Lippe-Pegel stark gestiegen - Dauerregen lässt den Fluss anschwellen

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Hochwasser am Lippeufer, nähe Lippefähre
 
Hochwasser am Lippeufer, nähe Lippefähre

Von „Hochwasser“ ist offiziell bisher nicht die Rede, doch sind die Pegelstände der Lippe und zahlreicher Nebenläufe über das Wochenende stark gestiegen. Während die Abflüsse in den kleineren Gewässern in der Nacht auf Sonntag, den 31. Januar, ihren Höhepunkt erreicht haben und danach meist schon wieder gefallen sind, „kratzt“ die Lippe in Haltern und Dorsten an der Hochwassermarke.



Die Niederschläge allein von Samstag, 30. Januar, sind beeindruckend: 16,5 Liter pro Quadratmeter waren es in Dorsten (Regenschreiber Kläranlage Dorsten).

Die Abflüsse in der Lippe, die daraus resultieren, lassen die Lippe stark anschwellen:
In Dorsten ist der Pegel von Donnerstag, 28. Januar, bis zum Morgen des 1. Februars von 5,30 Meter auf 7,50 Meter schnell gestiegen und liegt jetzt nahe der Hochwassermarke; diese liegt bei 8 Meter.
Ähnlich in Haltern am See, wo sich der Lippepegel seit Donnerstag (2,10 Meter) fast verdoppelt hat. Ein Spitzenwert von 4,70 Meter wurde in der Nacht vom 31. Januar auf den 1. Februar verzeichnet, seitdem ist der Wasserstand wieder leicht gefallen. Hier liegt die Hochwassermarke bei 5 Metern.


Einen großen Anteil daran hat die Stever, die über den Stausee in die Lippe mündet. Dort lag der Pegel am Donnerstag bei 1,50 Meter. Letzte Nacht kletterte er dann bis auf 4,20 Meter. Diesem Wasserstand entspricht ein Spitzenabfluss von 60.000 Litern pro Sekunde aus der Stever, der das Wasser in der Lippe auf rund 160.000 Liter in der Sekunde anschwellen ließ.

In Dorsten „beteiligt“ sich der Hammbach rege am Abflussgeschehen.Samstag früh lag der Wasserstand dort bei 80 Zentimetern, um dann innerhalb weniger Stunden auf 1,60 Meter anzusteigen. Dadurch hatten die Hochwassermaschinen im Lippeverbands-Pumpwerk Dorsten-Hammbach zum ersten Mal im neuen Jahr gut zu tun.
Eher „wellenförmig“ schaukelten sich die Wasserstände im Rapphofs Mühlenbach bei Dorsten von einem mittleren Wasserstand von 1 Meter seit der Wochenmitte hoch und erreichten am Samstagabend eine vorläufige Spitze von 1,60 Metern.

Aufgrund der Gesamtsituation hat der Lippeverband bisher darauf verzichtet, seine Bauhöfe an der Lippe in Dorsten, Haltern, Lünen und Hamm förmlich in Hochwasserbereitschaft zu versetzen. Dennoch halten die Mitarbeiter vor Ort die Augen auf:
Kritische Punkte wie Rechen und Einläufe werden kontrolliert, ebenso der Zustand der Deiche. Ein internes „Hochwasserinformationssystem“ zeigt nicht nur die Entwicklung von Niederschlägen, Abflüssen und Wasserständen an, sondern berechnet über ein Niederschlag-Abfluss-Modell auch Hochwasserprognosen.

Ob aus den hohen Wasserständen noch richtiges Hochwasser wird, hängt von den Niederschlägen der nächsten Tage ab. Regen ist überall angesagt, doch entscheidend sind die Mengen. Doch auch wenn die Niederschläge an der unteren Grenze bleiben, wird die Lippe mindestens in dieser Woche noch hoch stehen.
Bis die Wasserabflüsse aus dem ausgedehnten Lippegebiet (Einzugsgebiet 4.890 Quadratkilometer) die Mündung in den Rhein erreichen, vergehen mehrere Tage.
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