Nach dem „Brexit“: Dorsten zeigt Flagge für Europa

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Das Foto zeigt die Flagge am Gemeindedreieck: Auch wenn nach dem „Brexit“ düstere Wolken über der EU aufziehen und die Gemeinschaft von einem politischen Sturm zerzaust wird, zeigt die Stadt Dorsten am Gemeindedreieck bewusst Flagge für die Europäische Gemeinschaft. (Foto: Stadt Dorsten)
Dorsten: Stadtverwaltung |

Nach dem Vorschlag eines Bürgers hat die Stadt vor dem Verwaltungsgebäude Bismarckstraße am Gemeindedreieck und an der Feuerwache das Europabanner gehisst. „Wir in Dorsten wollen damit nach dem Referendum in Großbritannien ganz bewusst Flagge zeigen für Europa“, sagt Bürgermeister Tobias Stockhoff.

„Auch wenn die Union und ihre Strukturen vielleicht reformbedürftig sind, so dürfen wir doch das grundsätzliche Miteinander der Länder Europas nicht in Frage stellen. Die Einigung Europas ist die zentrale Lehre aus dem zweiten Weltkrieg. Ihr verdanken wir mittlerweile 70 Jahre Frieden, stabile Demokratie und Wohlstand“, so der Bürgermeister.

Gestaltung Europas auch Aufgabe einer Stadt


Dass die Gestaltung Europas auch als Aufgabe einer Stadt verstanden wird, hat in Dorsten eine lange Tradition:

Recht bald nach dem Krieg wuchsen erste Freundschaften, die in Städtepartnerschaften mündeten, die bis heute vor allem durch persönliche Freundschaften, Kontakte zwischen Vereinen und Jugendprojekte getragen werden. Erhalt und Pflege dieser Partnerschaften war allen Stadträten und Bürgermeistern bislang ein wichtiges Anliegen.

Dem früheren Stadtdirektor und Bürgermeister Dr. Karl-Christian Zahn (Amtszeit 1971 bis 1999) waren Stadt und Europa, die kleinste und die größte Einheit unserer Wertegemeinschaft, Herzensanliegen. Dafür engagierte er sich auch: Er war Leiter der Deutschen Delegation und Präsidiumsmitglied beim Kongress der Gemeinden und Regionen Europas. 1990 wurde er Präsident des Sozialausschusses der „Ständigen Konferenz der Gemeinden und Regionen Europas beim Europarat“ in Straßburg, engagierte sich noch nach der Pensionierung ehrenamtlich.

Die Flagge hat in diesen Tagen natürlich noch eine zweite europäische Bedeutung: Sie wird darum bis zum Ende der Fußball-Europameisterschaft (Endspiel am 10. Juli) hängen bleiben.
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