Frauenkulturtage: Rebellische Kunst auf einem verträumten Hof

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Rebellion mit Farben: Die Künstlerinnen des Hof 60 leisten am Sonntag zwischen 14 und 16 Uhr einen energischen Beitrag zu den Frauenkulturtagen. Karola Brinsa (r.) und Ulrike Schmidt laden Besucher zum Mitgestalten und Mitdiskutieren ein, und freuen sich auch über den Besuch der Düsseldorfer Gastkünstlerin Laura Flöter (Mitte).
Dorsten: Hof 60 |

Am 6. März geht es wieder los: Die 29. Dorstener Frauenkulturtage starten mit einem mächtigen Programm in über zwei Wochen voller Kunst, Kultur und Frauen-Power. Ein willkommener Anlass auch für den Wulfener Hof 60, nach einer fünfjährige Erfolgsgeschichte noch einmal richtig durchzustarten. Am Sonntag warten eine Gastkünstlerin und ein kreatives Projekt zum Mitmachen auf die Besucher.

Idyllisch an die Wulfener Felder geschmiegt, ist der historische Bauernhof an der Köhler Straße 60 nicht unbedingt ein Ort, an dem man in Dorsten jeden Tag vorbeikommt. Seit etwa fünf Jahren lohnt sich der Weg zu dem verträumten Gehöft aber, denn eine Gruppe von Künstlern hat die alte Farm mit Kreativität, Arbeit und Engagement aus dem langen Dornröschenschlaf gerissen.
„Wir wollen ein Heim sein für verschiedene Arten bildlicher Kunst“, erklärt die Leiterin des Hof 60, Karola Brinsa. Zusammen mit ihrem Mann Frank kaufte die Künstlerin 2007 den alten Bauernhof, der zu jener Zeit seine besten Jahre hinter sich zu haben schien. Nun, sieben Jahre danach, ist das Gebäude kaum wiederzuerkennen: Nicht nur hat hier der Motorrad-Club Star-Riders eine Heimat gefunden, der sich mit Konzerten und offenen Abenden längst einen Namen gemacht hat, sondern auch Bildhauer, Maler und Musiker, die auf ihre eigene Art zur neuen Gestalt des Hofes beitragen. Überall trifft der Besucher auf ihre Werke: Bunte Skulpturen überraschen im Garten oder in versteckten Winkeln, und die ehemalige Lagerscheune hat sich zu einem weiträumigen Atelier und einem kreativen Treffpunkt entwickelt.

„Wir wollten hier etwas Dauerhaftes schaffen“, erzählt Karola Brinsa von ihrem Wunsch, der 2008 zur Gründung des „Kunstpunkts“ geführt hat. Ein Raum für längere Ausstellungen, zum Austausch mit Interessenten und anderen kreativen Menschen, zum gemeinsamen Arbeiten und für das Ausleben der eigenen Phantasien - diesen Traum hat sich Karola Brinsa nun zusammen mit sieben anderen Künstlerinnen und Künstlern erfüllt. Die Bauarbeiten am Hof 60 schufen aber immer neue Möglichkeiten, und jetzt, nach den oft experimentellen Anfängen, sollen zu den bewährten Konzepten neue Ausstellungen und Veranstaltungen hinzu kommen.

Wütende Kunst am 9. März


Los geht es am Sonntag, 9. März, zwischen 14 und 16 Uhr: Ganz im Sinne der diesjährigen Frauenkulturtage, die leidenschaftlichen und rebellischen Frauen gewidmet sind, haben sich die Künstler des Hof 60 eine ungewöhnliche Idee entwickelt: „Wir schaffen zusammen mit allen Frauen ein Wutbild“, erklärt Brinsa. Der gemeinsamen Gestaltung geht ein Austausch voraus: Was läuft falsch in der Gesellschaft, wo sind Ungerechtigkeiten, wo soll man sich engagieren? Mit viel Farbe und Elan wollen die Künstler zusammen mit den Besuchern dann das Bild gestalten. „Ich bin sehr gespannt“, so Brinsa, „was dabei herauskommen wird.“

Zu den neuen Konzepten des Kunstpunktes sollen nun auch vermehrt Ausstellungen von auswärtigen Künstlern gehören. Den Anfang macht am Sonntag die Düsseldorfer Künstlerin und Autorin Laura Flöter. Die junge Kunstdoktorandin präsentiert außergewöhnliche Werke experimenteller Malerei mit plastischen Elementen. Sie verbaut organische und anorganische Elemente zu einem surrealistischen Ganzen. Die Besucher des Kunstpunktes können also gespannt sein.

Mehr Infos unter www.hof60.org

Volles Programm bei den Frauenkulturtagen


Die 29. Dorstener Frauenkulturtage (6. bis 22. März) entstanden aus der Zusammenarbeit der Stadt Dorsten mit verschiedenen Vereinen, Gruppen und Verbänden, stehen in diesem Jahr unter dem Motto "Nur Mut! Moral, Gerechtigkeit und Zivilcourage" und beschäftigen sich in einer Vielzahl von Beiträgen mit dem Leben und Werk von starken und unangepassten Frauen.

Das ganze Programm finden Sie hier: Programm der Frauenkulturtage
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