches Geäst entfernt werden, da dieses durch Brechen und Herabfallen eine Gefahr für die Kinder hätte darstellen können.
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